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Blumen in Nepal

Blumen und Pflanzen – Mannis Fotoprojekt Nr. 15.

Dieses Projekt auf Mannis Fotobude kommt wie gerufen – und zeigt, wie vielseitig und flexibel Manni in seiner Themenwahl sein kann. Denn obwohl er selbst mit der Thematik nicht viel anfangen kann, wie er zugibt, so gibt es sicherlich den einen oder anderen – mich eingeschlossen – der nicht einfach an einer Pflanze vorbei gehen kann, ohne sie zu fotografieren.

Da ich aber bereits unzählige, mehr oder weniger genutzte Aufnahmen zu diesem Thema auf meinen Festplatten habe (manche schlummern vor sich hin, andere haben es in diverse Beiträge geschafft…), habe ich beschlossen, das Motto etwas weiter einzugrenzen. Denn auch bei meiner Wanderung durch die schönen Gebirge Nepals konnte ich nur schwerlich an all den exotischen Pflanzen vorbeigehen, die sich mir da boten.

Das Projekt gibt mir die Möglichkeit, ein wenig in Erinnerungen an die tolle, intensive Zeit in Nepal zu denken. Vor einem Jahr, als Corona noch ein Bier war, erkundete ich zwei Wochen lang das Land von der Hauptstadt Kathmandu über die Tiefebene Chitwans im Süden des Landes bis hin zum Phewa-Tal mit Pokhara-Stadt, Ausgangspunkt von Trekking-Touren in die Annapurna-Region.

Daher: Vorhang auf! Jetzt kommt für euch „Blumen und Pflanzen in Nepal“…

 

Nepals Pflanzenwelt

Die Nationalblume Nepals ist der Rhododendron. Er blüht sogar in einer Höhe bis zu 4000 Metern und ist somit bei Trekkings oft zu bewundern. Aber auch Salbäume in der Terai-Tiefebene, Magnolien und unzählige Orchideenarten kann man antreffen. Die Pflanzenwelt muss anpassungsfähig und widerstandsfähig sein, um in großen Höhen bestehen zu können.

Die Pflanzen in Nepal lassen sich je nach Höhenlage in drei verschiedene Gruppen einteilen. Zum einen haben wir das Tiefland im Süden Nepals, das sich bis zu einer Höhe von 1000 Metern erstreckt.

Die mittleren Höhen bezeichnen einen Bereich zwischen 1000 und 3000 Metern. Die Vegetationsgrenze reicht in Nepal bis zu rund 5000 Metern. So weit oben war ich noch nicht…

In der Tiefebene wachsen u.a. Salbäume und der Pepulbaum, der als Buddhabaum bekannt ist. Beide Baumarten gelten als heilig. Dem Pepulbaum sagt man nach, das Buddha seine Erleuchtung unter einem solchen Baum fand. Das Elefantengras, das wilde Savannen bildet, kann bis zu 6 Metern hoch sein.

Das Kathmandutal bietet Hibiskus, Geranien, Dahlien und viele Nutzpflanzen. Zudem ist wilder Hanf in Hülle und Fülle anzutreffen – der wächst einfach als Unkraut auf Feldern, in Vorgärten und an den Terrassen der Menschen. Doch wer sich jetzt freut – das Konsumieren von Hanfpflanzen ist in Nepal verboten und nur den „heiligen Männern“, den orange gekleideten Sadhu zu religiösen Zwecken gestattet.

In erster Linie sind es die vielen, extrem grünen Reisterrassen, die zuerst ins Auge fallen. Reis wird unter anderem zum Kochen von Nepals Nationalgericht, dem Dal Bhat, verwendet. Inmitten von Reisfeldern stechen die Blüten des Indischen Blumenrohrs wie kräftige, leuchtend rote Flammen hervor.

In der mittleren Lage gibt es Rhododendren und Magnolien zu sehen. Epiphyten besetzen die Baumstämme, und sogar der rote Weihnachtsstern kommt hier vor, er breitet sich als meterhohe Pflanze aus.

Die hohen Bergregionen sind geprägt von Kiefernbäumen und ebenfalls Rhododendrenbüschen. Auch Edelweiß lässt sich in Nepal auffinden.

Hier eine kleine, fotografische Auswahl von dem, was mir unter die Linse gekommen ist…

 

Wandelröschen

Eisenkraut, Verbenenkraut oder hierzulande besser bekannt als Wandelröschen. Die farbenfrohen, kleinen Blüten wachsen in Nepal wild am Straßenrand. Ihre Blüten weisen ein Farbspektrum auf, das von gelb über rosa und orange bis rot reicht. Ebenfalls ein Fund aus Sarangkot.

 

Gurkengewächse

Die typische Blüte eines Gurkengewächses, charakteristisch und leicht zu erkennen. So sahen die Gurkenpflanzen im Gewächshaus meiner Großeltern aus. Diese hier wuchs wild am Straßenrand innerhalb einer Ortschaft, vermutlich ist sie jemandem aus dem Garten „entflohen“.

 

Seidenbaum

Wunderschön, haarig und faszinierend, mit feingliedrigen Blättern und Blütenständen – der Seidenbaum, auch als Persische Akazie bezeichnet. Man nennt sie auch den „Schlafbaum“, weil sie während einer Trockenperiode ihre Blätter zusammenklappt und so auf bessere Zeiten wartet. Auffällig sind die prachtvollen, rosaroten Blütenstände. Sie ist vom Iran bis östlichen China verbreitet.

 

Flammenbaum

Delonix Regia, gehört zu den Johannisbrotgewächsen. Der Name ist nur passend, da seine leuchtenden Blüten in ihrer Farbe und Form an kleine, züngelnde Flammen erinnern. Dieser Baum wurde erst Ende des 19 Jahrhunderts in Madagaskar entdeckt. In Nepal wird der Baum als Zierpflanze kultiviert. Vor allem in warmen Regionen wie der Tiefebene Chitwans, wo ich ihn entdeckte, gedeiht er ausgezeichnet.

 

Löwenmäulchen

Eine wilde Löwenmäulchenart, die mir im Phewa-Tal untergekommen ist. Sieht recht unspektakulär aus, nicht wie das, was wir aus den Gewächshäusern kennen…

 

Hibiskus

 

Elefantengras

Miscanthus, auch als Elefantengras bekannt, ist in Nepal vermehrt in der Tiefebene beheimatet. Es kann meterhoch in die Höhe wachsen und bedeckt Flussufer und feuchte Gebiete. Die Menschen sammeln es, um traditionell gebaute Häuser zu decken. Charakteristisch sind die großen Blütenstände. In Deutschland wird es als Zierpflanze für den Garten verwendet.

 

Indisches Blumenrohr

Canna Indica, oder: Indisches Blumenrohr. Wild auf Reisfeldern wachsend oder größer und üppiger als gartentaugliche Version. Die roten Cannas stechen leuchtend rot aus den Feldern hervor und fallen direkt ins Auge. Schon im 16 Jahrhundert wurde die Pflanze als Zierblume nach Europa importiert und seitdem vielfach gekreuzt und weitergezüchtet.

 

Lilien

Diese schöne, feuerrote Lilie entdecke ich auf dem Sarangkot auf einer Höhe von rund fünfzehnhundert Metern. Schwer zu sagen, ob sie natürlich dort vorkommt, denn die Aufnahme entstand in einem der Gärten der dort lebenden Menschen…

 

Farne

Es gibt rund 375 verschiedener Farn-Arten in Nepal.

 

Epiphyten

Aufsitzerpflanzen, die auf anderen Pflanzenarten, wie zum Beispiel auf Bäumen, wachsen. Sie sind häufig in subtropischen Lagen, in Nebel- und Regenwäldern anzutreffen, wo sie die Feuchtigkeit aus der Luft nutzen. Sie nutzen die höhere Position, um das spärliche Licht innerhalb dichter Vegetation besser nutzbar zu machen. Da sie die Pflanze, auf der sie sich ansiedeln, nicht anzapfen, werden sie nicht zu den Parasiten gezählt.

Primäre Epiphyten entwickeln Wurzeln im Laufe ihres Lebens, mit denen sie irgendwann selbständig bis zum Boden reichen. Sekundäre Epiphyten bleiben ihr ganzes Leben lang auf der Pflanze angesiedelt ohne eigener Verbindung zum Boden.

Diese schönen Exemplare habe ich auf meiner Kletterpartie auf den Sarangkot entdeckt.

 

Wilder Salbei

 

Ackerwinde

Prachtvolle Ackerwinden, oder auch: Muttergottesgläschen, bieten Insekten Zuflucht. Dieses hier scheint eher auf der Suche nach Nektar zu sein und hilft so bei der Bestäubung. Fundort: Wälder im Phewa-Tal rund um den Sarangkot.

 

Aloe

Riesige Aloe-Pflanzen, größer als mein Kopf. Größer als zwei Köpfe. So groß wie ein Raumschiff.

 

Wilder Hanf

In den Sechziger Jahren war Nepal, allen voran die Hauptstadt Kathmandu, ein Paradies der Blumenkinder, die sich hier niederließen auf ihrem spirituellen Weg nach Indien. Es wurde alles konsumiert, was sich konsumieren ließ und die Touristen blieben, auf der Suche nach Glück, in der Freak Street nahe dem Durbar Square hängen. Doch dann wurden die liberalen Gesetze verschärft und der Konsum von Betäubungsmitteln verboten. Daraufhin verschwanden die Blumenkinder, nur der Name der Freak Street blieb.

Was war ich überrascht, die meterhohen Hanfpflanzen als großflächige Flächen Unkraut auf den Feldern im Kathmandu-Tal wachsen zu sehen. Sie wären mir nicht mal aufgefallen, hätte mein Guide mich nicht auf sie aufmerksam gemacht.

Doch wer sofort seinen Rucksack schnüren und sich nach Nepal aufmachen möchte auf der Suche nach dem kostenlosen Rausch, dem sei gesagt: der Konsum von Hanf ist auch in Nepal verboten. Nur die heiligen Männer, die Sadhu, dürfen Cannabis rauchen, um sich Gott Shiva näher zu fühlen…

 

Chili

Diese höllisch scharfen Chilischotten werden in Kathmandu-Tal angebaut. Sie leuchten in kräftigen Rot und ergeben ein dankbares Fotomotiv.

 

Wildrosen

Diese Rosenblüte habe ich auf meiner Wanderung hinauf auf den Berg Sarangkot im Phewa-Tal im zentralen Nepal entdeckt.

 

Drillingsblume

Die Bougainvillea, ursprünglich aus Südamerika kommend, blüht in so einigen Vorgärten. Auch hier oben, über dem Phewa-Tal bringt sie in knalligem Pink Farbe in die Landschaft.

 

Prunkwinde (?)

Nach langer Recherche tippe ich hier auf eine Art wildwachsender Prunkwinde. Gefunden im Phewa-Tal.

 

Ja, was isses denn, was isses denn?

Diese Pflanzen konnte ich trotz Recherche nicht zuordnen. Wie sind sie dann in meinem Fotokasten gelandet? Ganz einfach: ich kann kaum an einer Blume vorbei gehen 😉 Wenn jemand eine davon erkennt, immer her damit…

 

Blumen als Schmuckelemente

Blumen gibt es nicht nur auf Feldern und in Gärten zu bewundern. Bei den traditionell gebauten Häusern der Volksgruppe der Tharu in der Chitwan Tiefebene südlich an der Grenze zu Indien finden sich große, bunte Blumenmotive als Verzierungen auf Hauswänden.

kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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11 Kommentare

  1. das ist ja das reinste Blumenlexikon bzw. Buch ! Da hast du dir aber richtig viel Mühe gemacht und dafür sage ich vielen Dank. Genau das ist das was ich meinte mit meinem Beitrag. Sicherlich gibt es einiger Follower die hier einen viel größeren Beitrag zum Projekt leisten können als ich ! Da bin ich ja der reinste Waisenknabe dagegen. Hoffe das viele das hier anschauen ! Also nochmals danke für den tollen Beitrag !!!

    1. Hallo lieber Manni! Nix zu danken, ich bin froh um die Anregungen und bin gerne bei deinen Projekten dabei. In letzter Zeit war es zeitlich etwas knapp, aber bei den Blumen konnte ich einfach nicht widerstehen! Kann sein, dass ich die restlichen Pflanzen im Laufe der Zeit auch noch bestimmen werde.
      Lg Kasia

  2. freut mich immer wenn die Projekte gefallen ! Also Danke nochmals

  3. Schöne Auswahl

    1. Vielen Dank!

  4. Ganz fantastische Bilder! Danke dafuer und fuer die vielfaeltigen interessanten Informationen.

    1. Vielen Dank! Schön zu lesen, dass es ankommt 🙂

  5. Oh wie schön! Das erinnert mich an meine Nepalreise vor zwei Jahren. In Lumbini soll Siddharta Gautama von seiner Mutter unter einem Salbaum geboren worden sein.

    Liebe Grüße
    Renate

    1. Ja, davon habe ich gehört. Ich finde diese Bäume total faszinierend, weil sie so groß und ausladend sind. Schattenspendend und meist mit bunten Gebetsfahnen geschmückt. Ich denke auch gerne an meine Zeit in Nepal zurück. Sobald Corona wieder ein Bier ist, fliege ich wieder hin… 🙂

      Lg Kasia

  6. Ein sehr schöner Beitrag mit tollen Fotos.

    1. Dankeschön!

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