Der Zauber von Bonaire

Kategorien Bonaire, Südamerika

Bonaire, September 2016

Die Nationalparks

An den Mangrovenwäldern ziehen sich kleine, grüne Bächlein entlang. Rechts von uns tut sich vor unseren Augen ein großer Salzsee auf, dessen Farbe stufenweise von silbrig-rosa bis rostbraun reicht. Die Ränder der Wasserfläche sind mit weißen Schaumkronen garniert, der sich an Steinen und toten Korallen abgesetzt hatte. Auf dem Wasser sind Flamingos zu sehen.

Der Boden um uns herum hat dieselbe rostbraune Farbe wie stellenweise das Gewässer aufweist, die vor Trockenheit gesprungene Oberfläche lässt mich unwillkürlich an Australien denken.

Unser nächster Halt – ja, wir halten hier fast ständig, es gibt immer wieder etwas neues, schönes zu sehen. Diese Landschaft verzaubert, sie ist so vielfältig, so unwirklich, dass uns jeder neue Anblick den Atem raubt. Unser nächster Halt also ist eine Bucht, in der die Wellen wild gegen das Ufer schlagen. Am Ufer selbst liegen Unmengen an Steinen, Korallen und Muscheln; die Steine, vom Wasser rund geschliffen und die Muscheln, so riesig, so schön…

„Schatz, mach bitte ein Foto von mir mit den Muscheln, ich weiß, dass ich sie niemals von hier mitnehmen darf…“ Denn als ich diese wunderschönen Schätze sehe, da wird selbst mir mit meiner Sammelleidenschaft klar, dass man mich dafür am Flughafen sofort zusammen mit den Muscheln einkassieren würde, sollte ich versuchen, die außer Landes (hier: außer Insel) zu bringen. Dies hier ist schließlich ein Nationalpark. Vor lauter Angst entsorge ich auch die bereits am Strand gesammelten Muscheln und Steine aus dem Auto. Sollte man uns damit hier antreffen, würde es schwierig werden zu erklären, dass sie gar nicht von hier stammen.

So laufe ich weiter am Ufer entlang, die Schuhe längst von den Füßen gezogen tappe ich durch das Wellen schlagende Wasser. Ich gehe gerade so weit hinein, wie ich mich traue, ohne befürchten zu müssen, von einer Welle zum Stürzen gebracht zu werden.

Ein Stück weiter kreist ein Pelikan über dem gekrausten Meer auf der Suche nach Fisch; immer wieder fällt er im Sturzflug ins Wasser auf seine Beute nieder, um dann gleich darauf wie eine Gummiente wieder aufzutauchen und gemütlich auf den Wellen sitzend sein Mahl zu verzehren.

Fährt man weiter, führt der Weg mitten durch einen dichten Mangrovenwald hindurch; und irgendwann führt der Weg gar nicht mehr hindurch, er hört dann einfach auf.

Auf dem Weg zurück begrüßen wir noch einmal unseren alten Bekannten, den schwarzen Esel, der wehmütig in unser Auto späht.

„Wohin fahren wir jetzt?“ Frage ich.

Fast & furios auf Bonaire?

Ja, so etwas scheint es hier auf der Insel tatsächlich zu geben – davon zeugen die vielen schwarzen, einschlägig erkennbaren Reifenspuren auf einem bestimmten Teil der Umgehungsstraße, die wir öfters entlang fahren. Denn diese Stelle ist der Treffpunkt.

Schon Marion, unsere Vermieterin, hatte auf Stefans Einwände hin, hier könne man ja gar nicht Motorrad fahren, gelacht und geantwortet; aber sicher, hier gebe es sogar einen Motorrad – Club (die BonaireBikers MC hat ihre eigene Facebook-Seite) Und selbst die Biker von den umliegenden Inseln versammeln sich hier, um gemeinsam durch die Lande zu tuckern.

Und am ersten oder zweiten Abend, als wir vom Strand kamen – da sahen wir sie. Sportwägen (oder solche, die es noch werden wollen 🙂 ), Roller und das eine oder andere Motorrad mit einer smarten Lady drauf drehten ihre Runden. Mit cooler Gangster-Pose und viel Rauch und Gebrumme, quitschende Reifen vorausgesetzt. Und als wir langsam an ihnen vorbeifuhren und sie zu beiden Seiten der Straße aufgereiht standen und warteten, bis wir passieren; da konnte ich mir lebhaft vorstellen, wie denn die ganzen dicken, schwarzen, geschwungenen Reifenspuren zustande kamen, die wir tagsüber an dieser Stelle sahen. Einmal fuhr jemand mit seinem Moped einen Wheelie, das andere Mal saß eine Lady lässig auf einer Hayabusa (die kommt hier auf der kleinen Insel im Leben nicht auf ihre Kosten, sagte ich zu Stefan). Ich fühlte mich dabei stark an das Treffen in Luxemburg erinnert, nur war mir das hier irgendwie sympatischer; hier fährt alles mit: Motorräder, Autos, Roller… Ohne Modell- oder Markenzwang.

Und so, immer tagsüber, wenn wir diese Stelle passieren und niemand da ist, aber ich die ganzen schwarzen Reifenspuren auf der Fahrbahn sehe; jedesmal da muss ich grinsen.

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Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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