Seit einigen Minuten verfolge ich nun die Leuchtanzeige über meinem Kopf. Bus kommt in sieben Minuten. Bus kommt in fünf Minuten. Bus kommt in zwei Minuten. Und da, da kommt er schon – fröhlich und erwartungsvoll stelle ich mich an den Rand des Gehsteigs. Nur um dann den starken Luftzug des vorbeifahrenden Vehikels an meinem Gesicht zu spüren. Der Bus ist weiter gefahren. Mit zersaustem Haar stehe ich da wie ein begossener Pudel.

"Bus fahren in Dublin" weiterlesen

Es regnet, doch es ist kein Regen, wie wir ihn kennen. Die Wassertropfen fallen nicht senkrecht herunter, sie sind in der Luft, sie füllen den Raum, sammeln sich als Nebel um den gelben Lichtkegel der Straßenlaterne. Wir strecken unsere Köpfe nach oben, zu einem kleinen grauen Fenster empor. Da oben ist es, genau hier ist es passiert. Ein zugenageltes, schmuckloses Fenster. Hinter diesen Scheiben hatten sich Studenten auf unerklärliche Weise das Leben genommen…

"Das Geisterzimmer von Maynooth" weiterlesen

Dublin liegt an der Küste. Ist klar, ne? Daher ist die Stadt nicht nur für ihre gemütlichen Pubs bekannt, man kann hier auch wunderbar bei langen Spaziergängen am Wasser entspannen. Dafür sind zwei Orte gut geeignet: North Bull Island, wo es tatsächlich einen Sandstrand gibt und den Ortsteil Sandymount, wo du vor allem, wenn sich das Wasser bei Ebbe zurück zieht, kilometerweit durch den Schlick wandern kannst. Klingt nicht so nach Irland, klingt eher nach Nordsee? Geschenkt. Schnapp dir die Gummistiefel, nimm den Hund an die Leine und los gehts…

"Dublin – Wattwandern am Sandymount-Beach" weiterlesen

Langsam und vorsichtig nähere ich mich den Tieren, die Schutz in einem der vielen Baumhaine gesucht haben. Einige Hirsche sitzen gemütlich im Gras, zwei oder drei halten aufmerksam Wache. Aus einer anderen Richtung nähert sich auch ein Pärchen. Nicht so nah dran, denke ich mir, als ich sehe, dass beide jegliche Distanz zwischen sich und den Tieren zu überwinden suchen. Und dann hat die Frau noch eine Karotte in der Hand. Warte, die wird doch nicht etwa…

"Bitte nicht füttern – Die „wilden“ Hirsche im Phoenix-Park" weiterlesen

Es ist irgendwie wie ein schlechter Traum. Ich betrete einen Raum. Dieser Raum ist voller Menschen. Menschen, die still da sitzen und auf etwas warten. Die Spannung scheint mit den Händen greifbar zu sein, kaum ein Mucks ist zu hören. Ich spüre, ich bin hier falsch, denn hier wollte ich nie landen, nein, ganz und gar nicht – hier wollte ich nie hin. Ich befinde mich in einem Gerichtssaal. 

"Das Kilmainham Gaol – Wie Kasia ins Gefängnis kam…" weiterlesen

Nicht nur Kirchen sind in Dublin spannend, nein, Interessantes gibt es an allen Ecken der Stadt. Dublin ist mit seinem vielem Streetart und den bunten Türen ein Paradies für Fotografen- mit den leuchtenden Farbtupfern wirkt es, als ob die Stadt gegen das mäßig gute Wetter ankämpfen wolle. In Dublin wird es im Winter nicht wirklich kalt, so dass auch Palmen überwintern können, doch es wird auch nie so wirklich warm, denn die Sommertemperaturen erreichen selten fünfundzwanzig Grad. Es ist meist ein Mischmasch aus feuchtnass, kühl und windig. Man spricht von einem „extrem maritimen“ Klima und die Temperaturen fallen im Winter selten unter fünf Grad. Außer im letzten Winter – da hat es geschneit.

"Graffiti, Pubs und Palmen – So bunt ist Dublin" weiterlesen

Dublin steckt voller Geschichten. An jeder Ecke findet sich Skurriles, Interessantes, Spannendes. Vergangenheit vermischt sich mit Gegenwart, Geschichte mit Legenden und all das wird garniert von Erzählungen, die spannender nicht sein könnten. Erzählungen, die dazu einladen, sie abends bei einem Guiness und den Klängen der Musik zu erzählen. Beim letzten Mal habe ich euch Molly Malone vorgestellt, die „Schöne mit dem Fisch“. Heute erzähle ich euch ein paar Geschichten zur Kathedrale St. Patricks, der größten Kirche Dublins und zudem dem religiösen Zentrum der Stadt. 

"Dublins Kathedralen und ihre Geschichten" weiterlesen

Das Mädchen mit Fisch – Wer ist Molly Malone?

Ich bin absolut begeistert – begeistert ob der wunderschönen Kirchen und Kathedralen, die Dublin und die Umgebung so zu bieten haben. Düster stapeln sich die grauen Steine in die Höhe, als wenn sie den bewölkten Himmel erreichen wollten. Und so umkreise ich eine davon in der Hoffnung, hinein gelangen zu können, doch die Menschen um mich herum haben so gar keinen Blick dafür. Etwas anderes zieht ihre Neugierde an; eine unscheinbare Bronzestatue, die genau vor der Kathedrale an der Ecke Grafton Street/Suffolk Street platziert worden ist. Nach und nach bildet sich eine Menschentraube um das schöne Mädchen mit dem Holzkarren und fast jeder möchte ein Foto mit ihr. Sie hat perfekte Gesichtszüge und trägt ein Kleid, dessen Ausschnitt selbst Madonna die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Als sich die Menschentraube löst, komme ich näher und lese das Bronzeschild am Boden: Molly Malone. Wer ist Molly Malone?

"Die Torte mit dem Karren – Spannendes und Kurioses in Dublin" weiterlesen

Kalt ist es am frühen Morgen, als ich den Bus im Stadtzentrum von Dublin verlasse und durch die Straßen streife. Dublin ist geschäftig an diesem Morgen; mit kleinen Köfferchen hinter sich und dampfenden Pappbechern in der Hand wechseln Pendler die Bahn, überqueren die Straßen. Doch siehe da – die ersten Pubs haben schon geöffnet…

"Dublin – Die Alte Bibliothek im Trinity College" weiterlesen