Afrika, Äthiopien, Dschibuti

Äthiopien, Dschibuti – mein Reiseverlauf

Noch nie war ich wohl vor einer Reise so aufgeregt wie vor dieser. Obwohl… doch, vielleicht damals, als ich mich unerwartet alleine in Nepal wiederfand. Doch das hier ist noch eine Nummer größer, denn es handelt sich um Gebiete, in denen es… nun, sagen wir: ein wenig krieselt. Glücklicherweise werde ich nicht alleine sein, denn die „Gruppenreise mit Expeditionscharakter“ wird von erfahrenen Guides angeführt.

Nichtsdestotrotz kann alles passieren – oder es kann auch laufen wie geplant. Das weiß vorher niemand und ich muss sagen, so eine abenteuerliche Reise in Gebiete, in die sonst keiner einfach so reist, hatte ich bisher noch nie. So leicht geht mein Hintern schon auf Grundeis 😉

 

Der Reiseplan

Tag 1 – 20.12.2020
Flug von Frankfurt nach Addis Abeba, Äthiopien

Der erste Teil der Reise geht entspannt vonstatten. Am 20 Dezember fliege ich von Frankfurt nach Addis Abeba, Äthiopien mit Transit in Istanbul. Übernachtet wird am Abend in einem Hotel in Addis Abeba.


 

Tag 2 – 21.12.2020
Awash Nationalpark

Wir fahren mit dem Jeep in die Oromo-Region. Das sind die Gebiete, in denen es laut den Informationen des Auswärtigen Amtes Unruhen gegeben haben soll. Zwischenstopp ist der Beseka-See, doch das Ziel ist der Awash-Nationalpark.

Der Awash Nationalpark ist für seine Wasserfälle berühmt, des weiteren kann man dort Antilopen und Paviane sehen. Gut, Paviane sind jetzt nicht so der Hit, und Antilopen zu beobachten hatte ich reichlich Gelegenheit in Namibia, doch ich bin auf die Landschaft gespannt und in den Flüssen soll es von Krokodilen nur so wimmeln. Wir übernachten in einer Lodge nahe der Wasserfälle.


 

Tag 3 – 22.12.2020
Harar und die Hyänen-Männer

Tags darauf geht die Reise nach Harar, einer islamisch geprägten Stadt im Norden des sonst größtenteils christlichen Äthiopiens. Hier darf ein Highlight natürlich nicht fehlen: die Hyänenfütterung. Die sogenannten „Hyänenmänner“ haben im Laufe der Jahrzehnte eine Art Zweckgemeinschaft mit den Hyänen geschlossen, die nahe der Stadt leben.

Die klugen Räuber kommen jeden Abend in die Stadt und lassen sich von Hand mit Kamelfleisch füttern. Inzwischen hat sich das Ganze zu einer Touristenattraktion entwickelt und die Männer lassen sich immer wieder was neues einfallen, um die Zuschauer zu beeindrucken. Zum Beispiel die Fütterung „von Mund zu Maul“, bei der das Kamelfleisch an langen Stöcken hängt, die die Männer zwischen ihren Zähnen halten.

Die Hyänen sind (hoffentlich) klug genug, um das Gesicht desjenigen, der den Stock im Mund hält, nicht gleich mit abzubeißen. Wer sich traut, kann selbst versuchen, die Hyäne auf diese Weise zu füttern. Und tatsächlich, viele Touristen wagen es und werden belohnt mit den Bildern ihres Lebens. Doch ich konnte neulich in einer Natursendung dabei zusehen, wie Hyänen einen Büffel innerhalb von kürzester Zeit mit ihren kräftigen Kiefern quasi filetierten. Ihr könnt euch vorstellen, wie mir danach die Lust vergangen ist. Beiße nicht die Hand (den Kopf?) ab, die dich füttert, dieser Spruch bekommt damit eine recht neue, gefährliche Bedeutung.

Die Gruppe übernachtet dann in Harar und am nächsten Morgen ist Zeit, sich die Stadt anzuschauen.


 

Tag 4 – 23.12.2020
Die Altstadt von Harar, die Märkte von Dire Dawa

Die Altstadt von Harar ist UNESCO-geschützt. Sie ist geprägt von Moscheen und Märkten und sicher ein einmaliges Erlebnis, auf das ich mich schon sehr freue. Es soll hier rund 99 Moscheen geben, doch Muslime und Christen leben friedlich nebeneinander. Aus diesem Grund bekam die Stadt von der UNESCO den „Cities-forPeace-Preis“ verliehen (Quelle: äthiopien.de). Sie ist den Muslimen die viertheiligste Stadt nach Mekka, Medina und Jerusalem.

Dann fahren wir in die rund zwei Stunden entfernte Stadt Dire Dawa im Osten Äthiopiens. Hier befindet sich der größte Markt des Landes. Die Stadt wurde erst 1900 als Eisenbahnstation gegründet. Wir übernachten in Dire Dawa, bevor es am nächsten Tag in Richtung Grenzübergang geht.


 

Tag 5 – 24.12.2020
Auf dem Landweg über die Grenze zu Dschibuti

Es ist Heiligabend, das darf an dieser Stelle nicht vergessen werden. Doch mein Abenteuer wird sowas von unweihnachtlich sein. Denn heute passieren wir Dewele, den Grenzübergang zu Dschibuti. Es wird eine längere Fahrt von rund 400 km werden, für die wir vermutlich 7-8 Stunden brauchen. Oder länger, je nach Straßenverhältnissen und allgemeinen Lage. Denn die Grenzübergänge sind prekär und das Auswärtige Amt rät dazu, die Strecke lieber per Inlandflug zurückzulegen.

Wir übernachten in Tadjoura am Roten Meer.


 

Tag 6 – 25.12.2020
Begegnung mit Afar-Nomaden, Schnorcheln im Roten Meer

Der erste Weihnachtstag. Während sich meine Lieben zu Hause den Bauch mit den übrig gebliebenen Süßigkeiten und reichhaltigem Essen vollschlagen, wird sich unsere Gruppe zu den Afar in die Goda Berge begeben. Dank der Quelle von Bankouale und der Wasservorkommen ist dieser bergige Abschnitt wie eine grüne Oase in den ansonsten von Wüstenlandschaften geprägten Regionen. Laut der Reisebeschreibung werden wir die hier lebenden Afar-Nomaden treffen.

Am Nachmittag ist Zeit für eine Runde Schnorcheln im Roten Meer. Die Gebiete um Dschibuti sind ein Geheimtipp für Taucher, die Unterwasserwelt soll grandios sein. Also, Schnorchelanzug nicht vergessen!


 

Tag 7 – 26.12.2020
Besteigung des Ardoukoba-Vulkans, Fahrt zum Assal-See

Weihnachten ist schon fast rum. Heute besuchen sich Familien und gehen gemeinsam essen. So zumindest in Deutschland. In Dschibuti steigt Kasia auf einen Vulkan. Vom recht jungen Vulkan Ardoukoba haben wir einen Ausblick auf den tiefsten Punkt Afrikas. Die Landschaft ist voller Erdspalten und Hügel.

Nach diesem Erlebnis geht es zum salzhaltigen Assal-See, wo man auf der Wasseroberfläche floaten kann. Die Landschaft zieren Kalkstein-Kamine und den Bildern nach sieht alles sehr unwirklich aus. Es wird faszinierend sein, selbst dort zu stehen.

Am Abbe-See übernachten wir in einem Nomadenzelt der Afar-Nomaden.


 

Tag 8 – 27.12.2020
Grenzüberquerung, zurück nach Äthiopien

Weihnachten ist vorbei und auch unsere Zeit in Dschibuti geht am heutigen Tag zu ende. An diesem Morgen lautet die Empfehlung: früh aufstehen und den Sonnenaufgang am Abbe-See bewundern. Hier leben große Schwärme an Flamingos, die einem dann hoffentlich vor die Linse kommen.

Und zack – zusammenpacken und ab in den Jeep. Der Grenzübergang Galafi führt uns zurück nach Äthiopien. Doch der spannendste Punkt der Reise, die Danakil-Wüste, liegt erst noch vor uns.

Wir übernachten in Semera, Hauptstadt der Afar-Region.


 

Tag 9 – 28.12.2020
Afrera-See und die heißen Quellen von Dubti

Diese Gebiete der Afar dürfen nur mit einer Sondergenehmigung bereist werden. Diese muss bei der Regionalverwaltung eingeholt werden.

Südlich von Semera befinden sich die heißen Quellen von Dubti. Ob die Zeit reicht für ein kleines Bad?

Denn gleich danach fahren wir in die Danakil Senke, die 135 m unter dem Meeresspiegel liegt. Das hier ist die vulkanisch aktivste Gegend der Erde. Hoffen wir mal, dass die Vulkane während unserer Reisezeit auch alle schön still halten.

Größere Strecken unserer Tour fahren wir offroad. Unser Ziel ist der salzhaltige Afrera See an der Grenze zu Eritrea. Es ist eine der Ecken, vor der das Auswärtige Amt warnt. Zudem befinden sich über 200 heiße Quellen in dieser Gegend. Und da wir hier am See unser Zelt aufschlagen, lässt sich am Abend schön im See oder einem der heißen Quellen baden. Zeit wäre dann ja genug…


 

Tag 10 – 29.12.2020
Besteigung des Erta-Ale Vulkans

Und die Entspannung am Vorabend ist auch dringend nötig, den heute steigen wir auf einen der aktivsten Vulkane hinauf, den Erta-Ale. Doch der Aufstieg muss erst einmal von den Afar-Nomaden genehmigt werden, zu diesem Zweck begeben wir uns zum Ort Dodom. Das ist eines der Vorteile einer geführten Reise, man kommt in Gebiete, die man alleine vermutlich nie erreicht hätte. Hier ist es nicht erlaubt, einfach mal so mit Rucksack und guter Laune herum zu wandern. Und mal ehrlich, willst du als Backpacker alleine mit den Afar verhandeln? Ich wollte das nicht…

Der Erta Ale ist zwar „nur“ zweihundert Meter hoch, doch zweihundert Meter bei 50 Grad im Schatten sind schon eine Herausforderung. Gute Kondition vorausgesetzt. Wer nicht mehr kann, kann sich auch per Kamel hochbringen lassen. Doch so schlimm wird es vielleicht nicht werden, denn der Aufstieg ist für den späten Nachmittag angesetzt. Hoffen wir, dass die Sonne dann nicht mehr ganz so heiß brät…

Nachdem wir oben sind, steigen wir ein Stück in Richtung Krater hinab. Hier betrachten wir die brodelnde Lava. Das wird… boah, das wird einmalig sein. Wir werden verschwitzt sein, aber glücklich. Hier oben auf dem Vulkan übernachten wir auch. Theoretisch kann ich also die ganze Nacht aufbleiben und der Lava beim Glühen zusehen.


 

Tag 11 – 30.12.2020
Die Salzsiedlung Assobole

Wir steigen vom Vulkan Erta Ale ab und frühstücken unten im Basislager. Wir fahren heute nach Assobole, einer kleinen Siedlung, in die es Menschen vor allem auf der Suche nach Arbeit im Salzabbau verschlägt. Als ich diese Station im Reiseverlauf sehe, denke ich nur: nein. Wir fahren da nicht hin. Dieses kleine Kaff, genau an der Grenze zu Eritrea.

Tja. Trotzdem gebucht. Wir fahren da also hin. Wieder offroad. In Assobole übernachten wir im Zelt.

 

Tag 12 – 31.12.2020
Die Schwefelterrassen der Danakil-Senke

Es ist der heißeste Ort der Erde. Heute ist der Tag vor Silvester und wir nähern uns einem weiteren Highlight dieser Reise: den berühmten Schwefelterrassen der Danakil-Wüste. Gelb und grün erstrecken sie sich, soweit das Auge reicht und bilden den wohl unwirklichsten Ort der Erde. Es riecht nach Schwefel, als stünde man in der Höhle vor dem Leibhaftigen selbst. So ähnlich stellt sich das zumindest meine lebhafte Fantasie vor. Hier werden wir die Salzstemmer beim Salzabbau beobachten. Die Menschen verschlägt es an die unmöglichsten Orte…

Unsere Übernachtung ist wieder in einem Hotel in Mekele.


Tag 13 – 01.01.2021
Rückflug nach Addis Abeba, Rückflug nach Frankfurt

Das neue Jahr ruft. Happy new year. Wenn ich den Trip bis dahin überstanden habe, wenn mich keiner entführt oder geköpft hat, dann wird dieser eher entspannter Tag dazu dienen, über die Märkte zu stöbern. Der Innlandsflug nach Addis Abeba geht am Nachmittag. Addis Abeba, wo alles begann…

In Addis Abeba gibt es für uns ein paar Stunden Ruhe in einem Tageszimmer, das ich glücklicher Weise für mich alleine haben werde… Und am Abend werden wir von der Reiseleitung in den Flieger nach Frankfurt gesetzt, wieder mit Umsteigen in Istanbul.

Ich glaube, nicht einmal beim Schreiben dieses Artikels ist mir wirklich bewusst geworden, worauf ich mich einlasse. Erst ganz am Schluss, als ich dabei bin, die Karten einzubetten, bekomme ich vor Augen geführt, wo ich mich da eigentlich herumtreiben werde. Diese Reise ist nicht ohne, denn wir werden unsichere Grenzgebiete befahren. Angst, gepaart mit wilder Aufregung. Und dem Vertrauen, dass alles gut wird. Wenn es das wird – und das wird es – dann wird diese Reise unvergesslich.

Hier ein Bericht von Travelbook.de, der ganz gut zusammenfasst, was mich vor Ort erwartet.

Update 23.04.2020: Die Reiseplanung entstand vor dem Ausbruch von Corona. Selbst als ich diesen Beitrag schrieb und plante, zeichneten sich die weltweiten Auswirkungen dieser Pandemie noch nicht in einem derartigen Ausmaß an, wie es momentan der Fall ist. Die Reise soll in Dezember 2020 stattfinden, doch was aus dieser Planung wird, das steht zur Zeit in den Sternen.

kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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