Triberg im Winter – Ein Wochenendtrip in den Schwarzwald

Kategorien Deutschland, Europa

Die Berge sehen aus wie gemalt. Man möchte sie greifen. Es ist etwas anderes als bei uns, wo sanfte Hügel die Landschaft bilden – schroff verschieben sie sich hier beim Vorbeifahren vor meinen Augen. Natürlich verschieben sie sich nicht wirklich, nur ich bewege mich vorwärts über die Autobahn in Richtung Villingen-Schwenningen. Dann fahre ich an ein paar Kuckucks-Uhren vorbei, eine größer als die andere, und bin dann in Triberg.

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Die ganze Stadt ist mit Girlanden geschmückt, die Fastnacht steht mit einem Fuß vor der Tür.

Das Bestwestern-Hotel, welches Stefan für uns gebucht hat, liegt ein wenig außerhalb, nahe der Pilgerkirche „Maria in der Tanne“. Stefan wartet schon im Hotel auf mich; einer Schulung seines Arbeitgebers in Hornberg haben wir die Idee zu verdanken, Stefans Aufenthalt im Schwarzwald kurzerhand zu verlängern und auf uns beide auszuweiten. Ich bin so aufgedreht, als ich ankomme, dass ich meinem müden, verschlafenem Schatz gehörig auf die Nerven gehe, der mich am liebsten mit einem Schubkarren hinausbefördern würde. „Was machen wir jetzt? Gehen wir raus? Was machen wir jetzt?“ Stefan lächelt und legt sich demonstrativ aufs Bett. Heute geht es für ihn nirgendwo mehr hin.

Es ist immer so, sobald ich mich in einer neuen Gegend befinde: aus dem verschlafenen Faultier wird ruck zuck ein aufgewecktes Erdmännchen.

Den nächsten Tag nutzen wir gut. Direkt nach dem Frühstück marschieren wir los, erst zur Marienkirche, die von unserem Balkon aus zu sehen ist. Es sind noch knackige 2 Grad Celsius morgens um halb zehn und der Weg hinauf zur Kirche ist noch teilweise gefroren, doch es verspricht, ein grandioser Tag zu werden. Die Sonne steigt neblig über der Stadt auf und ein Dunst hängt zwischen den kahlen Bäumen. Hier und da liegt noch Schnee; weiße, schmutzige Schneeflecken, in der Landschaft verstreut. Der Bach, der mitten durch die Stadt fließt und hier oben einen kleinen Wasserfall bildet, knallt geräuschvoll an uns vorbei.

Die Pilgerkirche ist schnell besichtigt und ihre Geschichte schnell erzählt: irgendwann im 18 Jahrhundert taucht die Jungfrau Maria in einer Tanne auf und ein paar Wunder geschehen, daraufhin wird an der Stelle eine Pilgerkirche erbaut.

Der Panoramaweg, der durch den Wald führt, ist jetzt in den Wintermonaten gesperrt und zur nächsten großen Kuckucksuhr zu laufen ist Stefan zu weit. Wir gehen runter in die Stadt. Viele der Aktivitäten, die für Besucher interessant sind, wie der Hochseilgarten oder diverse Wanderwege rund um die höchsten Wasserfälle Deutschlands haben jetzt geschlossen und den Wasserfall an sich haben wir bereits gesehen. Auch der holzgeschnitzte Rathaussaal hat am Wochenende zu und so bleibt nur der Besuch diverser Museen und die Besichtigung der vielen Kuckucksuhren, von der jede zweite von sich behauptet, die größte der Welt zu sein.

Wir gehen weiter, die ganze Stadt ist bereits mit kleinen Girlanden für die Fastnacht geschmückt. Bemalte und geschnitzte Häuser, nur wenige Touristen – ja, tatsächlich haben wir am heutigen Morgen nur eine indische Reisegruppe gesehen. Im Sommer muss es hier schön sein, das besagen die braunen, trockenen Dolden der Hortensien, die noch auf den Büschen hängen.

Typisch Tourist will ich unbedingt Schwarzwälder Kirschtorte. Einmal schon vor Jahren habe ich welche in Freudenstadt gegessen; sie war so in Alkohol getränkt, dass ich befürchtete, nicht mehr aufs Motorrad steigen zu können 😉

Im „Haus der Schwarzwälder Kirschtorte“ bekomme ich dann die Schwarzwälder Kirschtorte. Die Inneneinrichtung haut einen erst einmal aus den Socken; ein ganzer Garten voller ausgestopfter Tiere starrt einem entgegen. Aber irgendwie passt das alles hierher, genauso wie die mit Blumendekor bemalten, hölzernen Fensterläden.

Wie gesagt, es gibt nicht viel hier in Triberg, und vielleicht deshalb ist es so ein schöner, entspannter Tag. Mal sitzen wir auf einer Bank in der Sonne, es ist inzwischen Mittag und die Temperaturen sehr mild geworden. Die Girlanden flattern im Wind. „Ohne den Wind wäre es perfekt.“ Sagt Stefan. Ach was, es ist perfekt…

Dann laufen wir wieder den tosenden Bach entlang.

Später sitzen wir im Auto auf dem Weg zu einer der „größten Kuckucksuhren der Welt“. Und für eine kleine Rundfahrt um das Städchen herum – etwas höher liegt tatsächlich noch jede Menge Schnee, der als Spiegel für all die schwarzen Umrisse der Bäume in der Sonne fungiert. Der Schnee blendet meine Augen, als wir an einem Parkplatz kurz aus dem Auto steigen. Wahnsinn. Im Rheingraben riecht es hingegen schon nach Frühling.

Und am Nachmittag, noch ehe die anderen Hotelgäste von ihren diversen Aktivitäten zurück gekommen sind, entspannen wir in der leeren Sauna; der ganze Wellnessbereich gehört nur uns und die Sonne kommt schräg durch das niedrige Fenster herein. Bis dann am frühen Abend die ersten Kinderstimmen im Swimmingpool nebenan ertönen – unser Signal, um zu verschwinden…

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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