Europa, Italien

Wohnmobil – Mein ganz persönliches Fazit

Es wurde nicht so schlimm wie der Wetterradar angezeigt hat. Laut diesem befänden wir uns quasi mitten im Auge des Orkans, eines großen Gewitters, das sich über Mailand zusammenbraut und langsam, aber stetig in unsere Richtung zieht. Wir kriegen einen kräftige Schauer ab, mehr nicht. Nichts, was wir nicht bereits bei der Ankunft kennen gelernt hätten.

Die Zeichen stehen auf Aufbruch. Sachen werden zusammengepackt und in den Schränken verstaut. „Beim nächsten Mal nehmen wir unbedingt eine Fußmatte mit!“ Sage ich, während ich zum wiederholten Male den Fußboden auskehre. Wo kommen die Grashalme und dies ganze Gekrümmel schon wieder her?

Ja, die Fußmatte hätten wir gebraucht. Dafür etliches andere nicht. Wie die Wäscheleine zum Beispiel, die den ganzen Urlaub über neben den Wäscheklammern zusammengerollt in unserem Ablageraum, auch „Garage“ genannt, liegt und nicht einmal zum Einsatz kam. Oder das Super-Duper-Campingtoilettenpapier, welches mich Stefan vor der Abfahrt holen geschickt hat. „Brauchen wir unbedingt!“ Ja, ja, Schatz. Unbedingt. Jetzt liegen die drei Packungen mit den jeweils sechs rollen unangetastet im Fußraum des kleinen Badezimmers herum. In Wirklichkeit hatte der Herr nämlich gar nicht vor, dass unser mobiles Klo zum Einsatz kommt. „Sonst müssen wir das ausleeren.“ War dann das schlagende Argument. Und zugegeben, die Notwendigkeit bestand zu keinem Zeitpunkt, denn zu keinem Zeitpunkt kamen wir in die Verlegenheit, autark stehen zu müssen. So zählen wir dies zu den Dingen, die nicht gebraucht wurden. Doch im Großen und Ganzen waren wir ziemlich gut organisiert.

Und nun gibt es zum Thema Wohnmobil (m)ein ganz persönliches, ungnädiges Fazit…

Wir sind so frei…

…wie unser Vehikel es zulässt.

Grenzenlose Freiheit oder Klotz am Bein? Bedeutet Wohnmobil wirklich „-mobil“, wie es der Name beinhaltet? Oder ist all das nicht vielmehr einer großen, gelungenen Werbekampagne zu verdanken, dass nun in diesem Sommer alles mit Sack und Pack in die riesenhaften, fahrbaren Ungetüme steigen?

Gerade jetzt, in diesem Moment, bin ich drauf und dran, letzteres zu vermuten.

Urlaub mit Wohnmobil ist gerade in aller Munde. Was früher eher die älteren Jahrgänge betraf, wurde zum Trend für eine ganze Nation. Trotz teilweise stolzer Preise sind im Sommer 2020 die meisten Fahrzeuge lange im voraus ausgebucht. Passende Onlineportale wachsen wie Pilze nach dem Regen. Menschen, die noch nie einen Campingurlaub genossen, stehen plötzlich bei der Campervermietung Schlange oder stöbern im Geschäft nebenan, zwischen metallenen Trinkbechern, Papptellern und Zubehör. Unbedarfte entdecken ihre Liebe zum Campen.

Unbedarfte wie wir.

Was heißt für dich „frei“?

Wann fühle ich mich frei? Ich meine, so richtig frei? Richtig, wenn ich ohne Ballast reise, und ohne Verantwortung. Leicht und mit einem einzigen Rucksack bewaffnet wie damals in Nepal. Ohne mir Gedanken darüber machen zu müssen: wo stelle ich meinen fahrbaren Untersatz ab? Insbesondere wenn der fahrbare Untersatz die Größe eines Kleinbusses hat.

Aktuell stehe ich mit Stefan wutschnaubend an einem Parkplatz unterhalb der mittelalterlichen Stadt Siena, in Toskana, Italien. Die Sonne scheint fröhlich vom Septemberhimmel hinab und der Parkplatz ist mehr oder weniger verweist. Ich wollte Stefan die wunderschöne, auf einem Berg gelegene Stadt zeigen mit seiner wunderbaren Kathedrale, seinem großen Platz, auf dem jährlich ein Pferderennen veranstaltet wird, und den vielen engen Gassen. Doch daraus wird wohl nichts. Denn obwohl wir gerade sowieso an Siena vorbei kommen auf unserem Weg nach Florenz, obwohl das Wetter passt und die nötige Restzeit vorhanden ist, wird unser schickes, großes Wohnmobil zum Problem.

Als ich zuletzt 2013 mit meiner Freundin Nina Siena besuchte, ließen wir unseren Mietwagen, einen kleinen Fiat Punto, direkt vor den Toren der Stadt stehen. Das geht jetzt natürlich nicht. Das 7,5 Meter lange Monster will ordnungsgemäß verstaut, sprich: geparkt werden, und so finden wir uns auf einem Parkplatz für Wohnmobile ein, rund anderthalb- bis zwei Kilometer unterhalb der Stadt. Das Tagesticket fürs Parken kostet einen pauschalen Betrag von zwanzig Euro, und selbst diese würde ich irgend jemandem liebend gerne in den Rachen werfen, doch weit und breit ist niemand zu sehen. Es ist außerhalb der Saison, es ist Corona-Zeit (damit wird wohl ab sofort so ziemlich alles begründet werden: „es ist Corona…“) und zudem ist noch Nachmittag und Siesta.

Vergebens erwarten wir deutsche Geschäftigkeit, nur weil wir jetzt da sind: das interessiert hier so ziemlich niemanden. Zu allem Überfluss erklärt sich Stefan unfähig und nicht willens, den Berg mit seiner Steigung, seinen Treppen und seiner… STEIGUNG hinauf zu gehen. „Geh alleine.“ Sagt er. „Ich warte hier auf dich. Beim Wohnwagen.“ Ein hasserfüllter Blick zum glänzenden Blech. Am liebsten würde ich das Ding jetzt in die Tonne treten.

Im Endergebnis lassen wir Siena links liegen und fahren weiter zu unserem Campingplatz am Fuße von Florenz, an den wir anschließend bis auf weiteres für die nächsten Tage gebunden sind, angewiesen auf den Shuttle-Service des Campingplatzes, der uns in der Nähe von Ponte Vecchio am Arno rauslässt. Die große Freiheit sieht für mich anders aus.

 

Warum Wohnmobil?

Warum haben wir uns also gerade dafür entschieden?

Wie so oft in letzter Zeit, lautet auch hier die Antwort: Corona ist schuld.

Ja, wirklich. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr waren Flugreisen zwar möglich, aber für uns keine wirkliche Option. Auch ein Aufenthalt in einem Hotel erschien uns zu riskant. Was, wenn da ein paar erkranken und der gesamte Bau unter Quarantäne gestellt wird? Was, wenn Flüge wieder einmal eingestellt werden? Was, wenn?

Um die Risiken für unsere Reise so weit es geht zu minimieren, entscheiden wir uns für die größtmögliche logistische Unabhängigkeit; diese verspricht uns eine Reise in einem gemieteten Wohnmobil. Hierbei ist weder Flug noch Hotel notwendig  und sollte sich die Lage in der jeweiligen Region verschärfen, steigen wir einfach ein und fahren weiter.

 

Worauf zu achten ist

Spät erst dämmert mir, dass ein Wohnmobil-Urlaub eben nicht die ultimative Freiheit bedeutet. Zumindest nicht, wenn kein Jedermannsrecht gilt wie in einigen skandinavischen Ländern.

Zunächst einmal wollen auch Campingplätze vorreserviert werden, wenn man noch irgendwo ein schönes Plätzchen mit Meerzugang und Ausblick ergattern möchte. Klar ist es möglich, spontan und nach Laune von Campingplatz zu Campingplatz zu gondeln, und außerhalb der Saison hat man damit sogar Glück. Doch gerade nahe sehenswerter Städte wie Florenz und gerade in einem Jahr, in dem so ziemlich jeder plötzlich campen geht, reserviert man lieber früher.

Also planen wir rechtzeitig unsere Route. Wir sind festgelegt, ähnlich wie bei einer klassischen Reise a la Hotel mit Flug.

Zudem fehlt uns die Mobilität vor Ort. Denn sobald wir einen Campingplatz erreichen, auspacken und die Markise ausfahren, ist aus dem Mobil ein Nicht-Mobil geworden, ein Zuhause auf Zeit. Und da Campingplätze nur selten irgendwie zentral, stattdessen aber oft abseits in „ruhiger Lage“ stationiert sind, bräuchte es ein Mittel für die Fortbewegung, um mobil zu bleiben. Fahrrad (muss man haben…), Motorrad (muss man transportieren können…), Mietwagen (muss man mieten). Gerade letzteres verursacht zusätzliche Kosten.

Kommen wir zu den Kosten.

 

Welche Kosten fallen an?

Nein, hier wird es keine Einzelaufstellung der einzelnen Positionen geben, denn die Preise ändern sich von Saison zu Saison. Zudem ändert sich im Rahmen der Pandemie sowieso momentan vieles in der touristischen Branche, um eine Gültigkeit für die nächsten Jahre in Anspruch zu nehmen.

Allgemein ist das Campen mit einem Wohnmobil gar nicht so günstig wie man meint. Wir haben unseren Carado T447 für rund 95 Euro am Tag gemietet, Plus Kaution und Zubehör (geeignetes Toilettenpapier, Campinggeschirr usw.). Es fallen zudem Kosten für die jeweiligen Stellplätze an, die je nach Reiseziel unterschiedlich hoch sein können. Dazu kommen noch Maut und Benzin.

Will man vor Ort kleinere Ausflüge in die Umgebung machen, kann man sich an den öffentlichen Verkehrsmitteln orientieren, ein Auto oder ein Fahrrad mieten. Hier fallen weitere Kosten an.

Entscheidet man sich für den Kauf eines Wohnmobils, sieht die Sache günstiger aus. Doch dann ist man gebunden an diese eine Art zu reisen, und die Reiseziele müssen in einer mit dem Wohnmobil erreichbaren Nähe liegen. Oder man ist in Rente und hat unendlich viel Zeit. Und auch ein Stehplatz fürs ganze Jahr zu Hause in Deutschland ist vonnöten.

Eine Alternative ist ein Wohnwagenanhänger. Dieser hat den Vorteil, dass nach dem Abkoppeln ein Auto zur Verfügung steht. Voraussetzung ist hier eine Anhängerkupplung. Diese Art des Campings wollen wir das nächste Mal ausprobieren.

 

Nix für mich

Wie ihr sieht, habe ich mich bereits festgelegt. Mein Bericht ist voreingenommen und tendenziös. Lasst euch nicht abschrecken. Für mich ist das Reisen mit dem Wohnwagen einfach nicht das Richtige, denn von der großen Freiheit habe ich hierbei nichts gespürt. Im Gegenteil, einfach auf und davon ist kaum möglich, denn immerzu stellt sich die Frage: wo lassen wir das Monster stehen?

Am leichtesten reise ich mit einem Rucksack. Frei und ungebunden. Vielleicht noch mit einem Mietwagen, je nach Voraussetzungen im jeweiligen Land. Und sobald es irgendwie möglich ist, werde ich zu dieser Art zu reisen zurückkehren.

 

Gab es auch gute Seiten?

Ja, die gab es tatsächlich. Das Kochen an der freien Luft. Die Abendessen unter der Markise. Das frühe Aufstehen, weil man einfach, mangels an Ablenkung, früher zu Bett geht. Ausgeruht sein. Frisch sein. Nachts den Regen auf das Glasdach des Wohnwagens trommeln hören. Die Nähe zu Natur (diese wartet gleich draußen, just vor der Tür…). Ja, das Gefühl des Campings ist ein besonderes. Es hat was für sich. Wir geben dem noch eine Chance. Und dann schauen wir mal.

Kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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46 Kommentare

  1. says:

    Das ist mit Sicherheit nicht fuer den Urlaub, sondern ein dauerhaftes Zuhause.

    1. says:

      Das denke ich auch 🙂

  2. says:

    Liebe Kasia,
    ein ganz prima Artikel! Deine Erfahrung/Einschaetzung deckt sich fast 100%-ig mit der Meinigen/Unsrigen. Auch wir hatten uns, wegen Corona, mal sehr stark mit dem Reisen per Wohnmobil, hierzulande RV [Recreational Vehicle] genannt, beschaeftigt, und auch probeweise einmal eines gemietet. Ein paar meiner Beitraege dazu findest Du hier:
    https://wp.me/p4uPk8-370
    https://wp.me/p4uPk8-3aT
    https://pitsfritztownnews.wpcomstaging.com/2021/03/06/rv-vs-condo-comparing-costs/
    Demnaechst werde ich zu Deinem Beitrag hier noch ausfuehrlicher schreiben. Fuer jetzt nur so viel: wir haben lange hin und her ueberlegt, ob wir uns wirklich ein WoMo oder einen Campinganhaenger [Sattelauflieger] fuer einen Pick-Up Truck anschaffen sollten, haben uns dann aber dagegen entschieden. Aus vielerlei Gruenden, die ich dann in einem weiteren Kommentar mal nennen werde. Ich denke auch immer noch daran, dazu einen rtikel in meinem Blog zu schreiben.
    Liebe Gruesse, und habt ein feines Pfingstfest,
    Pit

    1. says:

      Lieber Pit,

      vielen Dank! Schreib gerne einen Artikel zu deinen Erfahrungen, ich bin schon sehr gespannt, wie ihr das so erlebt habt. Ich schaue mir deine Links direkt mal an. Soweit ich mitbekommen habe, soll das Reisen mit Wohnmobil in den USA nochmal eine andere Nummer sein (mehr Raum, viel Natur, größere Stehplätze?), es kommt eben immer darauf an, welche Art Urlaub man erleben möchte. Ich habe mich mit dieser Art zu reisen jedenfalls schon sehr gebunden gefühlt.

      Liebe Grüße und auch ein schönes Fest,
      Kasia

      1. says:

        Ja, liebe Kasia, das Reisen mit einem Wohnmobil hat hier in den USA wirklich andere Qualitaeten/Dimensionen. Schau‘ Dir mal das Bild in diesem Beitrag an:
        https://wp.me/p4uPk8-37Z
        Ich schaetze mal, das wir da gerade so etwa eine dreiviertel Million Dollar ueberholen.
        Liebe Gruesse, und hab‘ einen feinen Sonntag,
        Pit

        1. says:

          Die USA sind irgendwie auch das Wohnmobilland schlechthin. Du meinst den Doppeldecker-Bus? Das ist das Wohnmobil? Na Respekt…

          Liebe Grüße
          Kasia

          1. says:

            Mit „Wohnmobil-Land schlechthin“ magst Du Recht haben, liebe Kasia. Das Teil im Bild ist kein Doppeldecker-Bus, obwohl es von der Groesse her fuer einen Reisbus passen koennte, sondern ein Tiffin-Allegro Wohnmobil von fast 14 Meter Laenge und einem Anfangspreis von knapp 450.000 Dollar. Ich hab’s mir gerade auf der Tiffin-Webseite nochmal angesehen. Da hat man wirklich ein Luxus-Heim auf Raedern. Auch der Truck dahinter ist „nicht ganz billig“: ueber 70.000 Dollar duerfte der auch gekostet haben. Irgendein PKW dahinter ist bei fast jedem Wohnmobil hierzulande aber ueblich und auch ein Muss. Du hast es ja in Deinem Artikel hier geschrieben, dass eben ein Wohn“mobil“ die Mobilitaet auch einschraenken kann, weil man damit nicht in Staedte kommt. Das, naemlich einen Wagen hinterherziehen zu muessen, war ein ganz wesentlicher Grund fuer uns, dass wir uns gegen ein Wohnmobil entschieden haben. Wir wollte nicht den zusaetzlichen Verschleiss, wenn wir das Auto im Grunde ja gar nicht fahren.
            Liebe Gruesse,
            Pit

          2. says:

            Unglaublich, für diesen Preis kann man sich wirklich ein bescheidenes Heim leisten. Es ist echt spannend, sowas mal zu sehen. Vielleicht ist es das Richtige für Menschen, die es weniger als Urlaub, sondern eher als eine Lebensweise sehen.

            Liebe Grüße
            Kasia

  3. Wenn man gar kein Haus und keine Wohnung hat, dann kann ein Wohnmobil durchaus Sinn ergeben.

    So macht es zB die Kollegin Mandy Raasch: https://movingroovin.de/

    1. says:

      Sieht überflogen sehr cool aus, seine Art zu leben (?). Ich schaue es mir heute Abend genauer an. Danke für den Link!

  4. Ich finde es gut, mal etwas Neues auszuprobieren.
    Aber noch besser ist es, wenn andere das für einen tun und dann resümieren. 🙂

    Für mich ist das eh nichts, weil ich kaum ein normales Auto einparken kann. Und, wie schon jemand kommentiert hat, wenn ich unterwegs bin, will ich nicht selbst das gleiche langweilige Zeug kochen, das ich zuhause koche. Insbesondere nicht in Italien.

    Und ich sähe es auch eher als Klotz am Bein. Ich sehe ja schon Autos, Rollkoffer und Freundinnen als Klotz am Bein, da würde ich sicher nicht in so einen Panzer steigen.

    Dazu kommt, dass ich eigentlich immer allein unterwegs bin, so dass das Wohnmobil wahrscheinlich teurer kommt als der Zug und die Übernachtung über Ciuchsurfing. Wenn man zu viert in ein Wohnmobil passt, kann die Rechnung schon wieder besser aussehen.

    Ich bin einmal als Gast in einem Wohnmobil von Rom nach Sizilien mitgefahren, das war allerdings schon gemütlich.

    1. says:

      Ich habe das Ungetüm sehr gerne für dich getestet 😉

      Als Gast sieht die Sache natürlich ganz anders aus, vor allem da man im Anschluss keine Verantwortung für das „Wohnhaus“ tragen muss. Wenn man aber überlegen muss, wohin damit, eher man sich in der Gegend umschauen kann, kann es anstrengend werden. Ich denke, es ist das richtige für ein gemütliches Unterwegssein ohne Sightseeing-Anspruch und ohne den Wunsch nach italienischer Küche. Aber wie Tom schon kommentierte, „gemütlich“ ist eine Berghütte auch 🙂

      Mal schauen, vielleicht WoMo-Urlaub in den USA oder Kanada, aber sonst eher nicht.

      Dich in einem Wohnmobil kann ich mir gar nicht vorstellen, du bist so ein freiheitsliebender Mensch 🙂

      1. Ich denke auch, für Kanada oder USA passt es besser. Vor allem, wenn man noch Jäger ist und wochenland draussen rumlungert, bis was vor die Flinte läuft.

        Aber in Europa, wo jede Stunde ein Zug nach Siena geht, …

        1. says:

          …genau 🙂

          Eine Jägerin bin ich auch, ich sitze da und warte, bis mir was vor die Linse läuft… 🙂

  5. Stefan says:

    Zusammengefasst, Stefan = Schuld, Kasia = Opfer 😀

    1. says:

      Nein, zusammengefasst: Stefan, schuld, nächstes Mal: Anhängerkupplung 😉

    2. So ist es immer. 😀
      Wer den Artikel schreibt, hat nie Schuld. 😉

      1. says:

        Das hast du mit chirurgischer Präzision genau richtig erfasst 😉

  6. Hallo Kasia,

    mit Interesse habe ich deinen Beitrag über den WoMo-Urlaub gelesen. Ich muss vorausschicken, dass ich noch nie der große Camper war. Mit Kollegen habe ich mal einen Urlaub am Gardasee zugebracht – im Zelt. Das hatte den Vorteil, dass wir ein Auto für Ausflüge zur Verfügung hatten. Ein Gewitter mit Hagel hat uns dann gezeigt, dass wir in der freien Natur übernachtet haben – wohl auf dem Campingplatz aber das ist ja egal.

    Mich wundert, dass Stefan eine WoMo-Urlaub machen will um dann den Urlaub am Wohnmobil zu verbringen. Wenn ich irgendwo bin möchte ich auch die Gegend anschauen usw. Touristenalltag halt. Die Füße ins Wasser hängen kann ich auch zu Hause.

    Schade, dass ihr an Siena vorbeigefahren seid. Es hätte sich gelohnt. Wir waren mit dem Bus in der Toskana und haben von unserem Hotel Ausflüge in die Umgebung gemacht. Siena war einer davon. Neben den Sehenswürdigkeiten haben mich auch die Erklärungen zum Pferderennen interessiert.

    Ich hatte mal vor mit meiner Frau mit dem PKW von Stadt zu Stadt zu ziehen und so unter anderem Deutschland kennen zu lernen. Die Absicht habe ich aufgegeben, weil mir das ganze Drumherum zu viel Aufwand war.

    Vielleicht bin ich zu voreingenommen was Camping-/WoMo-Urlaub angeht oder bin ich ganz einfach nicht geschaffen dazu.

    Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag.

    Harald

    Übrigens: Für das Problem vom weit außerhalb gelegenen Stellplatz in die jeweilige Stadt zu kommen habe ich eine Lösung gefunden. Schau mal hier: https://camperstyle.de/10-luxus-wohnmobile/

    1. says:

      Lieber Harald,

      da muss ich etwas zu Stefans Verteidigung einwerfen: er schaut sich schon gerne Städte und so weiter an, aber er ist nicht gut zu Fuß (ein Problem mit der Hüfte). Und im großen und ganzen bin ich tatsächlich die aktivere von uns beiden. Oder die neugierigere? Wie dem auch sei, ich bin da ganz bei dir: ich bin deshalb unterwegs, um so viel wie möglich zu sehen, und das WoMo hatte den Nachteil, dass man eben gebunden war (ich schaue gleich mal in deinen Link rein, vielen Dank).

      Zelten… ach, als ich einmal in der Schweiz zelten war, hat es Taubeneier gehagelt. In den Bergen kann sowas auch mal im Sommer passieren 😉 Ich muss sagen, das Zelten habe ich geliebt. Da hatten wir auch das Auto zur Verfügung, allerdings gab es am Vierwaldstädtersee auch die Möglichkeit, mit dem Schiffchen nach Luzern zu schippern. Traumhaft.

      Liebe Grüße
      Kasia

      1. Meine Aussage zu Stefan war nicht böse gemeint. Ich habe auch mit der Hüfte Probleme, weshalb mein Radius ziemlich eingeschränkt ist. Im Moment schaffe ich so 5-6 km. Das ist nicht sehr viel und bremst gesunde Mitwanderer erheblich aus.

        Du bist natürlich die Neugierigere. Du bist ja schließlich eine Frau. 😊

        1. says:

          Lach… und Frauen sind so, das stimmt 🙂 Ich weiß, dass das nicht böse gemeint war, alles gut. Und dass ich ihn immerzu zum Wegfahren animieren musste, stimmt auch. Als wir dann unterwegs waren, hat es ihm gefallen. Aber ihn aus dem Wohnmobil (oder von der Liege/vom Strand/aus dem Wasser) zu kriegen, ja, das war manchmal ein Act…

    2. says:

      Okay, der Bus ist der Hammer. Eine geniale Idee 🙂

      1. Ich würde langsam mal anfangen zu sparen. 😉

        1. says:

          Oh… was denn, sparen??
          (und schon ist der Bus wieder weniger attraktiv geworden…) 😉

  7. Also, ich war jetzt schon ein paar mal mit einem WoMo unterwegs und war immer sehr zufrieden. Gut, ich war jetzt nicht in Deutschland, Italien oder sonst wo in Europa, sondern in der USA und Kanada und habe die Zeit richtig genossen. Auch ich musste zu Anfang lernen mit der Größe eines WoMo’s umzugehen, aber mittlerweile brauche ich kein 27ft oder noch größeres WoMo mit dem man in keine Stadt kommt (oder nur sehr schwierig, Parkplatz), 19ft für 2 Personen sind vollkommen ausreichend. Fahren lässt er sich wie ein größerer PKW und einen Parkplatz findet man immer.
    Meinen ersten WoMo-Testurlaub habe ich auf einem Stellplatz in Oberammergau verbracht. Danach war ich geheilt. Kein Platz, alles so eng (wenn der Nachbar einen Pups gelassen hat, wackelte das WoMo), Toilettenentsorgung, Lärm, alles nicht mein Ding.
    Schweren Herzens habe ich mich dann doch für einen WoMo-Urlaub in Südwesten der USA entschieden. Eine ganz andere Sache, viel Platz um das WoMo herum, Ver- und Entsorgung des Wassers und des Abwassers kein Problem. Schläuche raus, in die entsprechenden Vorrichtungen und los gehts.
    Gut, ich und meine Frau sind jetzt nicht die Menschen, die gerne Städte besuchen oder sonstige kulturelle Veranstaltungen, die mitten in der Stadt abgehalten werden. Wir sind da mehr naturverbunden und lieben es durch die Natur zu fahren und auf entsprechenden Camp-Grounds zu übernachten.
    Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon wieder, mit einem WoMo in den Südwesten der USA oder einem Truck-Camper in Kanada unterwegs zu sein!!!
    Liebe Grüße
    Roland

    1. says:

      Lieber Roland, vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen, ich habe leicht geschmunzelt über den pupsenden Nachbarn 🙂 Es war die Enge, die mich teilweise auch abgeschreckt hat bei der ganzen Camping-Geschichte. Wie du schon sagst, jeder schaut einem in den Vorgarten (sozusagen). Vielleicht haben wir das Ding auch für uns zu groß gewählt, aber da wir zum ersten Mal auf so kleinem Raum unterwegs waren, wollten wir ein wenig Ausweichmöglichkeiten haben.

      Ich denke, es macht einen großen Unterschied, wo man unterwegs ist. Europa ist (größtenteils) sehr beengt, zumindest wenn man sich Deutschland, Italien, Spanien anschaut, also die Ziele, wo der Deutsche eben gerne unterwegs ist. Mit viel Natur und viel Weite sieht das bestimmt ganz anders aus. Die USA haben Raum ohne Ende. Und WoMo-Urlaub in Kanada, da bringst du mich auf einen Gedanken 😉

      Ich weiß jetzt definitiv, dass das Wohnmobil zu der Art des Urlaubs (viel Natur und Ruhe) passen muss. Will ich einen Trip durch die pittoresken Ortschaften Italiens machen, nehme ich lieber einen Punto. Oder gleich eine Vespa… 😉

      Liebe Grüße
      Kasia

      1. Schau mal bei mir unter Kanada nach. Da findest du einiges über unsere Truckcamper Reise 😉
        Liebe Grüße
        Roland

        1. says:

          Vielen Dank! Ich werde auch mal Stefan auf deine Berichte „ansetzen“ 😉 Das hat den Hintergrund, dass Kanada bei uns für letztes Jahr auf dem Plan stand und der Mann verfolgt die Idee noch immer. Vielleicht können wir von euren Erfahrungen profitieren. Oder einfach nur in Reisesehnsucht und Selbstmitleid baden… 😉

          Liebe Grüße
          Kasia

          1. says:

            Wenn er fragen hat, soll er sich melden.

          2. says:

            Dankeschön, das ist lieb von dir.

  8. Das Konzept des freien Reisens mit einem Wohnmobil passt wohl nicht zur deutschen Regelungswut. Vielleicht sollte man das wirklich mal in Schweden probieren…

    1. says:

      Ja, das war so mein Gedanke. Eigentlich ist das Campen (fast) überall geregelt, Deutschland, Italien… Du bist (Stell)platzgebunden, da kann man ebenso gut auch eine Ferienwohnung mieten.

      Das mit Schweden war auch mein Gedanke, falls wir uns nochmal dafür entscheiden. Dann machen wir so ein Trip einfach des Campens wegen. Das ist schon eine Reiseart für sich und hat ihre besonderen Anforderungen.

      1. Richtig! Zu dem Preis finde ich auch fast überall ein Zimmer, vor allem, wenn man die Platzgebühren dazurechnet.

        1. says:

          Wenn man nach dem Preis geht, rentiert sich das nur, wenn man so ein Teil kauft. Damit hat man sich aber festgelegt. Da muss die Liebe zum Campen schon groß sein…

          1. says:

            Oder man müsste ohnehin einen Leihwagen nehmen. Was mich stören würde ist, dass man nicht da übernachten kann, wo es schön ist, sondern auf festgelegten Plätzen und zum Teil mit vielen anderen. Da bin ich mit PKW und Pensions- oder Hotelzimmern flexibler.

          2. says:

            Jaa… genau meine Rede. Wie schön, dass mich einer versteht 😉

          3. says:

            Naja, das, was Du unter den positiven Aspekten aufzählst, könnte man so oder so ähnlich auch in einer Berghütte haben.

          4. says:

            Hm. Könnte man. Aber eben auch beim Campen. Außerdem wollte ich jetzt nicht alles komplett schlecht reden, das ständige Auskehren des Bodens formt den Charakter 😉 😉

          5. says:

            Aber in einer Berghütte war ich noch nicht, das wäre auch mal ein Gedanke 🙂

  9. Ja, Stefan hat tatsächlich meist recht viel Gepäck dabei. Heutzutage ist es hauptsächlich sein umfangreiches Foto-Equipment, was da reinhaut. Ich kann mich aber auch an einen USA-Trip vor vielen Jahren (2007 oder so) erinnern, in dem er sich hemmungslos dem Konsumrausch hingegeben hat. Jeans, Sportklamotten, Turnschuhe, Baseballbücher, Videospiele … Da wurde das Geschleppe der unzähligen Einkaufstüten von Motel zu Auto zu Motel tatsächlich irgendwann lästig 😂. Einmal hat er denn sogar eine Tüte mit Zeug versehentlich in einem der Motels liegen gelassen. Was erst auffiel, als wir schon wieder zuhause waren. Kein Wunder beider Menge, die er eingekauft hatte! Muss ich noch gesondert erwähnen, dass wir für den Rückflug noch einen extra Koffer kaufen mussten 😇? Nee, oder? Aber wie gesagt: heute ist es hauptsächlich die Technik, die er dabei hat.

    Ja, stimmt, mit den Jungs im Schlepptau muss man Kompromisse eingehen. Sie mit uns aber auch 😅!

    1. says:

      Oh je, das klingt nach mir in meiner Anfangszeit des Reisens 🙂 ganz viel Gepäck, man könnte ja alles mal brauchen. Zwei Drittel des Gepäcks wurde anschließend nicht gebraucht. Da ist es natürlich ein Act, alles wieder zusammenzupacken und ins nächste Hotel „umzuziehen“. Hin und wieder kauft man auch was ein…

      Inzwischen habe ich ein wenig „abgespeckt“, was die mitgebrachten Sachen betrifft. Der Großteil passt in einen Rucksack. Was viel Platz beansprucht, ist die Kosmetik, genauer gesagt Flüssigkeiten wie Kontaktlinsenlösung, Mückenspray und Sonnenschutz.

      Mein Liebster weiß genau: wenn man mit mir unterwegs ist, dann wird auch mal besichtigt. Und erkundet. Gerne auch etwas ausgiebiger. Der arme, ich glaube, das viele Laufen ist für ihn Kompromiss genug… 😉

  10. „Wann fühle ich mich frei? Ich meine, so richtig frei? Richtig, wenn ich ohne Ballast reise, und ohne Verantwortung.“ Damit hast du alles gesagt, was auch ich zu diesem Thema denke. Danke für diesen Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele! Ich habe auf unserem letzten Trip mit einem gemieteten WoMo 2019 durch Portugal auch alles Mögliche gespürt – die große Freiheit war aber nicht dabei.

    Nun habe ich das „Pech“, dass mein Stefan gerade diese Art zu reisen besonders gut findet. Er fühlt sich dabei wirklich unabhängig Und er mag z.B., dass man sein ganzes Zeug immer dabei hat und nicht wie im Hotel ständig ein- und auschecken muss. Einmal das WoMo beladen, nie wieder packen. Da mich das Ein- und Auschecken aus Hotels nicht wirklich stört, hat mich dieses Argument nicht so überzeugt.

    Ich muss gestehen, dass ich auf Reisen auch keine Lust habe, den gleichen Haushaltskram erledigen zu müssen wie im Alltag zuhause. Plus den fast noch größeren Aufwand, denn, wie du schon schreibst: kaum gefegt, ist die Bude schon wieder voller Dreck. Spülen ist umständlich wegen des Platzmangels. Wasser musste erst mal aufheizen. Und auffüllen und Abwasser ablassen musste dann auch noch. Und das Chemieklo wegbringen – ach hör mir auf 😅!

    Das Schlimmste aber sind tatsächlich die von dir schon thematisierten Punkte: Wo lasse ich die fette Kiste? Und was habe ich davon, wenn ich etliche Kilometer von dem entfernt bin, was ich mir anschauen möchte? Aus Gesprächen mit und aus Blogbeiträgen von passionierten Wohnmobilisten ist mir eines klargeworden: der „echte“ WoMo-Fan sucht sich seine Standorte weniger nach kulturellen Aspekten aus, sondern eher danach, wo eine gute Aussicht winkt, wenn man morgens aus der Blechkiste steigt. Dass es da nichts anderes gibt: geschenkt. Tische und Stühle raus vors WoMo, lecker Essen und trinken, schöne Aussicht, ggf. Ruhe und gut is. Das ist jetzt nicht als Verurteilung gemeint! Es ist halt eben so gar nichts für mich. Da bin ich ganz bei dir 😎.

    1. says:

      Liebe Elke,

      danke, danke, danke! Schön zu lesen, dass ich da nicht alleine bin. Leider ist es bei uns so, dass „mein Stefan“ WoMo auch besonders gut findet. Er hätte gar nicht das Bedürfnis, sich besonders viel anzuschauen; einfach die Kiste irgendwo am Meer abgestellt und jeden Tag die Füße ins Wasser gehängt, tagelang, das würde ihm reichen. Und ich werde dann ungeduldig, denn es treibt mich die Frage um: was gibt es da sonst noch? Ich will RAUSRAUSRAUS.

      Der „Haushalt“ hat mich komischerweise nicht so sehr gestört; wenn du den lieben langen Tag sonst nichts zu erledigen hast, dann ist das schon okay, und vor allem das Essen draußen hat mir gefallen.

      Aber was an einem Hotelzimmer so schlimm sein soll? Kann es sein, dass dein Stefan viel Gepäck dabei hat und er deshalb das Ein- und Auschecken als umständlich empfindet? Für mich ist so ein Zimmer (Hotel, Hostel, Ferienwohnung…) maximal flexibel. Du bist zentral – oder abseits von allem, so wie du das willst. Du kannst dein Transportmittel wählen. Will ich ein Auto? Einen Roller? Fahre ich mit Zug oder Bus? Und dann eventuell zu Fuß weiter? (leider ist mein Stefan nicht so gut zu Fuß…)

      Aber wie es so ist, wenn man mit den Männern unterwegs ist: Kompromisse schließen ist das A und O. Nicht jeder ist so hart im Nehmen wie wir, Mädels… 😉

  11. Vielen Dank für Ihre Erkenntnisse. Ideal ist das Reisen mit einem Mobilheim (insbesondere, wenn Sie längere Zeit reisen möchten). Ich selbst habe es einmal mit einem Mietwagen gemacht. Leider war ich nach einer Woche wegen der vielen technischen Probleme wieder zu Hause. Zum Glück habe ich mein Geld vom Vermieter zurückbekommen.

    1. says:

      Was meinen Sie mit einem Mobilheim? Einen Anhänger? Ja, das habe ich mir auch schon als Option überlegt. Man könnte ihn abstellen und hat dann ein Fahrzeug zur Verfügung. Es kommt vermutlich auch darauf an, wo man verreist. Viel Natur ist wunderbar für das Reisen mit Camper; viele kleine Städchen mit engen Gassen sind es wohl nicht…

      Danke für das Teilen Ihrer Erfahrung. Schön, dass sie nicht auf dem Schaden sitzen geblieben sind.

Was brennt dir auf der Zunge? ;-)

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