Asien, Katar

Katar – Ein angenehmes Land

Doha, Katar
7 September 2017

Auf dem Weg ins Hotel geraten wir an einen Taxifahrer, der allen Anschein nach völlig ahnungslos durch Doha tigert, denn er kennt weder das Plaza Inn noch sagt ihm der Straßenname etwas, unter dem es zu finden ist. Schließlich lotst uns ein zweiter, geschäftstüchtiger Taxifahrer in seinen Wagen. Doch losfahren können wir trotzdem nicht, denn die Taxis stehen hintereinander in einer Reihe und der Dummkopf vor uns blockiert nun die Straße. Auch die Gruppe katarischer Frauen steigt wieder aus seinem Taxi aus, auch da scheint er mit seinen Kenntnissen überfordert zu sein.

Nach einigem Hupen und ein paar eindeutigen Gesten in Richtung des Kollegen fährt unser Taxi endlich los. „So ein komischer Mann.“ Sagt der Fahrer zu uns. „Der will anscheinend kein Geld verdienen.“

Wir kommen mit dem Taxifahrer ins Gespräch. Das Geschäft habe nachgelassen, erzählt er uns, seit Katar von anderen Ländern aufgrund der Vorwürfe, Terroristen zu unterstützen, abgeschnitten wurde. Hier seien die Jahre vorher viel mehr Touristen gewesen, doch nun haben die Menschen anscheinend Angst, er wisse es nicht. Ratlos zucke der Mann mit den Schultern. Ich erkläre ihm, dass wir ohne die momentane politische Situation gar nicht in die Verlegenheit gekommen wären, hier zu sein, denn dann hätten wir einzig den Transitbereich des Flughafens von innen gesehen. Dadurch, dass die Flugfrequenz von täglich auf alle zwei Tage eingeschränkt wurde, sind wir nun hier. Doch wir versichern ihm, dass uns die Stadt gefällt und dass wir in jedem Falle wieder kommen wollen.
„Inschallah!“ Sagt er.

Die gepackten Koffer neben uns warten wir auf der Treppe vor dem Hotel. Stefan, weil er rauchen kann und ich, weil ich bereits endgültig begonnen habe, in den stark klimatisierten Räumen hier zu frieren. Der spärliche, nächtliche Verkehr zieht an uns vorbei, die Hochhäuser erheben sich in den nächtlichen Himmel. Immer wieder verlangsamt ein türkisfarbenes Taxi seine Fahrt oder hupt einmal kurz; nach einem Kopfschütteln verschwindet das fragend aus dem Fenster schauende Gesicht wieder im Innern seines Fahrzeugs und dieses braust wieder davon.

Dann ist unser Transfer da, die Koffer werden eingepackt, der Kleinbus fährt uns aus dem Stadtzentrum heraus und zum Flughafen hin. Wieder zieht die erleuchtete Stadt an uns vorbei, die wenigen, verdunkelten Autos, in denen Menschen in langen Gewändern sitzen, türkisene Taxis, aufgerissene Straßen, die eine einzige Baustelle sind, Baukräne. Wir sehen wieder die farbigen Laternensäulen, die den Weg in – und aus der Stadt säumen, passieren Straßenschilder, die „Achtung, Fußgänger queren!“ aussagen und auf denen ein stilisiertes, laufendes Männchen im langen Gewand zu sehen ist. Ich muss schmunzeln: Wir haben in Europa unsere Strichmännchen, die Kataris ihre Gewandeten Männchen.

Als wir vor dem Flughafengebäude halten, zieht unsere Zeit hier an meinem geistigen Augen nochmal vorbei, die ersten Momente, in denen wir vor dem Flughafengebäude standen und die Luft, eine Mischung aus Hitze und Dampfbad, unerwartet und wellenartig auf uns zugerollt kam, um uns sogleich in Empfang zu nehmen. Ich denke daran, wie angenehm einfach die Ankunft gewesen ist, denn obwohl wir mitten in der Nacht in Doha gelandet sind, war der Flughafen keineswegs verwaist – an jeder Ecke stand jemand bereit, die Gäste zu empfangen und wir wurden keinen Augenblick lang mit unseren Anliegen alleine gelassen. Ja, die Kataris verstehen es, einen so zu empfangen, dass man sich als Besucher sofort wohl zu fühlen beginnt.

Ein angenehmes Land.

„Schau mal durchs Fenster!“ Sagt Stefan irgendwann zu mir. Es ist früh am Morgen; vorsichtig öffne ich die Klappe des ovalen Flugzeugfensters. Ein kraftvoll rot-orangener Streifen am dunklen Himmel teilt die Welt da draußen in zwei Hälften und kündigt den baldigen Tagesanbruch an. Wir haben den Arabischen Golf längst wieder verlassen und überfliegen nun Afrika.

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kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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