Blogparaden, Gedanken

Kasia, ganz klein! – Fotoprojekt „Retro-Foto Kindheit“

Manni ruft zu seinem vorerst letzten (aber wer weiß, wer weiß…) Fotoprojekt auf. Retro-Bilder aus der Kindheit auf Mannis Fotobude. Hm, mal sehen, was haben wir denn da schönes? Meine Mutter hatte sich früher gerne als Hobby-Fotografin betätigt. „Ich hatte kaum Bilder aus meiner Kindheit, ich will, dass du welche hast.“ Pflegte sie immer zu sagen. Und so gibt es Klein-Kasia heute ganz analog, auf Film und Papier verewigt. Ein wenig schade, dass diese Art des Fotografierens, die Ungewissheit, wie die Bilder denn werden würden und die Vorfreude, sie irgendwann mal nach dem Entwickeln abholen zu dürfen, das alles ist etwas, was die heutigen Kinder und Jugendlichen so nicht kennenlernen werden.

Das Foto war noch nicht zu etwas selbstverständlichen geworden und auch nichts, was immer und für jeden zugänglich im Internet für alle Welt zur Schau gestellt wurde. Nein, das Foto war etwas exklusives, es gab nur das eine fürs Album und höchstens ein paar Abzüge für Freunde und Familie. Es gab keine unzähligen Versuche, bis das Foto endlich saß, es gab kein unendlich langes Posing. Es gab entweder die eine Form des Bildes, ein Aufstellen in Reih und Glied mit ernsten Gesichtern. So wie sich mein Opa ablichten ließ. Für das Foto wurde immerzu stramm gestanden und nicht gelächelt.

Später war alles ein wenig lockerer und authentische Aufnahmen entstanden. Authentisch eben deshalb, weil es keine unzähligen Versuche gab. Es gab nur den einen Moment, die eine Situation und, wenn man nicht gerade von professioneller Fotografie spricht, sondern von den privaten, familiären Aufnahmen, so waren es besondere Augenblicke, die da festgehalten wurden. Mein Onkel, wie er Akkordeon spielt. Ein Picknick im Garten. Und Kinder, Kinder sind, sofern sie nicht diesbezüglich diszipliniert werden, ohnehin die authentischsten Wesen überhaupt. Ein Kind lacht nur, wenn ein Kind es will. Doch dann mischt sich der Erwachsene ein. „Komm, lach doch mal fürs Foto!“ Es werden Faxen und Verrenkungen gemacht, um den Kleinen das ersehnte Lächeln zu entlocken. Das lächelnde Kind, die glückliche Kindheit.

Doch wozu? Wieso den Moment nicht so festhalten, wie er nun mal ist?

Heute ist diese Exklusivität des Bildes verloren gegangen. Wir biegen und drehen uns, bis die Pose endlich sitzt. Wir springen auf Felsvorsprünge, um uns „sehr echt, authentisch und aus dem Augenblick heraus“… (aha, wer es glaubt…) ablichten zu lassen. Wir stolzieren mit schicken Kleidchen entlang von Stränden, Bergen und Waldwegen, farblich passend zum Hintergrund. Dieser „eine Augenblick“, den der Betrachter später sehen soll, ist das Ergebnis unzähliger Versuche. „Den Moment festhalten“, doch halt, warte, wo ist der Moment denn hin? Vor lauter Posieren, Lächeln oder Duck Face ist er uns ganz verloren gegangen, zwischen den Fingern zerronnen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Tausend Bilder sagen am Ende… gar nichts.

Weshalb betrachten wir alte Fotografien mit Wehmut und weshalb ziehen sie uns so magisch an? Nicht, weil sie meisterhaft gut ausgeführt wurden, denn die meisten von ihnen sind es nicht. Zumindest die im häuslichen Bereich. So erinnere ich mich an eine Aufnahme, auf der ich, ein zweijähriges blondes Mädel, nur zur Hälfte zu sehen bin. Den beinahe vollen Bereich des Bildes besetzen zwei Hühner, die sich um einen Wurm streiten. Festgehalten für die Ewigkeit. Und doch käme ich nie auf die Idee, dieses Bild zu löschen (wobei, auch das ist funny, ein „Löschen“ gab es damals noch nicht…). Nein, es ist ihr Seltenheitswert, was die Aufnahmen aus der Kindheit zu etwas Besonderem macht. Und auch ich hebe die alten Bilder auf wie kleine Schätze. Weil es nicht viele davon gibt.

Glücklicherweise habe ich es geschafft, einige Aufnahmen zu digitalisieren, bevor sie in einem dicken Fotoalbum für immer verschwanden. So gibt es nun Klein-Kasia digital – zumindest ein paar wenige Aufnahmen.

 

Bühne frei für Klein-Kasia…

Ein Bild beim Fotografen vom Tag der Taufe. Gar nicht so einfach, ein Kleinkind dazu zu bringen, ruhig in die Kamera zu schauen… soll wohl für alle Beteiligten eine Herausforderung gewesen sein, soweit man den Erzählungen Glauben schenken mag… 😉

 

Es gibt nicht viele Bilder, die ich aus der Kindheit mag. Dieses von „Kasia mit Hut“ gehört definitiv dazu. Auch wenn ich erst Jahre später erfuhr, was dieser „Hut“ da auf meinem Kopf wirklich war…

 

Mit meiner Oma im Garten. Mag ich sehr, obwohl es unscharf ist. Es scheint ein schöner, warmer Sommertag zu sein und wir schauen beide in die Kamera. Klein-Kasia wundert sich, was die Mama da vorne so macht (sie versucht, Klein-Kasia zum Lächeln zu bringen…)

 

Sagt man denn nicht, dass Kinder kleine Engelchen sind? Hier einer der „Fails“, das durch die Überlagerung zweier Bilder auf dem Film entstand. So sieht es ein wenig aus, als wenn ich mit meiner Puppe auf Baumwipfeln stünde…

 

Meine Puppe und ich. Da bin ich glücklich und zufrieden. Wie das früher so in vielen Familien üblich war, trägt die Puppe meine Babykleidung auf… 😉

 

„Mama, was willst du? Ich bin beschäftigt…“ So oder so ähnlich mag mein Gesichtsausdruck wirken, denn Mama, der Paparazzo, sprang unablässig mit der Kamera um mich herum…

 

Verträumte Pose. Kleine Influenzerin 😉

 

Typisches Beispiel für ein posiertes Kinderbild. Eigentlich stimmt alles: das Kleidchen, der Hintergrund, die bunte Mütze und die Blümchen in der Hand… doch glücklich sehe ich nicht dabei aus…

 

Und hier hat Klein-Kasia endgültig die Nase voll. Unter Protest wird das „Fotostudio“ verlassen 🙂

 

Noch zwei, die ich mag. Hier hat es der Fotograf tatsächlich geschafft, mir ein seltenes Lächeln zu entlocken…

 

Das Outfit… ich glaube, „niedlich“ war damals in… hat sich das eigentlich inzwischen geändert?

 

…und hier scheine ich, warum auch immer, richtig zufrieden zu sein. Dieses Kleidchen mit dem rotweiß gestreiften Mützchen bildet eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen…

 

Ey, was geht ab…?

kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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10 Kommentare

  1. Wow ich weiß nicht was ich da schreiben soll !
    Einfach nur köstlich und super süss , und dein Text spricht Bände und ist absolut zutreffend ! Als ich mir dieses Projekt überlegt habe dachte ich das wird der Reinfall des Jahres bzw. aller bisherigen Projekte ! Nun entwickelt sich diese Idee zu einem Highlight aller Projekte und wenn es weiterhin so gut läuft zum Platz 1 ! Ich kann dir nur vielmals Danke sagen fürs mitmachen und du hast ja eine ganz tolle Sammlung. Auch die Größe wie man sie anschauen kann einfach super !
    Also nochmals vielen lieben Dank und ich glaub dir hat es viel Spaß gemacht ! LG Manni

    1. Hallo Manni,
      natürlich hat es Spaß gemacht! 😉 und mich wundert es keineswegs, dass das Projekt so gut ankommt. Ich denke, die meisten von uns schwelgen gerne in Kindheitserinnerungen und kramen in ihren alten Kindheitsbildern… Ob man diese dann öffentlich machen will, ist jedem überlassen, aber ich denke, das ist eine schöne Möglichkeit, den Menschen hinter einem Blog einmal ganz privat und nah zu sehen.

      Liebe Grüße
      Kasia

      1. vielen lieben Dank nochmals und der Beitrag ist wirklich super geworden . ja Bilder hat jeder davon bin ich überzeugt , ob er sie hier zeigen möchte ist eine andere Sache. Wenn nicht muss man das auch akzeptieren !
        Also danke danke nochmals !

        1. Ich hab zu danken 😉

  2. Hallo Kasia,
    nee, wie süß! Von mir gibt es ganz wenige Kindheitsbilder. Ich bin die jüngste von vier Mädchen. Irgend wie wurde bei mir nicht mehr so viel fotografiert. Die Luft war wohl raus!

    Die ältesten Fotos sind Schwarzweiß und richtig winzig. Man kann kaum etwas darauf erkennen.

    Ich kann mich an ein Foto erinnern. Da wollten meine Schwestern mir unbedingt eine tolle Frisur verpassen und haben mir so ein Krönchen aus Haaren auf dem Kopf gezaubert. Das hat geziept und zu lange gedauert. Lach doch mal, sagten sie immer wieder. Das Ergebnis war ein Foto, auf dem ich sehr böse und missmutig schaue, aber mit schöner Frisur.

    Liebe Grüße
    Renate

    1. Ach wie süß! Ja, ich kenne das mit dem „lach doch mal“… Es gibt da ein Hochzeitsfoto meiner Mutter, da schaue ich wie ein glupschäugiger, erschrockener Hase… Ich sag ja, Kinder sind die ehrlichsten Wesen, die es gibt, man kann sie nicht zum Lächeln bringen, wenn sie unzufrieden sind. Ich kann mir deine Miene in der schicken Frisur gut vorstellen 🙂

      Was die Fotos betrifft, da habe ich wohl Glück gehabt, denn ich bin Einzelkind und so hat meine Mama für ordentlich (für damalige, analoge Verhältnisse…) Bilder gesorgt… Sie selbst hatte aus ihrer Kindheit nur deshalb zwei Fotografien, weil Freunde meiner Großeltern mal zu Besuch waren und diese gemacht haben. Seine Kinder ablichten war wohl damals nicht so üblich…

      Liebe Grüße
      Kasia

      1. Hihi, meine älteste Schwester heiratete und ich musste zum Friseur. Der Depp hat mir das Pony zu kurz abgeschnitten zu ansonsten sehr langen Haaren. Ich fand, ich sehe wie ein Depp aus. Hab dann auf keinem Bild gelacht, auch nicht als Blumenmädchen in der Kirche.
        Liebe Grüße
        Renate

        1. Lach, das nenne ich mal passiven Widerstand… Ich hätte auch nicht gelacht. Kinder sind schon cool… 😉
          Zu meiner Kommunion hat mir meine Mutter höchstpersönlich den Pony geschnitten. Der wurde natürlich schief und krumm. Damals war ich aber so glücklich über den großen Tag, dass ich trotzdem überall strahlte…
          Liebe Grüße
          Kasia

  3. Maria Durczak says:

    Witaj, Kasiu! miło Cię widzieć w różnych odsłonach; Kasia na kolanach Babci, wspaniałej Kobiety o pięknej duszy, z mamą, Kasia uśmiechnięta, zadowolona, szczęśliwa i z wymuszonym uśmiechem na twarzy… Dla wszystkich Twoich bliskich to jakby dotknięcie Twojego świata, do którego nas zaprosiłaś! Teraz przyszedł czas na wspomnienia, znów byłam myślami w tym dniu , kiedy byłaś chrzczona…Pamiętam Twoja białą sukienkę, Ciebie, Twoją najbliższą Rodzinę. Jestem wzruszona, szczególnie z powodu tego, że pokazałaś swoją Babcię, której już nie ma pośród nas. Wszystkich można zobaczyć, porozmawiać, a Jej już nie ma, po prostu….Można tylko powrócić w myślach do tamtych dni albo obejrzeć zdjęcia, i przywołać wspomnienia …Magia fotografii 🙂 Kasiu, dziękuję, że Jesteś! Dziękuję też Twojej Mamie! To ona zdecydowała, że będę Twoja Matka Chrzestną i członkiem rodziny!

    1. Dzień dobry, Marysiu! Bardzo Ci dziekuje za piękne i mile słowa. Tez dziękuje, że jesteś 😉 bardzo się cieszę że się zdjęcia podobają. Te z babcią nalezą do moich ulubionych Chociaż już tych bardzo wczesnych dni nie pamiętam.Ach te dawne czasy… Już tylko skrawki dzieciństwa trzymają się pamięci. Ach te dawne czasy… Już tylko skrawki dzieciństwa trzymają się pamięci.

      Przypominam sobie dobrze pierwsza komunie. Fajna ciocie mam. Dziękuje, Marysiu ;-).

      Pozdrawiam serdecznie
      Kasia

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