Schaut hoch und staunet, denn sie ist endlich da – die Bonner Kirschblüte

Kategorien Deutschland, Europa, Nordrhein-Westfalen

„Wunderschön, nicht wahr?“ Sagt die blonde Frau, die kurz auf ihrem Rad anhält, um den Anblick zu fotografieren. „Da bin ich extra nach Japan gereist und wusste nicht, dass es bei uns etwas so Schönes gibt!“ Ich schmunzele und muss an die junge Japanerin denken, die in ihrem rosa bedruckten Kimono vor den rosa überladenen Blütenzweigen posierte. Japaner reisen zu uns nach Deutschland, um die Bonner Kirschblüte zu sehen…

Ja, um die jährliche rosa blühende Pracht in der Bonner Altstadt ist inzwischen ein regelrechter Hype entstanden. Längst kein Geheimtipp mehr, lockt sie Besucher aus aller Welt: sie alle stehen bewundernd mit ihren Smartphones da, ich höre Sprachen aller Herren Länder um mich herum. Die Gesichter strahlen, die Augen sind groß, fast alle lächeln und während ich durch den rosafarbenen Blütentunnel laufe, den die Bäume inmitten der alten Villen und Fassaden gebildet haben, habe auch ich ein Lächeln im Gesicht.

Und dabei wäre es fast nicht die Kirschblüte geworden, denn als Bonner Stadtteile in den 80er Jahren saniert wurden, gab es zunächst die Überlegung, stattdessen Mandelblütenbäume zu pflanzen.

Bis vor wenigen Jahren wurde zur Zeit der Kirschblüte ein Fest ausgerichtet, das irgendwann sogar über die Grenzen hinaus bekannt wurde. Vor allem japanische Besucher sind große Fans der rosaroten Pracht; bereits 2015 stiegen die Übernachtungszahlen japanischer Besucher um über 80 Prozent. Der Besucherandrang aus dem Inn- und Ausland wurde schließlich so groß, dass sich Anwohner der Stadt beschwerten. Aus diesem Grund findet seit 2017 kein Kirschblütenfest mehr statt.

Die ortsansässigen Autofahrer kennen das Spektakel schon und versuchen vorsichtig und im Schritttempo zu ihrem Recht zu kommen, die eigentlich reguläre Verkehrsstraße benutzen zu dürfen, denn die Menschen sehen mit ihren entzücktem Blick und den erhobenen Köpfen oft gar nichts anderes mehr. Doch der Autofahrer ist verständnisvoll. Es ist Kirschblütensaison.

Zugegeben, am Anfang habe ich mich geärgert. Geärgert über all die Unwissenden und Unverständigen, die zu diesem Anlass ausgerechnet in grell-roter und neon-orangener Kleidung in die Altstadt gekommen waren und mir als leuchtender Farbflecke inmitten vom zarten Rosa das Bild versauen. Wie – bitteschön – passt Orange zu rosa Kirschblüten? Da zieht man doch etwas dezentes an, etwas… ah, egal.

Doch es lohnt sich, weiter zu gehen. Da viele im ersten Straßenabschnitt stehen bleiben, ihre Bilder machen und dann wieder umkehren, ist es tatsächlich sehr angenehm, den gesamten Abschnitt entlang zu schlendern, mit etwas Glück hat man dann im hinteren Teil der Altstadt hat man dann die Straßen fast für sich alleine.

Ich laufe die Straße der Altstadt hinunter und wieder zurück, und nachdem ich mich satt gesehen und auch meine Bilder gemacht habe, bleibe ich am Eingang zur Altstadt stehen, an einen Pfeiler gelehnt, und beobachte die Menschen bei ihrem Staunen. Und genau das ist der Moment, in dem sich auch in mein Gesicht ein leises Lächeln stiehlt…

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