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Wasser in seinen schönsten Formen

Mannis Fotoprojekt Nr. 3. Wohl kaum irgendwo auf der Welt zeigt sich das Element Wasser so vielfältig und schön wie in Island. Feuer und Eis? Nun, es ist nicht nur das Eis. Obgleich die Gletscherlagune Jökulsarlon und der Diamond Beach zu den Highlights der Insel gehören. Es sind die Geysire, die Fumarolen, die Wasserfälle. Die dampfende Erde, wo aus vulkanischer Wärme kostengünstige Energie gewonnen wird.

 

Gullfoss

Der „Goldene Wasserfall“, teilweise gefroren. Einer isländischen Sage nach verbirgt sich im Wasserfall ein Topf voll Gold, und der Weg dorthin führt über einen Regenbogen, der sich in dem aufsteigenden Nebel und Sonnenstrahlen bildet. Als ich dort bin, ist Winter – keine Chance auf meinen Topf voll Gold.

Gullfoss ist ein Zwei-Stufen-Wasserfall, der sich über insgesamt 32 Meter Höhe erstreckt. Der Goldene Wasserfall ist namensgebend für den sogenannten „Goldenen Kreis“, eine Route um die Insel, auf der sich die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel häufen. Der Gullfoss wird von Hvita, einem Gletscherfluss, gespeist. Vor allem im Sommer, wenn der Gletscher schmilzt, steigt die Durchflussrate des Wassers. Die höchste je gemessene Durchflussrate beträgt 2000 Kubikmeter pro Sekunde.

 

Strokkur

Der so ziemlich bekannteste Heißwassergeysir in Island. Sehr aktiv, bricht etwa alle zehn Minuten mit einer Säule von 20-40 Zentimetern Höhe aus. Sein Name bedeutet übersetzt in etwa: „Das Fass“. Er entstand bei einem Erdbeben im Jahr 1789.

 

Wolkenformation

Weiche Wolken, die sich in den Bergkämmen verfangen, wie Federkissen im Sonnenuntergang. Die Berge weisen im Wechsel aus Weiß und Schwarz die spezielle, gestreifte Maserung auf.

 

Seljalandsfoss

Einer der schönsten Wasserfälle Islands, 66 Meter hoch. Er liegt im Süden des Landes. Das Besondere an ihm ist der Wasservorhang, hinter dem man hindurch gehen kann. Ein Pfad führt den Besucher hinter den Wasserfall, von wo man durch den Wasserschleier einen Blick auf die Landschaft werfen kann. Im Winter ist der Pfad durch den aufsteigenden Nebel vereist, daher ist der Pfad zu dieser Jahreszeit meist gesperrt.

 

Black Beach

Island ist von schwarzen, vulkanischen Stränden umgeben. Es ist ein besonderer, ungewohnter Anblick, wenn sich das Wasser des Atlantik mit seinen weißen Schaumkronen wie ein Negativbild an den schwarzen Stränden bricht. Ein unwirkliches Szenario.

 

Die Blaue Lagune

Blaa Lonio, wie sie auf isländisch heißt, ist ein künstlich angelegter See, in den das mineralhaltige Wasser aus dem nahegelegenen Thermalkraftwerk abgelassen wird. Es handelt sich hierbei im Grunde um ein Abfallprodukt der Produktion. Ein Gemisch aus Salz- und Süßwasser wird aus dem Erdinneren gepumpt und zur Energiegewinnung genutzt. Hierfür wird die vulkanische Aktivität genutzt, denn die Insel ist an sich ein großer, brodelnder Vulkan, daher kostet Energie auf Island ein Appel und ein Ei.

Das geförderte Wasser ist in der Tiefe rund 240 Grad heiß. An der Oberfläche kommt es mit 37-42 Grad an.

Und da die Isländer ein badefreudiges Volk sind, machen sie gleich mal eine ganze Oase daraus. Das Wasser hier ist milchig blau und trüb, vorkommende Mineralien sind unter anderem Kieselsäure, Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium. Die blaue Färbung entsteht von den enthaltenen Kieselalgen und der produzierten Kieselsäure, die blaues Licht verstärkt reflektiert. Es ist nachgewiesen, dass es Hautkrankheiten wie unter anderem Schuppenflechte heilt.

Das Bad wurde zunächst nur von den Mitarbeitern des Geothermiekraftwerks genutzt, doch im Laufe der Zeit entstand die bekannte Blaue Lagune daraus, die öffentliche Wellness-Oase, die wir alle kennen.

 

Barnafoss

Der Barnafoss wird auch „Kinderwasserfall“ genannt. Er liegt an der Westküste der Insel. Barnafoss ist einer der kleineren Wasserfälle und gehört ebenfalls zum Fluss Hvita. Seine geringe Größe macht er durch tosende Stromschellen wett, die mit viel Kraft durch ein Loch im Gestein gepresst wird. Einst führte eine Rundbogenbrücke auf die andere Seite. Erzählungen nach stürzten zwei Kinder in den Wasserfall hinein, als sie versuchten, die Brücke zu überqueren. Daraufhin ließ die Mutter die Brücke zerstören, damit sich das Unglück nicht mehr wiederholen kann.

 

Gletscherlagune Jökulsarlon

Die Gletscherlagune gehört zu den beliebtesten Attraktionen Islands. Sie liegt in unmittelbarer Umgebung des größten Gletschers in Island, des Vatnajökull. Mit diesem bildet sie das größte Naturschutzgebiet des Landes und das zweitgrößte in Europa. Der Lagunensee wird gespeist durch das schmelzende Wasser des Gletschers. Mit jedem Jahr verändert sich der See und wird immer größer. Das zieht die benachbarten Gletscher in Mitleidenschaft – die Erderwärmung lässt grüßen.

Island war Drehort vieler Kinofilme. An der Lagune selbst wurden die beiden Bond-Streifen gedreht: „Stirb an einem anderen Tag“ und „Im Angesichts des Todes“, sowie „Tomb Raider“.

Die Gletscherlagune kann auf eigene Faust oder im Rahmen einer geführten Tour erkundet werden. Es werden auch Bootsfahrten zwischen den schwimmenden Eisbrocken angeboten.

 

Diamond Beach

Vom Eis des schmelzenden Gletschers Jökulsarlon, das in den Atlantik fließt, gibt es gleich mehrere Bilder. Das Gletschereis bildet unzählige Formen und Skulpturen, naturgemachte Kunst. Weiß, blau leuchtend – ja, selbst schwarzes Eis, mit Vulkanasche versetzt, habe ich dort gesehen. Kleine Eiskristalle, große Brocken. Riesige, felsartige Gebilde im Winter, so groß, dass man sich mühelos dazwischen verliert. Ein Traum für Fotografen.

 

Gletscherhöhlen

Sie waren der Hauptgrund, der Anlass, weshalb ich mich in Island wiederfand. Seit ich einen Bericht darüber gelesen habe, haben sie mich nicht mehr losgelassen. Jedes Jahr im Winter, wenn das Eis stabil genug ist und sich Eishöhlen im Gletscher bilden, werden diese von ortskundigen Guides auskundschaftet, vom Schnee befreit und gegebenfalls abgestützt für ein sicheres und schönes Erlebnis. Es ist nicht erlaubt, alleine auf die Suche nach Eishöhlen zu gehen – zu groß ist die Gefahr, für Nimmerwiedersehen in einer Gletscherspalte zu verschwinden. Doch eine geführte Tour dorthin ist unvergesslich. Zurück wurden wir dann mit dem Schneefahrzeug gebracht, wo uns im Bus isländischer Heavy Metal erwartete. Island, sagte der Tourguide, ist Melancholie und Metal. That’s it.

 

Schneemann 🙂

Ebenfalls Wasser in seiner schönsten Form…

Kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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5 Kommentare

  1. Oh, so schön ?! Island im Winter möchte ich auch noch gerne besuchen. Ich war im Sommer schon total begeistert
    LG Andrea

    1. Du wirst hingerissen sein! Warme, winddichte Kleidung und Spikes für die Schuhe nicht vergessen 😉 Island in Winter ist wunderschön und hat dieses ganz besondere, pastellfarbene Licht… Ja, und ich will nochmal im Sommer nach Island, am liebsten dann, wenn es die ganze Nacht über hell bleibt. Island ist zu jeder Jahreszeit magisch. Anders kann man das nicht sagen.

      Liebe Grüße
      Kasia

  2. Danke und ja bin gut reingekommen ! Vielen lieben Dank für den tollen Beitrag der besonderen Art das „Wasser“ so darzustellen.Wasser ist wasser aber hier hast du schon was aussergewöhnliches gezeigt. Sieht man wirklich nicht alle Tage !!! Vielen lieben Dank nochmals und mir hat es gefallen wenn ich auch kein großer Fan bin der Länder im Norden. Ich bin halt ein Freak für die südlichen !!! LG Manni

    1. Ich liebe hingegen den Norden. Die Kälte und das Eis und die Nordlichter 😉 Das Licht ist da ganz anders, ganz besonderes. Zum Fotografieren ist es ein Traum. Der Süden ist unschlagbar, wenn man dieses spezielle Urlaubsfeeling bekommen will. Momentan wäre mir eigentlich egal, wohin die Reise geht, Hauptsache raus… Liebe Grüße
      Kasia

      1. ja mit dem „reisen“ werden wir wohl noch warten müssen. Kann mir auch den Sommer nicht uneingeschränkt vorstellen. Davon hängen einfach die anderen Länder mit dran wie sich die Sitiuation dort darstellt. Richtig glauben kann ich das alles erst im nächsten Jahr also 2022 !
        Wir hatten Glück im Sommer und bis auf Reisebeschränkungen ging doch alles relativ normal ! Ich war zweimal im Urlaub und möchte mich nicht beklagen. Klar Flugzeug ging nicht aber das ist ja auch kein Weltuntergang ! Wir werden uns überraschen lassen müssen was im Sommer ist ! Danke nochmals für deinen Beitrag !!!! LG Manni

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