Amsterdam – Allein in einer fremden Stadt

Kategorien Europa, Niederlande

„AAAmsterdam in ten minutes…!“

„…in ten minutes AAAmsterdam!“

Die Durchsage weckt mich, ich suche meine Sachen zusammen. In den Fenstern sehe ich die vielen Lichter der Stadt. Ich lüfte den Vorhang. Das dunkle Wasser der Grachten zieht an uns vorbei. Wir nähern uns dem Bahnhof Sloterdijk.

Amsterdam, Januar 2016

Ich habe es getan…! Ich habe…

AMSTERDAM

gebucht! Alleine, ganz alleine! 🙂
Das Wetter soll am Wochenende besser werden als bisher. Kalt, aber voll Sonnenschein. Und ich erfülle mir einen kleinen Traum…

Der Plan, mit einer Freundin hinzufliegen hat sich bisher nicht realisieren lassen, und da Stefan nicht mit möchte…
…aber ich will hin!
Und worauf noch warten, auf besseres Wetter? Na, das soll ja besser werden ;o)
Eingeloggt habe ich mich in einem Hostel, dem Stayokay in Zeeburg, Amsterdam (…oder eingebucht? Eingecheckt…?  6 Betten, ein gemischtes Zimmer, damit es nicht langweilig wird. Ein reines Frauenzimmer wollte ich nicht.  Wer weiß wem man so begegnet, Mädels unter sich können so unentspannt sein… bestenfalls. Schlimmstenfalls trifft man nur Ziegen (…dies schrieb die schlimmste Zicke von allen, ich freu mich auf den Shitstorm 🙂
Das Hostel ist „in einem alten Schulgebäude aus dem 1900 Jahren untergebracht“ und es ist „nur 15 min mit der Bahn bis zur Innenstadt.“ Es hat eine „imposante, beeindruckende Fassade“ und die Zimmer sind von einem Designer Soundso entworfen worden. Ich checkte die Entfernung auf Maps, doch bisher schien alles so zu stimmen. Nähe Innenstadt, na ja…
Ein gemischtes Zimmer, also werden Schlafmaske und Ohrstöpsel unerlässlich sein. Aber wahrscheinlich werde ich so stoned sein, dass ich eh nichts um mich herum mitbekommen werde.

Apropos stoned, da kommen wir auch schon zum Grund meines Amsterdam-Besuches… die bezaubernde Altstadt sehen und die Grachten bewundern natürlich! :-)*
Einchecken ist erst ab 14 Uhr möglich, aber es gibt die Möglichkeit, seine Sachen vorher schon einzuschließen, um schon mal eine Erkundungstour durch die Stadt zu machen. Noch nüchtern.

Ich spekuliere darauf, Menschen kennen zu lernen, je nachdem, wie viel um dieser Jahreszeit dort los ist. Es ist die letzte Woche, in der ein Lichterfestival stattfindet, so ähnlich wie das jährliche Festival of Lights in Berlin. Dies war auch mit ein Grund, warum ich so spontan „ausgebrochen“ bin. Die schmucken Häuser, getaucht in farbiges Licht, das sich im Wasser der vielen Kanäle spiegelt… irgendwo in der Apothekenumschau habe ich das gelesen. Ja, ich denke, die Umschau ist schuld. Ich stelle es mir bezaubernd vor. Und ja… es geht mir vor allem um die Stadt. Um die Romantik. Aber… man soll ja offen sein, und sich nicht vor Erfahrungen verschließen… ;o) und mitnehmen, was geht…

Der Nachteil ist: Ich bin alleine dort.

Es wird niemand auf mich aufpassen, wenn ich benebelt spät abends ins Hostel torkele. Das werde ich schon schön alleine machen müssen. Es wird niemand da sein, wenn ich etwas nicht vertragen sollte. Das ist dann meine Verantwortung.

Der Vorteil ist: Ich bin alleine dort.

Ich kann mich treiben lassen, so wie damals am Bodensee. Niemand lenkt mich irgendwohin, ich teile mir selbst die Zeit ein. Ich kann in aller Ruhe die Wirkung verschiedener Substanzen auf mich beobachten, mich zurücklehnen, entspannen, ohne Angst haben zu müssen, dass es mit irgend jemanden nicht „harmoniert“.

Die ersten Erfahrungen mit Joints hatte ich mit Sui (Name geändert)bei ihr zu Hause. Ein- und derselber Stoff entwickelte bei uns völlig entgegengesetzte Wirkungen: Sie wurde redselig, hat die Welt hinterfragt und wollte alles genau wissen. Bei mir hingegen gingen nach und nach alle Lämpchen aus. Es bildeten sich Gedanken, doch sie entglitten mir wieder, ehe ich sie fassen konnte. Ich glitt dahin. Ich konnte ihr nicht folgen, doch ich wusste, dass sie es erwartete, also tat ich so, als würde ich aufmerksam zuhören, nickte an den entscheidenden Stellen und machte ein kluges Gesicht. Dafür hat meine Konzentration gerade noch gereicht. Ansonsten hätte ich am liebsten in Ruhe gelassen werden wollen. Aber nix da… ich bekam Hochzeitskataloge hingehalten und sollte ein Brautkleid für sie auswählen. What…?

Doch sie muss etwas gemerkt haben, denn nach diesem Abend bot sie mir nur noch Wein zum Berauschen an (Wein macht mich redselig… 😉

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Am nächsten Morgen bei Stefan:
„Schatz, du kennst doch das Festival of Lights in Berlin…?“
„Ja…“
„Das gleiche gibt es auch in Amsterdam, jedes Jahr…“
„Ah, okay.“ Er hebt wieder sein Tablet vors Gesicht.
„Dieses Jahr nur noch bis Sonntag.“ Schiebe ich mich weiter vor.
„Aha.“
„Das will ich mir ansehen.“
„…was?“ Endlich legt er sein Tablet zur Seite. „Hm… aber das geht nur noch ein paar Tage?“
„Ja.“
„Nur noch bis Sonntag?“
„Ja, ich weiß.“
„Ähm… ja, wenn du das willst…“ Stefan nimmt das Tablet wieder in die Hand. Doch dann legt er es erneut hin. „Wie kommst du hin?“
„Mit dem Bus. Habe ich schon reserviert.“
„Aha.“ Tablet hoch. Tablet wieder runter. „Wo willst du wohnen?“
„In einem Hostel, Schatz. Es ist nahe dem Zentrum.“
„Aha.“ Tablet wieder hoch. „Ja…“ räusperte er sich „für mich wäre es jetzt zu kalt, zu der Jahreszeit.“
„Ja ich weiß, Schatz. Das ist doch in Ordnung.“ Ich lächle und erwähne nicht, dass wir letztes Jahr in Februar den Urlaub bei eisigem Wind auf Föhr verbracht haben…
Am Busbahnhof. Wir sitzen im Auto und warten. Es ist viertel nach eins. Die Sitzheizung läuft.
„Ist das der Bus?“
„Nein, Schatz. Da stand München drauf.“
„Okay.“

Ich verrenke mir den Hals.  Der Bus fährt an uns vorbei und bleibt hinter am Straßenrand stehen. „Doch, ich glaube, das ist er.“ Minuten vergehen. „Schatz, ich geh gucken.“  Er lächelt gutmütig. „Dann geh, Schatz.“ Ich steige aus, sehe gerade noch den richtigen Bus um die Ecke biegen. Amsterdam steht drauf, schön, groß und leuchtend. „Schatz, Schatz, komm, mein Bus ist da!“
„Sollen wir uns jetzt tränenreich verabschieden?“ Er lacht. „Tschüß, Schatz. Sag Bescheid, wenn du angekommen bist.“
„Ich schicke Fotos.“
Ich klettere in den Bus. Ohrstöpsel rein, um dann in einen ziemlich festen Schlaf geschaukelt zu werden.

Hier eine Übersicht aller Folgen der Städtereise nach Amsterdam:

„Amsterdam in teeen minutes…! In ten minutes – Aaamsterdam!“

Die Durchsage weckt mich, ich suche meine Sachen zusammen. In den Fenstern sehe ich die vielen Lichter der Stadt. Ich lüfte den Vorhang. Das dunkle Wasser der Grachten zieht an uns vorbei. Wir nähern uns dem Bahnhof Sloterdijk.

Aussteigen. Sofort erfasst mich eine Windböe. Scheiße ist das windig! Meine Daunenjacke, die ich aus lauter Eitelkeit fast zu Hause gelassen hätte, ist entschuldigt. Ich krame meine Mütze raus und ziehe sie mir tief über die Ohren.

Was jetzt?

Erstmal ins Bahnhofsgebäude, Zähne putzen, frisch machen.

Dann wieder zurück in die Eingangshale. Der Bahnhof ist recht klein, entspricht in etwa dem in Mannheim. Mir fehlen Bänke, Plätze, um sich niederlassen zu können, eine Art Warteraum. An einer Säule stelle ich meinen Rucksack ab und orientiere mich erstmal.

Nach ein paar Irrläufen auf dem Bahnhofsgelände hatte ich in etwa die Richtung raus und begann mit meiner Wanderung. Ich hatte schon geahnt, dass sich diese ziehen würde. Ein bisschen Bewegung wird mir schon nicht schaden, dachte ich und dachte an die vielen kleinen Polster, die ich seit Weihnachten angesammelt habe.

Die Radwege waren überall. Aber wo sind die Radfahrer?

„Radfahrer sind in Amsterdam an jeder Ecke anzutreffen, sie sind überall und sie dürfen fast alles.“ Quelle: Marco Polo. Ein Roller tuckert an mir vorbei. Dann ein zweiter und ein dritter. Keine Radfahrer. Das wird wahrscheinlich zu kalt sein zum Fahren, so mitten im Winter, dachte ich.

Da, da ist einer!

Auf einem Parkplatz dreht er einsam seine Runden.

Doch meinen Eindruck zum Thema Fahrrad sollte ich schon bald revidieren. Sie sind überall. Sie sind schnell, und sie sind gefährlich. Man muss sich in Acht nehmen. Mehr als nur einmal bekam ich einen Schreck. Man spürt einen Windstoß, dreht sich um, erschrickt sich zur Tode… doch dann ist er auch schon an einem vorbeigefahren.

Der Schwimmende Blumenmarkt mit Fahrrädern davor – eine typische Amsterdam-Kulisse

Die Häuser werden immer schöner. Langsam nähere ich mich dem Zentrum. Ich komme an einem kleinen Platz an.

Nanu? Ich stocke. Was ist das denn für ein süßlicher Geruch? Der Geruch ist überall, er scheint aus den kleinen Gassen rundherum zu kommen. Doch je weiter ich hineinlaufe, umso weniger registriere ich ihn. Und irgendwann beginnt meine Nase, alles auszublenden, ich weiß nur noch, dass da etwas ist.

Ich halte an einem Schaufenster. Eine Bäckerei, mit eindeutig orientalischen Betreibern – und Gästen. Klar, ich befinde mich noch im Außenbezirk. Die Croissants ziehen meine Aufmerksamkeit an. Ein Euro das Stück. Der Wunsch nach einem Frühstück macht sich bemerkbar. Ich gehe rein.

„Good Morgen!“

War das so? Oder so ähnlich? Aber es scheint in etwa zu stimmen, denn ich bekomme eine Antwort, die ich nicht verstehe, und werde gefragt, was ich möchte. Ein Croissant. „Bedankt.“ Ich lächle, packe mein Croissant und gehe wieder auf die Straße, stolz wie Oskar, dass ich mich mit dem bisschen Google-Holländisch irgendwie durchgemogelt habe.

Das Croissant war anders, als ich es von hier kenne, aber sehr, sehr lecker. Es war süß, und fast schien es, als wäre es vor dem Backen mit Zuckerwasser bestrichen worden.

Dann ging es weiter, doch schon am nächsten Postkartenstand machte ich wieder halt. Postkarten wollte ich noch holen, und ein Magnet für Franci.

An der Kasse sprach mich der Verkäufer sogleich mit Englisch an. Die erkennen schon ihre Touristen, dachte ich. Beim Bezahlen fragte ich ihn nochmal, wie denn „Guten Morgen“ auf Niederländisch richtig heißt. Er sagte ganz schnell zwei Wörter. Es hörte sich wie „Hotmagen“ an. Ratlos stand ich da und schaute ihn an. Er sagte es mir nochmal langsam, ließ mich wiederholen.

„So wie Guten Morgen auf Deutsch“, sagte er. Überhaupt schien er sich zu freuen, dass sich jemand so viel Mühe gemacht hat. Zumindest strahlte er übers ganze Gesicht. Und auch ich lief beflügelt wieder raus. Mit meinem „Hautenmorgen“ käme ich schon irgendwie als Holländerin durch.

Doch schon an der nächsten Ecke sollte ich eines Besseren belehrt werden.

Schuhe für Alex.

Es gibt diese Miniaturausgaben von holländischen Clocks, und genau solche hat sich meine Arbeitskollegin gewünscht.

Ich ging an die Marktbude heran.

„Hut`rgen!“

Fast augenblicklich fing der Verkäufer an, mit mir englisch zu sprechen, und ein belustigt-mitleidiges Lächeln spiegelte sich in seinem Blick. Kleinlaut drückte ich ihm die Schuhe in die Hand. War wohl nix mit der Holländerin.

 

„Allein in einer fremden Stadt…“

…allein in Amsterdam…“

Heute Morgen, als ich vom Bahnhof aus meine Tour begann und die Kälte des Morgens meine Wangen zum Glühen brachte, fiel mir dieses Lied ein, das ich früher in fast jeder Disco mindestens einmal im Schlagerraum gehört hatte. Wie passend. Das Lied turnte in meinem Kopf herum.

Irgendwann erreichte ich das Zentrum, die Dichte der Coffee Shops erhöhte sich bei jedem Schritt. Der Wind wurde immer stärker, und zeitweise fühlte ich mich von hinten angeschoben wie von einer unsichtbaren Hand, bis ich in eine Art Galopp verfiel. An manchen Fahrradständern haben die umgewehten Räder beim Fallen eine Art Domino-Effekt erzeugt; reihenweise lagen sie auf den Gehwegen.
Doch hier, in den geschützten Seitengassen der Altstadt war alles schön ruhig, der süße, intensive Geruch von vorhin hing wie ein Schleier über allem. Einige der Coffee Shops hatten schon geöffnet. Es war morgens nach halb neun.

Ich kam an „Popeye“ vorbei und einigen anderen, auf die ich bereits bei meiner Google-Recherche gestoßen bin. Ich hatte schon vorgehabt, mich heute morgen abzuschießen, doch die Shops, die ich im Vorfeld ausgewählt hatte, lagen nicht auf meiner Route zum Hostel, und die habe ich zuerst angeschlagen. Fürs „Amnesia“ hätte ich sogar ein Stück zurücklaufen müssen, allerdings wurde der Rucksack immer schwerer… ich wollte zuerst meine Sachen ablegen.

So steuerte ich weiter mein Domizil an.

Am Ende einer engen, mit kleinen Läden und Shops bestückten Gasse kam ich an einer Kreuzung an. Ich blieb stehen und lehnte mich an eine Ecke. So, was jetzt?
Es nieselte matschigen Schnee. Zwischenzeitig klarte es auf, nur um dann wieder von neuem anzufangen. Am anderen Ende der Kreuzung sah ich ein wunderschönes Gebäudekomplex, von dem ich noch nicht wusste, was es war. Wahrscheinlich ein Museum, dachte ich. Hier ist so ziemlich jedes dritte Haus ein Museum. Amsterdam ist ein unglaublich kulturelles Pflaster, es hat eine sehr hohe Museensdichte, und auch die Märkte, die es hier überall geben soll, sollen sehr schön anzusehen sein.

Die Sonne kam kurz heraus und beleuchtete die Fassade, die anfing, golden zu glänzen. Ich könnte das Haus ja eigentlich schnell fotografieren, wenn bloß nicht diese blöde Straßenbahn…
„Hello! Do you know, where is here…“ Ich sah auf und schaute direkt in zwei große, braune Augen. Der Junge sah wie ein Inder aus… Indisch, asiatisch… aber man soll die Leute nicht gleich in einen Schublade stecken. „Sorry. I`m not from here.“
„Me too.“ Sagte er. „It`s my first time in Amsterdam.“
Es stellte sich heraus, dass er mit seinem Kumpel eine Art Europa-Trip machte. Sie kamen von London aus nach Holland, und morgen ginge es weiter nach Deutschland, Köln. Er hätte Freunde dort. Er selber sei aus Frankreich. So viel zum Thema Schubladen und Inder…

Da, mein Foto! Die Straßenbahn hatte sich verzogen, ich knipste meine Hausfassade, sagte Tschüß und ging weiter.
Eine oder zwei Straßen weiter kam ich an einem großen Platz vorbei. Der Dam.
„Der Dam ist der zentrale Hauptplatz der Stadt Amsterdam und der bekannteste Stadtplatz der Niederlande. Er liegt im Zentrum des mittelalterlichen Stadtkerns…“ Wikipedia-Wissen klingelte in meinen Ohren. Da war er also. Alles konzentrierte sich dort: Die prachtvollen, hohen Hausfassaden, Museen, auch ein Madame Tussauds war anzutreffen. Die Mitte des Platzes bildete ein Denkmal, bestehend aus einer weißen Säule, dem Nationalmonument, Mahnmal und Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Doch der Schneematsch, der jetzt wieder verstärkt vom Himmel fiel und der Wind, der ihn mir ins Gesicht trieb, machten das Fotografieren nahezu unmöglich. Keine Chance, ich muss morgen wiederkommen. Ich stellte mich unter, bis das Schlimmste vorbei war, dann lief ich weiter. Ich bewunderte die Schönheit der Stadt und versuchte dennoch, schnellstmöglich vorwärts zu kommen.

Das „Stayokay“ liegt am anderen Ende der Stadt, so ziemlich genau gegenüber dem Busbahnhof, so dass ich quer durch die gesamte Altstadt laufen muss, um es zu erreichen. So langsam machen sich meine Beine bemerkbar. Ich bin inzwischen schon zwei Stunden

unterwegs.

Nach elf komme ich in „Stayokay“ an. Ich lasse mir die Zimmerkarte geben, checke ein, zahle. Doch aufs Zimmer darf ich erst in drei Stunden. Was nu?

Die Bar hat noch nicht geöffnet, doch ich spüre, ich muss mich hinsetzen. Erstmal in den Aufenthaltsraum. Sachen ablegen. Dann sitze ich einfach nur da. Müde. Erschöpft. Lasse meine ersten Eindrücke Revue passieren. Um mich herum warten noch andere. Alle sehr jung. Es wird englisch gesprochen, und zwar wesentlich besseres Englisch als das meine. Muss mal wieder in die Bücher schauen, denke ich schuldbewusst…

Die Lebensgeister kommen langsam wieder. Was nu?

Ich schließe meine Sachen ein und beschließe, wieder in die Stadt zu laufen. Vor allem, da jetzt das Wetter draußen wieder mit neuem Sonnenschein lockt. Noch schnell eine „bin angekommen“ Mail an Stefan abschicken, dann geht`s auch schon weiter.
Brr… immer noch kalt. Der Sonnenschein macht, von einem warmen Raum aus betrachtet, einfach mehr her.

Diesmal wähle ich eine andere Route in die Stadt. An den Ufern der Grachten wachsen gelbe Tulpen. Tulpen? Um die Jahreszeit? -überlege ich. Und überhaupt, was haben die Holländer bloß mit ihren Tulpen? Gibt es in jedem Land eine Art Nationalpflanze? Von Nationalgerichten habe ich schon mal was gehört.

Die Radwege sind hier sehr breit. Überhaupt habe ich noch nirgends so gut ausgebaute Radwege gesehen. Ein Fahrradweg ist genauso breit wie der sowieso schon sehr geräumige Fußgängerweg. Radspur in beide Richtungen. Auf jeder Straßenseite.
Und es gibt sie überall. Selbst wenn es mal einen Fußgängerweg nicht geben sollte, sei dir versichert, lieber Leser, ein Radweg findet sich unter Garantie.

Ich habe mir den Coffeeshop „Green House“ ausgesucht und steuere jetzt die Richtung an. Auf der Homepage wird vor allem „die Fachkenntnis und die entspannende, meditative Atmosphäre“ angepriesen. Also genau, was ich suche.

Ich komme am Schwimmenden Blumenmarkt vorbei. Auf den zweiten Blick erkenne ich ihn als solchen. Da ich mehr oder weniger „blind“ laufe (das Handy mit Maps mal ausnahmsweise tief in die Tasche gesteckt), hatte ich nicht erwartet, so schnell darauf zu stoßen.
Ich laufe durch. Sehr viele Menschen tummeln sich hier. Tatsächlich, die Buden der Händler befinden sich auf dem Wasser. Sie sind sozusagen angebaut. Doch auf den ersten Blick merkt man nicht viel davon, ich hatte mir das ganze, als ich darüber gelesen habe, etwas… instabiler vorgestellt.

Und dann diese Vielfalt an Blumen! Mein kleines Gärtnerherz machte einen Hüpfer. Diese Anzahl an Tulpen, an verschiedensten Zwiebeln. Ich betrete so eine schwimmende Blumeninsel. Der Duft! Reihe an Reihe Zwiebeln, Samen, Schnittpflanzen, und vor allem Tulpen. Jede nur erdenkliche Art. Ich laufe an schwarzen Callas vorbei und denke an Sui.

Und da… sind das… Cannabis-Samen? Ja, tatsächlich. In der nächsten Bude genauso. Liegen ganz ruhig, sorgfältig aufgereiht, direkt neben Tulpenzwiebeln. „Zieh dir deine eigene Cannabispflanze“, lese ich auf der Preistafel. Unglaublich nähere ich mich dem Stand. Zieht euch das rein! Du, Dame im weißem Mantel, die gerade eine Packung in den Händen hin und her dreht… willst du etwas kaufen? Nein? Dann räum den Platz, ich will ein Foto machen…! Das glaubt mir zu Hause sonst kein Mensch.
Endlich schwebt sie davon und ich bekomme meine Beweisfotos.

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Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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