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Ein Monat, eine Pflanze, ein Rezept – Löwenzahnhonig

Mai 2021 – Löwenzahnhonig

Der Mai ist Löwenzahn-Zeit. Weite Wiesenflächen erstrecken sich golden, soweit das Auge reicht. Feine, helle Flocken der Löwenzahnsamen schweben als Pusteblumen mit ihren kleinen Schirmchen durch die Luft. Es blüht alles, was nur blühen kann.

Dass man Löwenzahn essen kann, ist inzwischen hinreichend bekannt. Seine Blätter machen sich gut in Salaten und als kleine Beilage. Aber wusstet ihr auch, dass man aus der Pflanze allerlei Zubereitungen herstellen kann? Die jungen Blütenknospen zum Beispiel, eingemacht im Glas, eignen sich gut als Kapern-Ersatz (das hat mein Stefan irgendwo gelesen). Und meine Freundin Moni verriet mir neulich, wie sie aus Löwenzahn köstlichen, aromatischen Honig herstellt.

Jetzt ist Löwenzahnhonig kein „richtiger“ Honig. Er wird nicht aus Blütenpolen, sondern aus Zucker gemacht. Doch aufgrund seiner anschließenden goldenen Farbe und seiner Konsistenz hat sich die Bezeichnung so durchgesetzt.

 

Rezept

Auf ca. 200-300g Löwenzahnblüten kommen etwa 1kg Zucker, 1 Liter Wasser und eine unbehandelte Zitrone.

Achte darauf, den Löwenzahn an Stellen mit wenig motorisiertem Verkehr zu sammeln. Autoabgase und Löwenzahnhonig vertragen sich nicht so gut. Pflücke die Blüten am besten an trockenen Tagen und wähle die jungen, frischen aus. Anschließend sollten alle grünen Teile von den Blüten entfernt werden, so dass nur die gelben Blütenblätter und Blütenstände übrig bleiben.

Übergieße die Blüten mit Wasser und lasse sie abgedeckt zwei- bis drei Stunden ziehen. Gib die in Stücke geschnittene Zitrone zu (bei der unbehandelten Zitrone kannst du auch die Schale verwenden). Koche alles einmal kurz auf, lass es abkühlen und anschließend zugedeckt über Nacht ziehen.

Am nächsten Tag die Mischung für ca. 30 Minuten zum kochen bringen, anschließend abseihen (Sieb oder besser: sauberes Tuch verwenden). Den Zucker zugeben, für circa eine Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis der Sirup die passende Konsistenz hat. Du kannst die Konsistenz testen, indem du einen kleinen Löffel der Flüssigkeit entnimmst und auskühlen lässt. Wenn die Viskosität ähnlich der von Honig ist, hat dein Sirup lange genug geköchelt.

Das fertige Produkt ist gold- bis bernsteinfarben, die Konsistenz ist sirupartig und in der Regel etwas flüssiger als bei normalem Honig. Das hängt natürlich davon ab, wie lange du den Sirup köcheln lässt. Der Geschmack ist sehr aromatisch. Löwenzahnhonig sollte an einem kühlen, dunklen Ort (kein Kühlschrank) aufbewahrt werden. Dafür eignet sich der Keller oder die Speisekammer. Wenn du das Glas mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser ausspülst, ehe du den Löwenzahnhonig abfüllst, wird sich dein Endprodukt länger halten.

Es gibt von mir diesmal keine Bilder des Herstellungsprozesses. Da meine Freundin Moni uns erst eben ein ganzes Glas ihres fertigen Honigs geschenkt hat und wir diesen erst aufbrauchen wollen, wird das wohl noch bis nächstes Jahr dauern, bis wir unseren eigenen Honig machen werden. Dafür kann ich diesmal Rolands Bedingung beim monatlichen Fotoprojekt „Nahrung – alles, was Menschen essen und trinken, um zu leben“ genüge tun und nur ein Bild verwenden.

Na ja – wenn man vom Headerbild absieht. Aber irgend etwas muss einem ja vergönnt sein, oder? 😉

Kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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33 Kommentare

  1. Ich muss gestehen, dass ich bisher noch nie was von Löwenzahnhonig gehört habe. Doch dein Rezept klingt interessant! Und das fertige Endprodukt sieht gut aus. Dass man Löwenzahn grundsätzlich essen kann, wusste ich immerhin. Meine Mutter verwendet ihn hin und wieder im Salat. Und unsere Schildkröten lieben das Zeugs abgöttisch! Besonders natürlich die gelben Blüten, weswegen meine Eltern wohl nie selbst deinen Löwenzahnhonig machen könnten, da die komplette einschlägige „Ernte“ der Umgebung in den kleinen, gefräßigen Schnäbeln von Felix und Benjamin landet 😅.

    1. says:

      Oh je, Felix und Benjamin sind ganz schön gefräßig! Setzt die nie alleine auf einer Wiese aus, die werden sich nur mal kurz zunicken und dann die Löwenzahnfelder kahl machen 🙂

      Nein, ich denke, das müsste für alle reichen. Für den Honig braucht man gar nicht so viele Blüten, da dürfen sicher auch die Schildkröten naschen 🙂

  2. Hab ich gerade gefunden: Löwenzahn im Dialekt

    Für die Pflanze Löwenzahn kennt man in bald jedem Dorf in Baden-Württemberg einen anderen Namen. Ein paar Kostproben: Gackelesbusch, Bettbrunzer, Rossblume, Saustock. Andere sagen Gänsekragen oder Milcherling.

    Löwenzahn gefällt mir, wenn er draußen in der Natur steht. Bei uns steht er oft im Garten und das mag ich gar nicht.

    Liebe Grüße
    Harald

    1. says:

      Lieber Harald,

      vielen Dank, das ist interessant. Ich habe keinen von diesen Namen bisher gehört.
      Ist Löwenzahn im Garten weniger schön? 🙂

      Liebe Grüße
      Kasia

  3. Danke für das Rezept, ich habe schon von dem Honig gehört! Ich wünsche dir einen schönen Freitag
    LG Andrea

    1. says:

      Liebe Andrea, das wünsche ich dir auch. Der Honig ist sehr aromatisch, gut, etwas aufwändig in der Herstellung, aber man kann das als Event mit der besten Freundin veranstalten 🙂

      Liebe Grüße
      Kasia

  4. Ich habe mal wieder etwas für mich komplett neues erfahren. Löwenzahnhonig war mir bisher noch nie begegnet. Und eine gute Geschenkidee ist es auch…

    1. says:

      Lieber Tom, bis vor kurzem war mir der Honig auch komplett neu. Meine Freundin kam immer wieder damit an und nach dem dritten, vierten Mal dachte ich, also gut, probierst du es mal… 🙂 die einzige Gefahr dabei ist, dass das Glas so schnell leer wird 😉

  5. Etwas zu Ausprobieren 🙂

    1. says:

      Auf jeden Fall 🙂

  6. Eine ganz tolle Idee, zumal der Löwenzahn zur Zeit bei uns im und um den Garten herum wuchert.
    Vielen Dank für das Rezept und liebe Grüße für einen schönen Tag! ☀️🍀

    1. says:

      Dankeschön liebe Hanne! Die Idee habe ich von einer Freundin von uns, sie kam immer wieder mit ihrem Honig an. Er ist sehr lecker, ob zum Tee oder auch so. Viel Spaß beim Pflücken 🙂

  7. Danke liebe Kasia, für deinen sehr interessanten Beitrag zu meiner Nahrung-Challenge über Löwenzahnhonig, von dem ich bis dato noch nie etwas gehört habe.
    Liebe Grüße und habe ein schönes Wochenende, hoffentlich mal ohne Regen
    Roland

    1. says:

      Lieber Roland,
      das ist mal eine andere Idee, wenn man etwas Zeit hat und sich gerne mit solchen Herstellungsprozessen beschäftigt.
      Das Wetter… also, bei uns soll es kübelweise regnen… *heul*

      1. Den Regen hatten wir die letzten beiden Tagen. Heute scheint endlich mal die Sonne 🌞

        1. says:

          Das stimmt. Heute fahre ich wieder los zum wandern 🙂

          1. says:

            Na dann, viel Spaß 😉

          2. says:

            Dankeschön!

  8. says:

    Das hab ich – glaub letztes Jahr – auf Pinterest gesehen….aber noch nicht ausprobiert….ich liebe ja diese gelben Hüte…

    Ich bin meist auf Hundewiesen unterwegs….da will ich auch keine sammeln.

    1. says:

      Hundewiesen sind mir auch suspekt, ich schaue immer, dass ich die Pflanzen nicht direkt am Wegesrand aufsammle. Pinterest, wie lustig 🙂 Jetzt sind solche selbstgemachten Naturprodukte hoch im Kurs, und dank Corona haben die Menschen plötzlich ganz viel Zeit. Wenn bei mir die Arbeit wieder losgeht, ist nix mehr mit Löwenzahnhonig 😉

      1. says:

        Ja, ja – diese Hundewiesen sind eher zu meiden, was gesunde Kräuter angeht.

        Es ist wie beim kochen, backen, basteln….eine Coronawelle hat hier die Leute kreativ werden lassen. Was ich persönlich toll finde, da man da merkt, was in einem steckt und was einem eigentlich gefällt.

        Bei mir hat sich ja durch Corona nichts geändert…Pakete werden ja noch mehr verschickt….also doch geändert – aber auch nicht zum Positiven – wobei man ja schon froh sein kann, wenn man einen Job hat.

        1. says:

          Es gibt auch viele negative Auswirkungen, ohne Frage. Wie du sagst, das Verschicken von Paketen hat Hochkonjunktur, Amazon strebt nach der Weltherrschaft und viele kleine Unternehmen und Start Ups werden wohl das Feld räumen müssen. Unsere Kulturlandschaft wird ausgedörrt sein. Ich bin in Bayerischem Miltenberg auf ein offenes Theater gestoßen, die sich mit dem Verkauf von Likören über Wasser halten. Hm, und es gab sogar Absinth 😉

          Ach, warten wir es ab…

          1. says:

            Ja – bleibt uns leider nichts anderes übrig….die Konkurswelle startet gerade erst. 😮😫

          2. says:

            Richtig. Es wurde während der Beschränkungen künstlich in die Länge gezogen, und jetzt hilft alles nichts…

          3. says:

            Insolvenzverschleppung….eigentlich illegal, wurde aber für Corona ausgesetzt – das bedeutet….eine Firma, reisst alle am Schwanz hängende mit….
            Ach je….das würde jetzt zu lange werden sich aufzuregen…
            Mir tun vor allem die kleinen am Schwanz leid….

          4. says:

            Mir macht die Übermacht von Amazon aktuell leicht Sorge. Hm, aber bestellen tue ich da auch…

          5. says:

            Ich auch….😌
            Man wird es nicht verhindern können, das Amazon alles schluckt….die Auswahl ist einfach zu gross.
            Da kann kaum einer mithalten. 😫

          6. says:

            Und es ist unkompliziert und geht schnell 🙂 Aber ich will hier ja keine Werbung machen 😉

          7. says:

            So sieht es aus….ein Click und schon ist es da…..

          8. says:

            Komm, hör mir auf, Amazon ist böööseeee…

          9. says:

            😊😊Muss so sein….man wird so süchtig danach…

          10. says:

            *Seufz…*

          11. says:

            😫

Was brennt dir auf der Zunge? ;-)

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