Deutschland, Europa

So romantisch – Der Magnoliengarten im Stuttgarter Zoo

Der Hain wird von sanftem Licht durchflutet und die Wärme der Luft ist perfekt – nicht zu warm, nicht zu kühl, genau passend, um sich im frischen Frühlinggras auf der Wiese auszustrecken und in die blütenbesetzte, zartrosa Decke zu schauen. Die Blätter der Magnolien rieseln sanft zu Erde. Irgendwo summen Insekten, weiter oben ist ein Vogel zu hören. Und wir machen die Augen zu…

Eigentlich bin ich nicht so für Zoos. Tiere auf kleiner Fläche anzuschauen, fernab ihrer natürlichen Umgebung, das ist nicht so meins, egal wie gut oder wie ähnlich die Bedingungen dem natürlichen Lebensraum nachempfunden wurden. Doch der Stuttgarter Zoo Wilhelma wird jedes Jahr in Frühling, genauer gesagt: in April, wieder unheimlich interessant für mich. Im Jahr 2015 hatten Stefan und ich dann unsere Mopeds geschultert und sprinteten los.

Jahr für Jahr verwandelt sich die Grünanlage des Zoos um den kleinen, jadegrünen Teich herum, in eine wunderschöne Oase. Während der Teich von kreisrunden Blättern der Seerosen bedeckt ist und steinerne Statuen unbeweglich rundum über den Besucher wachen, werden die Magnolienbäume zum neuen Leben erweckt. Zu keiner Zeit sieht es hier so aus wie jetzt, wo alles einem kleinen Garten Eden gleicht. Und – das ist vielleicht das Schönste daran – während man durch den Garten wandelt, neigen sich die blütenschweren Äste gen Boden, so dass man sie berühren, sich hinter ihnen verstecken oder untendurch laufen kann. Ein einmaliges Erlebnis.

Tatsächlich ist der historische Magnolienhain im Maurischen Garten mit etwa 70 Bäumen der größte in Europa. Unterschiedliche Magnolienarten gibt es hier, mit schneeweißen wie auch rosaroten Blüten, manche Arten sind sogar ziemlich alt. Den Hain – wie auch den Maurischen Garten – gibt es schon seit der Zeit von König Wilhelm II; seine eigenen Gärtner schnippelten noch an dem einen oder anderen der Bäume herum. Begonnen hatte alles im 19 Jahrhundert mit einem rein botanischen Garten, der in die Schlossanlage integriert wurde. Das Maurische Landhaus sowie der Garten wurden zum sog. Inneren Bereich, zum Herz der Anlage.

Wunderschön anzusehen ist auch der Seerosenteich; die tropischen Lotusarten werden jedes Jahr aufs Neue gepflanzt.

Ende März fangen Magnolien an zu blühen, doch wer sicher sein möchte, der sollte Mitte April kommen. Denn auch wenn der historische Zoo weit mehr zu bieten hat wie die Subtropenterrassen, Aquarien, den Raubtierpark und eine Parkanlage von rund 30 Hektar Fläche, so ist das hier in Frühling definitiv mein liebstes Plätzchen.

kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von windrose.rocks. Auf meinem Blog teile ich Geschichten. Die Geschichten meiner Reisen, die Geschichten der Menschen, die mir begegnen. Schon als Kind liebte ich es, mich in Erzählungen über ferne Länder zu verlieren. Die vergessenen, verstaubten Bücher im Regal, die mich nach Afrika und Südamerika entführten. Später die langen Reportagen, die Fernweh weckten. Heute lebe ich nicht mehr von den Erzählungen anderer Menschen; heute bin ich selbst der Erzähler.

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