Europa, Polen

Błonie – heute und damals

…Damals saß ich mit meiner Oma unter den uralten Kastanienbäumen und wir vertilgten die Süßwaren des örtlichen Konditors. Damals saß ich mit meinen Mädels auf einer der Bänke und wir schmiedeten Pläne. Damals sagte der sehr alte, nicht mehr ganz nüchterne Mann zu mir: Sie sind so schön… wenn ich nochmal jung wäre, würde ich Sie heiraten…

Błonie ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Masowien. Die Stadt liegt mitten in Polen etwa 25 Kilometer westlich vom Stadtzentrum der Landeshauptstadt Warschau. Der Fluss Rokitnica fließt durch den Ort.

So viel trockenen Wissens bei Wikipedia.

Doch es ist mehr als nur das. Es ist ein kleines, liebliches Städchen, dessen Marktplatz von einem Brunnen gekürt ist und der rundherum von kleinen, inhabergeführten Tante-Emma-Läden gesäumt wird. Das schmucke, helle Rathaus ist neu restauriert und der Platz bietet im Sommer einen schönen Zufluchtsort zum Entspannen, Verbleiben, zum Brötchen-aufessen, die man sich soeben beim Bäcker um die Ecke geholt hat und die Menschen sowie die herumstolzierenden Tauben beobachten. Beim Metzger gibt es die besten Wurstwaren der Stadt und viele der kleinen Läden haben bis spät in die Nacht wie auch an Feiertagen geöffnet.

An lauen Sommerabenden kannst du entspannt dasitzen und der Musik lauschen, die von lustigen Wasserfontänen begleitet wird und in kalten, winterlichen Nächten die weihnachtliche Atmosphäre genießen, die die Weihnachtsbeleuchtung dem kleinen, gemütlichen Marktplatz verleiht.

Alles in allem ist Błonie ein sowohl alter wie auch neuer, gepflegter Ort, wo das Neue dem Besucher an jeder Ecke begegnet und dessen Kulturhaus und weitläufige Parkanlage mit vielen Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten wie den Fitness-Zirkel, Liegen und einer Eislaufbahn im Winter aufwartet. Doch dem war nicht immer so. Ich kenne die Stadt noch mit all ihren baufälligen Häusern, dem ungepflegten, mit Taubenkot bedeckten Rasen und dem Kino, das so baufällig war, dass bereits Wagemut bewies, wer es freiwillig betreten hatte. Damals saß ich mit meiner Oma unter den uralten Kastanienbäumen und wir vertilgten die Süßwaren des örtlichen Konditors. Damals saß ich mit meinen Mädels auf einer der Bänke und wir schmiedeten Pläne. Damals sagte der sehr alte, nicht mehr ganz nüchterne Mann zu mir: Sie sind so schön… wenn ich nochmal jung wäre, würde ich Sie heiraten.

Natürlich sieht man das Geld der EU. Aber es ist nicht alleine das. Es ist der Bürgermeister, Herr Zenon Reszka, der bereits seit mehreren Jahren hintereinander für sein Amt gewählt wird und der all diese Änderungen und Pläne für seine Stadt in Angriff genommen hatte.

Und da nähern wir uns langsam auch dem Grund, weshalb ich das alles über das schmucke, doch alles in allem nicht unbedingt herausragende Städchen in Wojewodschaft Masowien schreibe: Denn Błonie ist meine Herkunftsstadt.

Wer in meinen Pass schaut, wird den Vermerk entdecken: Geboren in Stettin. Doch wir kamen damals sehr schnell wieder in die heimischen Gefilde zurück – Stettin kenne ich also nicht. Und eigentlich soll der Beitrag nur eine Einleitung sein – eine Einleitung für all das, was ich hier, in dieser, in meiner Stadt alles erlebt habe: für den abendlichen Wodka mit meinem Opa, für meine Ausflüge rund um die heimatliche Gegend und für all die Gewohnheiten und Eigenheiten der Polen, die mir im Laufe der Zeit, die ich in Deutschland verbrachte, mehr und mehr bei meinen Besuchen ins Auge fallen.

So mag Błonie für einen Besucher nichts außergewöhnliches darstellen, doch dient es als Gerüst für die Gefühle und Eindrücke, für die Bilder und Anekdoten, für all das, was mich mit Polen verbindet.

Mit meiner ältesten Freundin am Brunnen vor dem Rathaus

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kasia

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