Europa, Polen

Warschau – Der Łazienki-Park

Uralte Bäume, deren Äste bis zum Boden reichen und die ihre Umgebung zu umarmen scheinen. Spinnweben-Fäden werden golden vom leichten Wind durch die Luft getragen. Was noch blüht, sind orangene Studentenblumen, Salbei und Herbstanemonen. Und dieses warme, goldene Licht…Die Eichhörnchen sind so zahm, dass sie auf die ausgestreckten Hände der Besucher zulaufen.

Das Wasserschloss

Verlasse Warschau nicht, ohne Łazienki gesehen zu haben – sonst hast du Warschau nicht gesehen. Wenn du den Herbst magst, wähle einen warmen Oktobertag. Das sanfte Licht und die fallenden Blätter machen den Park zu einer Oase der Ruhe und Vergänglichkeit. Lass dir viel Zeit, renne nicht einfach durch mit der Uhr in der Hand. Setz dich auf eine Bank und schaue den Menschen zu. Lausche dem Geräusch der fallenden Kastanien. Lass dich verzaubern.

Der Park hat nichts von einem englischen Garten. Trotz (oder wegen?) seiner Weitläufigkeit  hat er seinen sehr ursprünglichen Waldcharakter bewahrt. Es gibt weitläufig angelegte Teiche, grüne Wasserflächen, in denen sich kleine, putzige Schlösser spiegeln. Eine winzig-kleine Spinne krabbelt auf deinem Handschuh entlang, um in die Lüfte zu verschwinden.

Alte Trauerweiden bewegen ihre Äste über der Wasseroberfläche wie einen Schleier. Und schaust du nach oben, auf die gold-grünen Blätter der Kastanien, siehst du die Bewegung des Wassers, die sich auf ihrer Unterseite spiegelt und eine Lichtbewegung verursacht. Und immer wieder begegnest du Pan, dem Gott der Lust und des Lasters.

Hochzeitspaare lassen hier ihre Bilder machen, nachdem sie sich die Treue fürs Leben schworen.

Eine Gruppe alter Damen sitzt zusammen auf der Bank und füttert Enten. Sie wirken wie langjährige Freundinnen – doch sie benutzen in ihrer Unterhaltung die höfliche „Sie“-Form.

Das Laufen hat mich müde gemacht – ich sitze da und beobachte die Enten (hey… so lange ich sie nur beobachte und nicht füttere, bin ich nicht alt…). Eine der alten Damen beschwert sich laut darüber, dass die Enten bereits satt sind und nicht mehr fressen wollen.

Ein Ahornblatt fällt mir auf den Kopf.

Die Enten scheinen wirklich übersättigt – ihre Flugversuche wirken sehr von der Schwerkraft geprägt. Mit dem Besucher zusammen wandern Pfaue und China-Enten entlang der Wassergräben.

Überall sieht man rostbraune Puschelschwänzchen und die Frauen und Kinder sind damit beschäftigt, die forschen Eichhörnchen anzulocken.

Das berühmte Chopin-Denkmal habe ich bei meinem Rundgang nicht gesehen. Doch die Sonne erlischt langsam, der Zauber ist vorbei. Ich habe keine Lust mehr, danach zu suchen. Es wird Zeit, nach Hause zu kommen – heute Abend steht der Besuch von meinem Onkel und seinen Kindern – meinen Nichten – auf dem Programm.

Nicht Chopin – aber auch nicht schlecht… 😉

Das war: Polen, Oktober 2016

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kasia

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