Deutschland, Europa

Herbstglühen am Lampertheimer Altrhein

Die schwache Herbstsonne, verschleiert und trüb, gibt ein milchiges Licht. Die Wärme ist nur vorübergehend; es sind die letzten warmen Tage in diesem Jahr. Es ist Ende Oktober.

Alles glüht. „Herbstglühen“ nenne ich das. Und jetzt, in den sonnigen Stunden, legt sich etwas Sanftes, Gemütliches über die Stadt. Lampertheim, der kleine Ort an der Bergstraße, wirkt verschlafen. Unentschlossen schnüre ich meine Wanderschuhe, hin und her gerissen zwischen Wandern und einem gemütlichen Tag auf der Couch. Es wird ein Kompromiss, denn es wird ein fotografischer Spaziergang.

Lampertheim

Trockene Kastanienblätter hängen nur noch mit reiner Willenskraft an den knorrigen Ästen der Bäume. Lampertheim hatte nie viel zu bieten, nie besonders Sensationelles fürs Auge, dafür viele kleine Details. Das große Ganze ist und bleibt durchschnittlich, doch der Ort erfreut mit immer wieder interessanten, kleinen Dingen das Herz. Dingen, die man so vielleicht auch woanders finden würde. Wer weiß. Ich bin gerne hier.

Lampertheim. Eine schwache Sonne beleuchtet das Lampertheimer Rathaus wie ein Heiligenschein. Die Stadt, in der ich einen Teil meiner Schulzeit verbrachte. Ein Mosaiksteinchen meiner Kindheit und Jugend. Sozusagen. Doch jetzt hält mich nichts mehr hier, es sind alles nur Erinnerungen. Solche und solche.

Die drei beinahe gleich aussehenden Fachwerkhäuser mit dreieckigen Dächern bilden das Heimatmuseum. Sie sind umrahmt von den Farben des Herbstes. Doch zu jeder Jahreszeit schaue ich sie mir gerne an. Nichts Neues, alles vertraut. Und doch immer wieder sehenswert.

Die Fußgängerzone ist von goldenen, kleinen Bäumen gesäumt. An ihnen hängen runde, goldene Blätter. Goldene Blätter ergießen sich über die Straßen. Ich wende das Auto und fahre in Richtung Altrhein.

 

Der Lampertheimer Altrhein

Der Lampertheimer Altrhein ist ein Naturschutzgebiet westlich von Lampertheim, im Dreiländereck Hessen, Baden Würtemberg und Rheinland Pfalz, mit sanft fließenden Rheinauen und größeren Wasserflächen dort, wo die Rheinarme sich verzweigen. Unterbrochen werden sie von bereits umgepflügten Feldern und hohen Baumreihen. Irgendwo fährt noch ein vergessenes Traktor seine Runden.

Das Naturschutzgebiet bildet quasi eine Insel, die von allen Seiten von Wasser umgeben ist. Es ist ca. 5 Hektar groß und ganzjährig begehbar.

Das Gebiet lädt zum Wandern ein. Oder, wer nicht wandern möchte, der möge sich im Lokal „Niederhein“ niederlassen und bei einem Radler die vorbeifahrenden Frachtschiffe beobachten. Im Sommer blühen hier Rosen und Spinnweben mit dicken, großen Kreuzspinnen hängen an den Laternen. Und im Herbst glitzert das Wasser und unzählige, rote Marienkäfer nutzen alles als Landezone, was sie kriegen können. Einschließlich meiner Wenigkeit. Ich schnippe die Viecher von meinem T-Shirt weg.

Die spärliche Sonne verschwindet immer mehr hinter etwas, das keine Wolken sein können. Es ist, als hätte sich Milchglas über den Firmament gelegt. Und in gewisser Weise hat es das auch. Es ist ein Sandsturm aus der Sahara, der rötlichen Sand in die Atmosphäre bläst und selbst hier, im Süden Deutschlands, als Schleier am Himmel zu sehen ist. Spektakulär. Selbst ein feines Regenbogenspektrum ist zu sehen.

Hier ein paar Aufnahmen des Herbstes. Eine tolle Jahreszeit.

Wer Lust hat auf eine längere Wanderung, für den eignet sich der Lampertheimer Altrhein hervorragend. Die Gegend ist nicht überlaufen. Das Naherholungsgebiet wird in der Regel nur von Anwohnern frequentiert. Gute Aussichtspunkte sind die Aussichtsplattform Welsche Loch, der Alte Hafen und der Aussichtspunkt Biedensand.

kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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