Asien, Georgien

Kutaissi – Sightseeing, Sonnenaufgang über der Stadt

Zu früh rötet sich der Himmel über Kutaissi. Doch trotz der gestrigen späten Stunde fühle ich mich erstaunlich fit. Gegen vier am morgen hiesiger Zeit lege ich erst meinen Kopf auf das Kissen und schließe die Augen. Zu frisch sind die Eindrücke, zu unsortiert die Gedanken. Erst als ich schlafe, ordnet sich das Chaos und gibt den Blick frei, um wieder nach vorne zu schauen.

Schnell und leise sprinte ich nach draußen, um meine Zimmergenossin Gosia nicht zu wecken. Doch die Sorge ist unbegründet, das Kind schläft tief und fest. Draußen begrüßt mich ein zarter Sonnenaufgang. Dunkel und rauchig grau die Berge, und aus diesem Grau schält sich langsam die Stadt heraus. In den Fenstern von Kutaissi leuchten vereinzelt lichter, doch in Wahrheit schläft die Welt da draußen noch. Kurz bleibe ich auf dem Balkon stehen und nehme das Bild in mich auf. Ich bin in Georgien, und das dort hinten, was sich wie Schatten über den Horizont zieht, ist der Kleine Kaukasus.

Beruhigt lege ich mich wieder schlafen.

 

Kutaissi

Das Kind ist gar nicht so leicht zu wecken. Das Kind schläft weiter, selbst als ihm die Sonne ins zarte Gesicht scheint. Gut, wir haben alle gestern etwas zu tief ins Glas geschaut. Es gab georgischen Wein, es gab diesen grandiosen, klaren Weinbrand, Chacha genannt. Es gab leckeres, hausgemachtes Essen. Man, hatten wir es gut.

Um neun wartet das Frühstück auf uns. Ich nehme mir fest vor, an diesem Morgen nichts weiter zu essen. Doch vornehmen kann ich mir viel. Wenn ich mir so viel vornehme, werde ich noch vornehm…

Um gleich auf den Punkt zu kommen, schon bei den ersten, frisch gebackenen Chatschapuri (die kleinen, mit Käse gefüllten Brotfladen) kapituliere ich. Auch beim hausgemachten Weichkäse und eingelegten Feigen. Nein, ich schaffe es nicht, alles zu probieren. Denn der Tisch biegt sich, und immer wieder werden leere Teller gegen volle ausgetauscht. Widerstand zwecklos, doch…

„Das ist Georgien.“ Sagt Tomek und erklärt uns: „Die Teller dürfen nie leer werden.“ Gelackmeiert der arme, brave Tourist, der versucht, aus Anstand alles aufzuessen…

Heute ist Sightseeing auf dem Programm. Grinsend betrachte ich unsere lustige Truppe. Es werden Kappen rausgeholt, Sonnenbrillen aufgezogen, kurze Männerhosen zum Besten gegeben. Wir vereinen wohl alle touristischen Klischees, die es so auf der Welt gibt. So ausgerüstet ziehen wir im Gänsemarsch los.

Unser Hotel ist auf einem Hügel gelegen. Bereits unser gestriger Fahrer hatte leichte Probleme, mit seinem langen Limousinenfahrzeug die engen, steilwinkligen Gassen hinauf zu kommen (bei der Gelegenheit lernten wir ein wenig über den georgischen Fahrstil, aber das ist eine andere Geschichte…).

Der Vorteil dieser Lage ist aber eindeutig. Es ist dieser traumhafte Blick über die in der Kolchischen Tiefebene gelegene Stadt. Und der kühle Wind, der uns über die Köpfe streicht. Nicht zu vergessen die ausladende Terrasse, in deren Schatten sich ein Tisch und gemütliche Sessel befinden und die einen ausschweifenden Blick über den Fluss Rioni und über die Häuser der Stadt erlaubt. Und auf der wir noch den einen oder anderen schönen Abend verbringen werden.

Nun staksen wir eben jene enge Gassen wieder herunter. Die Jugendlichen gehen schnellen Schrittes vorneweg, während mein Onkel und ich die neuen Eindrücke fotografisch festzuhalten versuchen. Doch im Grunde… im Grunde geht Tomek vorneweg und lotst uns durch die Straßen der Stadt, denn vor allem das Überqueren einer solchen erfordert hier ganz andere Fähigkeiten als unsereins es gewohnt ist. Zum Beispiel eine gute Portion Mut, kühlen Kopf und die richtige Einschätzung, den Blick für den passenden Moment. Irgendwann haben wir alle die große Kreuzung überlebt und befinden uns – Schwupps! in der Stadt.

 

Kutaissis Altstadt

In der Stadt wird Geld gewechselt. Ein wenig unwohl ist mir schon damit, jedem zu zeigen, wo mein Geldbeutel steckt, doch das scheint kein Problem zu sein. Der Wechselkurs ist fair, und man kann sowohl Euronen als auch amerikanische Dollar umtauschen. Für einen Euro bekommt man aktuell 3,67 Georgische Lari, aber natürlich kommt davon noch der Abschlag für die Wechselstube weg.

Die Frauen vor uns brauchen scheinbar ewig und schon wollen wir die Geldtauscherei verschieben, doch… „Das ist die Georgian-maybe-time.“ Sagt Tomek. Schließlich bekommen wir unser Geld getauscht und ziehen, wieder im touristischen Gänsemarsch, auf den Markt in der Altstadt von Kutaissi.

Noch etwas bezüglich der Altstadt. Kutaissi als solche ist eine sehr alte Stadt; bereits in der Antike wird sie erwähnt als Kutaia, Hauptstadt der Kolchis-Region. Doch die heutigen Gebäude an sind verhältnismäßig neu. Was an den Erdbeben liegt, die diese Region häufig erschüttern. „Irgendwelche alten Kathedralen außerhalb haben sich vielleicht erhalten. Doch hier in Kutaissi wird alle paar Jahre alles ‚aufgeräumt'“

Wir erfahren auch einiges über die noch immer sehr gegenwärtige Stalin-Verehrung. „Ich weiß nicht, ob euch das bewusst ist, doch Stalin war ein Georgier.“ Erklärt uns Tomek. „Er ist für die Menschen hier einfach einer der ihren, der sehr viel erreicht hat und einer der mächtigsten Männer der Welt wurde. Auch wenn er viele ermorden ließ, sogar viele seiner eigenen Landsleute. Doch die Verehrung für ihn reißt nicht ab. Vor allem bei der älteren Bevölkerung. Oder wäre es in Deutschland möglich, dass es für Hitler ein eigenes Museum gibt?“ Ein Museum vielleicht, aber sicher nicht im Kontext einer Verehrung. „Doch manche haben ihre eigenen Museen.“ Antworte ich. Und füge hinzu: „In ihren eigenen vier Wänden…“

Langsam schlendern wir durch den heimischen Markt. Die Wärme der Luft wird gemildert durch den stellenweise starken Wind, der Staub von der Straße und Sand aufwirbelt und uns in die Augen schleudert. Wüstensturm, denke ich bei mir. Erst später merke ich, dass es um die 38 Grad hat.

Verkauft wird so ziemlich alles, was man sich auf so einem östlichen Markt mitten in der Stadt vorstellen kann. Nein, keine Ziegen und Schafe und auch kein lebendiges Getier, doch von Kleidung über Essbares bis hin zu dünnen Kerzen aus Bienenwachs, mit welchen man sich in einer Kirche seiner Wahl den Seelenfrieden erkauft. Ikonen von Heiligen, Bilder, Bücher. Eine alte Frau verkauft ein Fleischgewürz, in kleine Haushaltstüten eingewickelt. Bei einer Sammlung von Kühlschrankmagneten bleibt meine Touristenmeute fasziniert stehen.

Um ein paar Mitbringsel reicher schleichen wir weiter. Ein großer Platz (der in Wirklichkeit ein Kreisel ist). Eine Fontäne, die Colchis Fountain. Ein Hund, ein gelber Streuner, der uns eine zeit lang folgt in der offensichtlichen Hoffnung, adoptiert zu werden.

 

Bier im Kutaissi-Park („sind wir Obdachlose??“)

Ein schattiger Park mit Palmen.

Bezüglich eben jenes Parks mit Palmen hat mein Onkel eine unorthodoxe Idee. „Kommt, wir kaufen uns jeder ein Bier und setzen uns damit in den Park.“ Damit tretet er den Sturm der Entrüstung seitens seiner Kinder los.

Die Kinder – die keine mehr sind – sind schockiert. Unter den „das macht man doch nicht“ „wir sind keine Obdachlosen“ „wieso gehen wir nicht in ein lokal wie normale Leute“ – Rufen fällt es uns nicht einfach, eine Wahl zu treffen. Schließlich verlassen wir den Laden mit kaltem Bierflaschen in den Händen und schlendern damit in Richtung Parkanlage. Unsere Jugend ist entrüstet. Nach weiteren Vorbehalten seilt sie sich von uns ab.

Haben sich etwa, frage ich mich beiläufig, die Rollen vertauscht? Wer erzieht hier wen…

Der Rioni-Fluss, drittgrößter Fluss des Landes, weist eine charakteristisch bläuliche Färbung auf
Die „Weiße Brücke“.
Eine der schattigen Gassen von Kutaissi

Das verbotene Bier ist köstlich. Und weder kassieren uns die Cops ein noch werden wir schief angeblickt. Denn in Wahrheit ist der Park fast leer. An einer Mauer gelehnt blicken wir hinunter zum hellblauen, mineralhaltigen Rioni-Fluss mit seiner Weißen Brücke. In der Nähe befindet sich ein botanischer Garten und eine Seilbahn, die uns auf Wunsch zurück, hinauf zum Hotel bringen könnte. Doch diesen Wunsch haben wir nicht. „Die sehen so geflickt aus.“ Sage ich zu meinem Onkel mit Blick auf die Seilbahnwagons. „Würdest du da einsteigen?“

„Nein!“ Sagt dieser wie aus der Pistole geschossen. „Die sieht ja aus, als wenn sie bald auseinander fällt.“

Wir genießen den schönen Moment und machen uns über unsere spießige Jugend lustig.

Schon bald, nämlich am Nachmittag, sind alle Unstimmigkeiten vergessen und der Gänsemarsch-Trupp macht sich auf zum Hotel. Dem faulen Nachmittag steht nichts mehr im Wege. In Kutaissi selbst ist alles sehenswerte angesehen , den wenn wir ehrlich sind, wirklich viel hat die Stadt nicht zu bieten. Die Prometheus-Höhlen liegen außerhalb der Stadt und die Marschrutkas, die günstigen Sammeltaxis, die uns hätten hinbringen können, fahren aufgrund von COVID nicht.

So verbleiben wir in einem ziemlich leckeren Restaurant, wo uns Tomek beibringt, wie Chinkali, die großen, georgischen, mit Rosol (Hühnersuppe) gefüllten Teigtaschen, richtig gegessen werden. Der Trick ist es dabei, die Teigtasche hochzuheben, den Teigeutel anzubeißen und im richtigen Moment die Suppe auszuschlürfen. Der arme Tropf, der das Gericht nicht kennt, saut sich vermutlich ein.

Die Hitze bin der ganzen Stadt steigt an. Mein inoffizielles Thermometer zeigt inzwischen 38 Grad an. Der „36 Grad und es wird noch heißer“ Song kommt mir vor wie ein lauer Witz.

Einstimmig und im Gänsemarsch nehmen wir den Weg zurück zum Hotel. Einstimmig verschlafen wir die größte Hitze beziehungsweise chillen gemütlich vor uns hin. Nach der himmlischen Dusche sitze ich auf dem Bett und schaue einfach nur die Wand an, erstaunt und gleichzeitig froh, wie leicht es mir das “ Kind“ macht, mich wohl zu fühlen. Sie ist in ihr Smartphone vertieft, sagt gar nichts, versucht nicht, eine künstlich herbeigeführte Unterhaltung zu beginnen. Und ich bin froh, meinen Gedanken nachzugehen. Diese herrliche Stille.

 

Die Bagrati-Kathedrale

Am Abend wackeln wir hoch zur Bagrati-Kathedrale. Zwei Frauen am Eingang hoffen, von den Besuchern ein paar Lari abgreifen zu können, doch hoffen kann man immer, denn inzwischen kennen die Leute wohl den Trick. Es soll der Eindruck eines Eintrittsgeldes vermittelt werden. Ich bleibe leicht hinter meiner Gruppe und komme so als letzte rein. Die Damen gehen mich auf russisch an, als ich nichts bezahle. Wie gut, dass ich weiß, dass georgische Kirchen keinen Eintritt kosten. Und wie gut, dass ich kein russisch verstehe.

Die Kathedrale liegt auf einem Hügel über dem Fluss Rioni. Sie wurde Anfang des 11 Jahrhunderts erbaut. Im 17 Jahrhundert wurde sie von den Osmanen gesprengt und stand lange als Ruine da. Erst zur Mitte des 20 Jahrhunderts wurde sie umfangreich restauriert, und 1994 auf die UNESCO-Weltkulturerbeliste gesetzt.

In der Kathedrale selbst verweilen wir nur kurz. Von außen ist sie schöner als von innen und den schönsten Blick auf sie hat man von einer steilen Mauer aus, auf die wir nacheinander klettern. Anschließend staksen wir einheitlich im Gänsemarsch wieder zurück in die Stadt.

Unterwegs wundern wir uns. Die Männer darüber, was ich so alltägliches fotografiere und spannend finde; ein altes Tor, kunstvoll wirkend, doch, wie sich herausstellt, von der Stange noch zur Zeit der Sowjetunion produziert. Oder ein paar Weinreben über der Stadt. Mein Onkel fotografiert leidenschaftlich jede Palme, die ihm über den Weg läuft. Und dann bleiben die Männer fasziniert vor einem Fahrzeug stehen, dem ein zartes Pflänzchen aus der Kühlhaube wächst. Ich staune meinerseits über ihr Staunen. Und die Kinder staunen wohl über uns alle.

 

Kutaissi by night

Die Stadt am Abend hat seinen Zauber. Die Bauten sind beleuchtet, die Brücken sind beleuchtet, all der Urat und schmutz des Tages, all die Unvollkommenheiten, die zerschlissenen Bauten verschwinden in der Dunkelheit, werden verdeckt von weichem Licht der Nacht. Beleuchtet wird nur, was gezeigt werden soll und die ganze Stadt, die wir bereits tagsüber gesehen haben, bekommt am Abend etwas magisches.

Wir kreisen durch die magische Stadt. Stranden in Parks, überqueren Straßen. Eine Straße in Georgien zu überqueren ist an sich Abenteuer pur. Hier mein kleiner Guide: „How to cross the street – in Georgien“.

Regel Nr. eins: Denk nicht, wenn sie dich gesehen haben, dass sie dann auch anhalten.
Regel Nr. zwei: Denk nicht, dass sie anhalten, nur weil du dich auf einem Zebrastreifen befindest.
Regel Nr. drei: Setze vorsichtig einen Fuß vor den anderen und achte dabei auf die Zeichen der Fahrer. Wenn sie dich vorbei lassen wollen, werden sie den Warnblinker setzen und stehen bleiben.
Regel Nr. vier: Fahrer grüßen sich mit einem kurzen Huplaut.
Regel Nr. fünf: Die Zebrastreifen in Kutaissi haben Gänseblümchen.

Gut, die letzte Regel ist mehr ein Fun-Fact am Rande.

Zudem noch ein paar weitergehende Beobachtungen: die Bordsteine hierzulande sind fast überall messerscharf, kantig und extrem hoch. Oft befindet sich zwischen Bordstein und Bordsteinkante gar eine Rinne oder ein kleiner, schmaler Graben. Wenn sich da ein Auto hin verirrt, ist es vorbei. Mit dem Auto, meine ich. Oder zumindest mit dem Unterboden. Dafür aber sind die Bordsteine frei von wild parkenden Fahrzeugen…

 

Dies und das

Corona.

Wie bei uns, so sind auch in Georgien COVID-Maßnahmen allgemeinen präsent. Was anderes ist aber der Umgang mit selbigen. Während am Flughafen und in Geschäften das Tragen von Masken noch einigermaßen beachtet wird, so bin ich in Hotels und Restaurants oft die einzige, die mit deutscher Konsequenz ihren Mundschutz aufsetzt. Die Georgier nehmen das ganze, wie mir scheint, nicht wirklich für voll. Entsprechend hoch sind auch die hiesigen Infektionszahlen.

Genauer werden dafür die Damen auf korrekte Bekleidung kontrolliert, wenn sie eine Kirche betreten wollen, denn die Pandemie vergeht, doch das Seelenheil dauert ewig. Will man in Georgien eine Kirche besuchen, so sind für Frauen ein Kopftuch und ein langer Rock obligatorisch. Eventuell wird frau freundlich darauf hingewiesen, wie eine gewisse Bloggerin feststellen musste *räusper*. Georgien ist ein orthodoxes Land und die Menschen teilweise erzkonservativ.

Was sich hingegen nicht auf Priester und die Ausübung ihres Amtes erstreckt. Die orthodoxen Priester bindet kein Zölibat. Ein langbärtiger Pfaffe an die Mauer einer Kirche gelehnt und in Gebet vertieft? Möglich. Ein Priester im Park beim Eis essen mit seiner Frau und seinen Kindern? Auch möglich. Und es wird ihnen auch gegönnt. „Schaut mal.“ Sagt Tomek. „Ist Toleranz möglich? Ist sie.“

Der letzte Abend in Kutaissi neigt sich dem Ende zu. Im Lokal gibt es ein sehr gutes Kebab. Die Temperaturen indessen sind nicht gesunken, einzig die Sonne ist der Nacht gewichen. Am späten Abend dann zerreißen orangengelbe Blitze die Schwärze über der Stadt. Doch kein Ton ist zu hören.

Vor dem Hotel steht eine Hollywoodschaukel, die fleißig von uns genutzt wird

Kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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35 Kommentare

  1. Als ich in den Kaukasus flog, wollte mir meine Mama etwas zu Essen mitgeben. (Was ja an sich schon Unsinn ist bei einer dreiwöchigen Reise.) Anscheinend hatte sie den Krieg in Berg-Karabach oder Erdbeben in Armenien in Erinnerung und dachte, da hungern alle.

    Als ich dann die Mengen an Essen in Georgien sah, musste ich immer wieder an diese Fehlvorstellung denken. 😀

    1. Lach… und der Schaschlik… hast du den Schaschlik probiert? 😉

      1. Ich bin mir gar nicht mehr sicher… Aber ich war da im Juli, und es war so heiß, dass ich hauptsächlich Eis gegessen habe.

        1. Auch eine gute Wahl… 🙂

  2. Oh, da werden Erinnerungen wach!

    Weil die günstigen Flüge nach Kutaissi und nicht nach Tiflis gehen, fand ich mich einst auch in dieser Stadt und dachte: Wenn ich schon hier bin, bleibe ich zwei Tage.

    Der Botanische Garten wäre noch schön gewesen für einen Spaziergang. Dort darf man auch Bier trinken. 🙂

    1. Das mit dem Bier haben wir auch eiskalt durchgezogen 🙂 Ich schaue mal, ob ich was mit Georgien in deinen Berichten finde, ich bin gespannt, wie du das Land sonst so fandest…

      1. Den Artikel über Kutaissi habe ich noch nicht geschrieben, aber von Tiflis war ich regelrecht begeistert:
        https://andreas-moser.blog/2019/02/16/tiflis/

        Ebenso begeistet war ich von Abchasien, aber dieser Artikel wartet auch noch der Fertigstellung. Und zwar, wie so oft bei mir, schon seit vielen Jahren. :/

        1. Tiflis war an sich schon toll, doch je tiefer man in die Pampa kam, umso besser wurde das Essen 😉

  3. Wenn man also beim Überqueren einer Straße plötzlich Gänseblümchen von ganz nah sieht, hat man wohl eine der Regeln 1 bis 4 missachtet…

    1. Lach… genau… oder wenn sich die Gänseblümchen plötzlich ganz schnell entfernen, denn dann fliegt man im hohen Bogen irgendwohin 😉

      1. Berühmte, letzte Worte: „Gänseblümchen…“

        1. Oder: Gäänseblüüümcheeeeeee… (Protagonist wird immer leiser und ist nicht mehr zu hören 😉

          1. LOL

  4. Sehr beruhigend, dass ihr dort nicht dem Hungertod erlegen seid. Da wurde ja echt ordentlich aufgetischt! Kenne ich aus einigen anderen Ländern auch so, dass man NIE aufessen sollte, weil der Nachschub dann nie versiegt 😎. Die Bier-Episode ist echt kurios. Was soll denn so peinlich daran sein, im Park ein Bierchen zu genießen? Ist doch voll normal! Diese Jugend, nicht zu fassen.

    Die Kathedrale sieht toll aus! War das die einzige nennenswerte Sehenswürdigkeit in Kutaissi? Ich frage, weil du ansonsten überwiegend Alltagsszenen, Überblicke u.ä. zeigst. Du erwähntest ja, dass da nicht allzu viel zu schauen ist.

    Ansonsten scheint ihr ja ein munteres Trüppchen gewesen zu sein, das gut miteinander harmoniert hat. Von dem Bier-Diskrepanzen einmal abgesehen …

    Corona: deine Beobachtungen und Eindrücke decken sich eins zu eins mit meinen in Warschau 😅.

    1. Liebe Elke,

      die Warschau-Beiträge biste aber noch schuldig, wa? 😉

      In Kutaissi gibt es ansonsten noch ein paar Museen und den bereits erwähnten botanischen Garten, was uns allesamt nicht so sonderlich interessiert hat. Da findet sicher jemand, der gerne in Museen geht, was für sich…

      Ansonsten gibt das Umland mehr her mit der Prometheus-Höhle, Rafting-Möglichkeiten usw. Das wollen wir (bis auf die Höhle, die haben wir besichtigt) beim nächsten Mal näher in Augenschein nehmen.

      Das mit dem Bier lässt sich vielleicht so erklären, dass in Polen der Umgang mit Alkohol in der Öffentlichkeit etwas verkrampfter ist. So ist das Trinken in der Öffentlichkeit verboten, außer in speziell dafür vorbestimmten Plätzen wie einem Biergarten. Auch schien es mir leicht verpönt, direkt aus der Flasche zu trinken. Damit soll der Eindruck eines „versoffenen Subjekts, das lallend und stinkend auf der Parkbank liegt“ vermieden werden.

      Ja, und COVID… tja… da habe ich echt versucht, mich verantwortungsvoll zu verhalten, aber na ja… die Deutsche in mir war wohl überkorrekt 😉

      1. @Warschau: stochere du nur weiter in meinen Wunden herum 😂! @Alkohol: klingt plausibel. Allerdings habe ich dann in Warschau eindeutig gegen diesen Ehrenkodex verstoßen, als ich eines schönen, lauen Sommerabends am Ufer der Weichsel mit einem Radler aus der Dose saß … Oder geht das in Polen als Limonade durch😂?

        1. @Warschau: immer wieder gern! Bis ich meine Beiträge habe 😉
          @Radler: hm, es ist kein „Ehrenkodex“, es ist gesetzlich verboten. Vielleicht hat dich einfach nur keine Polizei gesehen… Die Polen sind jetzt nicht so, dass sie einen verpetzen, da kümmert sich jeder um seinen eigenen Kram. Also, Glück gehabt 😉

  5. Liebe Kasia,

    Danke fürs Mitnehmen und berichten. Darf ich fragen, welche Verbindung ihr nach Georgien habt?

    Liebe Grüße
    Harald

    1. Lieber Harald,

      es war mir eine Freude.
      Was meinst du mit „Verbindung“?

      Liebe Grüße Kasia

      1. Habt ihr einen Bezug zu Georgien? Verwandschaft?

        1. Nein, keine Verwandtschaft.

  6. Das klingt ja nach einem interessanten Urlaub. Meiner war weniger spektakulär – Wandern in der Lüneburger Heide – aber erholsam.

    1. Das Wandern ist inzwischen fast schon meine Lieblingsart, Zeit im Freien zu verbringen. In der Lüneburger Heide war ich auch mal wandern, ist inzwischen zwei oder drei Jahre her…

  7. „Die Pandemie vergeht, doch das Seelenheil dauert ewig“
    Sehr cooler Spruch 😂😂😂

    1. Na ja, den Eindruck hatte ich dort irgendwie gewonnen… Ohne Maske? Egal! Ohne Kopftuch in die Kirche? Gott behüte… 😉

  8. Das klingt echt toll. Und wie es in den Ländern üblich ist….viel Essen….Sehr schöner Bericht.

    1. Es war sehr schön. Ich kann Georgien jedem ans Herz legen, der sich ohne Vorbehalte in ein Land verlieben will… 😉

      1. Das klingt sympathisch.

        1. Ein wunderbares Land 🙂

  9. Danke für ganz tolle Bilder und fürs Mitnehmen auf deiner Tour 😊 Aber eine Frage hätte ich noch, wie war das mit der Verständigung? Sprichst du georgisch?
    Liebe Grüße
    Roland

    1. Dort vor Ort verstehen die meisten russisch. Das kommt noch aus der Sowjetzeit. Mein Onkel und sein Freund haben Russischkenntnisse und die haben das meiste für uns abgeklärt. Junge Menschen sprechen in Georgien vorwiegend englisch. Und dann gibt es wiederum Gegenden (zum Beispiel Tuschetien…), da kommt man selbst mit Georgisch nicht weit…

      1. Danke für deine Erklärung 😊

        1. Na klar 🙂

  10. Was kann ich hier mehr tun, als Ihnen für diese sehr ausführliche Beschreibung Ihrer Einführung in Kutaissi zu danken. Es ist sehr interessant, durch Ihren Blog einen Eindruck vom Leben und den Bräuchen in Georgien zu bekommen. Das größte Risiko in diesem Land ist mir jetzt klar geworden…. (zu denken, dass sie sich ständig über die Verkehrssicherheit in unseren Regionen beschweren) 😉

    1. Na ja, mit der Verkehrssicherheit klappt es irgendwie. Obwohl dort Kühe auf der Autobahn spazieren. Und Menschen… Dafür benutzen freilaufende Hausschweine den Zebrastreifen, um eine Straße zu überqueren. Alles schon gesehen 🙂

Was brennt dir auf der Zunge? ;-)

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