Malediven – Stippvisite auf Sun Island

Kategorien Asien, Malediven

War ich gestern noch unruhig und hibbelig, so hat sich heute auch bei mir diese konstante, enspannte Schläfrigkeit breit gemacht. Ja, ich glaube, ich könnte hier Tage damit verbringen zu schlafen, zu essen und ab und zu zu den Haien und Stachelrochen ins Meer zu gehen. Heute ist es schön windig und frisch und das Meer aufgewühlt durch die starke Brandung. Das Wasser ist so trüb, dass ich an Schnorcheln gar nicht zu denken brauche. Beim Frühstück flitzt ein kleines Chamäleon an mir vorbei, heute morgen ein kleiner Strandläufer. Nix los also… Entspannen auf der Liege. Den lauen Wind um die Ohren wehen lassen. So wird keine Story draus. Dafür gehts der Bloggerin gut. Thats it…

An der Farbe des Wassers kann man sich gar nicht satt sehen. Blau, türkis, babyblau, dunkel… es ist ein kleines Stück vom Paradies, das der liebe Gott hier vergessen hat.

Es hat schon was für sich, hier morgens aufzuwachen und auf ein „Guten Tag“ direkt ins Meer zu hüpfen. Aufpassen muss man dabei nur auf die vielen Stachelrochen, die wir gestern in ihrer vollen Pracht bewundern durften. Schlürfen, hatte ich irgendwo gelesen – nicht von oben ins Wasser treten, sondern immer nur mit den Füßen über den Boden schlürfen, das soll die Viecher vertreiben. Doch ob es auch die Haie vertreibt?

Habe ich auch den ersten Tag jeden Zentimeter meiner weißen Haut zu schützen versucht aus panischer Angst vor einem Sonnenbrand 2-ten Grades (Kasias einschlägige Erfahrungen könnt ihr hier nachlesen…), so gehe ich inzwischen viel entspannter ins Wasser. Nur nicht zu lange in der Sonne bleiben, das ist alles. Im Grunde ist die Strahlung hier auch nicht anders als auf Aruba.

 

Sun Island

Von der Holiday Island aus gibt es ein kostenloses Shuttle zur benachbarten Resortinsel Nalaguraidhoo, auch Sun Island genannt. Sie liegt, wie auch Dhiffushi, im südlichen Teil des Ari Atolls und ist circa 1,6 km lang und 440m breit (im Vergleich kommt unsere Holiday Island nur auf süße 700m auf 140m) und hat, anders als Dhiffushi, ein hauseigenes Riff. Dort residieren Adriano und Jasmin, unser deutsches Pärchen, welches wir am Flughafen in Colombo vor ein paar Tagen kennen gelernt haben. Wir verabreden uns zum Schnorcheln. Das hauseigene Riff liegt auf Sun Island quasi direkt vor der Haustür und viele Besucher nutzen das Shuttle und kommen für einen Tag von Dhiffushi herüber.

Adriano und Jasmin warten schon am Bootsanleger auf uns.

Auf der Insel spüren wir sogleich verstärkte Geschäftigkeit. Hier ist definitiv mehr los, es gibt Shops, Bars, Cafes, einen Pizzaservice und ein Shuttle, das den willigen Gast auf Wunsch zum Restaurant und wieder zurück bringt. Um die Distanzen zu überbrücken können für 5$ am Tag Fahrräder gemietet werden. Ich sehe aus dem Augenwinkel, wie Stefan sehnsüchtig das Shuttle beäugt.

Der Schnorchelspot befindet sich genau am Steg, gegenüber der Anlegestelle. Unter verwunderten Blicken der Umstehenden quetsche ich mich in mein schickes, schwarzes „Schnorcheldress“ (improvisiert, bestehend aus Funktionsoberteil und Leggins…) und tauche ein, voller Vorfreude auf Fische, Korallen und Wasser. Doch das Glücksgefühl, das ich noch von damals, von Bonaire kenne, will sich nicht einstellen. Ich schwebe über einem toten Korallenriff. Das, was die Leute haufenweise so begeistert umkreisen, mit Schnorchelbrillen und GoPros in der Hand, ist etwas, das früher einmal ein schönes Riff gewesen sein muss. Doch im Moment kann man hier live erleben, wie Korallenbleiche aussieht und was sie bedeutet. Da rannte ich vor dem Urlaub von Drogerie zu Drogerie auf der Suche nach der richtigen, biologisch abbaubaren Sonnenmilch, um die Riffe zu schützen und meinen Beitrag zum Schutz der Unterwasserwelt zu leisten… doch diese Rennerei hätte ich mir getrost sparen können, denn es ist vielerorts zu spät. Dieser Schnorchelspot macht mich traurig.

Es gibt ziemlich viele Fische, bunt und in allen Regenbogenfarben schillernd, doch man muss dazu sagen, dass die Fische immer wieder mit Küchenabfällen des Restaurants zugefüttert werden. Es gibt „Nemo“, Doktorfische, Muränen, die sich um den Steg tummeln; riesige, bunte Papageienfische knabbern vernehmlich an toten Skeletten dessen, was einmal Koralle gewesen ist. Wieder einmal muss ich an Bonaire denken und daran, wie dort alles lebte. Ja, ich vergleiche viel. Die kleine ABC-Insel hatte den Standard so hoch gesetzt, dass es für manche Destinationen sehr schwer sein wird, da heranzukommen.

Ich habe hier auf den Malediven sehr viele Traumbilder produziert. Das Wasser, die Lagunen, alles perfekt. Instagram-tauglich. Bilder zum Träumen. Doch das weit schönere Erlebnis hatte ich auf Bonaire.

Nach zwei Schnorcheleinheiten erkunden wir die Insel. Die Männer auf dem Fahrrad, Jasmin und ich zu Fuß. In etwa in der Mitte der Insel befinden sich Apartments und eine ziemlich große Grünanlage. Bananenstauden mit ihren riesigen Blättern lassen uns fühlen wie Robinson Cruise und an jeder Ecke lassen sich Affen und Elefanten vermuten. Fasziniert gehen wir durch den grünen Tunnel. „Hier in diesem Teil war ich auch noch nicht.“ Sagt Jasmin.

Die Insel baut einen Großteil der Nahrung für die Gäste selber an. Es gibt Obst, Gemüse, eigene Salate, und die Hühner im Gehege können davon ausgehen, eines schönen Tages in einem der Kochtöpfe zu landen.

Auch die Strände sind hier wunderschön… Seicht und klar das Wasser, der Blick wandert weit, die Farbe ist ein helles, sehr helles Blau. Ein Kommen und Gehen da am Steg, immer wieder werden die Koffer neuer Gäste auf die Insel gekarrt. Und als wir im Schatten sitzen, einen kühlen Gin in der Hand, denke ich, dass mir die Beschaulichkeit auf unserem kleinen Inselchen irgendwie doch ganz gut gefällt…

Die Getränke hier kann man sich aufs Zimmer schreiben lassen, da beide Resorts zusammen gehören. Immer wieder kommt jemand anders an unseren Tisch und fragt, ob wir noch was bräuchten. Ein kleines, zierliches maledivisches Mädel, das uns bedient, bleibt unentschlossen an unserem Tisch stehen. Fast verschwindet sie unter ihrem großen Kopftuch. Schüchtern fragt sie uns, ob wir noch was wollen (…nein…) und woher wir kommen (…Holiday Island?…). Von einer benachbarten Local Island dringt zu uns der Nachmittagsruf zum Gebet und erinnert uns daran: die Inseln sind muslimisch. Es ist Freitag.

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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