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Mannheim – das Glückstein-Quartier

Lange habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich zu Rolands Fotochallenge unter dem Motto „wachsen“ beitragen könnte. Hübsche Pflanzenbilder habe ich zu Genüge und notfalls hätte ich ein paar süße Krokusse oder Keimlinge eingesetzt. Mit Wachs bearbeitet habe ich in letzter Zeit so gar nichts, und die Haare, die bei mir nun wirklich wachsen wie Unkraut, kamen bereits beim Beitrag von Struppi zum Einsatz. Was wächst denn noch? Ich bin am Grübeln. Die zündende Idee hat Stefan.

„Nimm doch mal das Glücksteinquartier.“ Schlägt er vor. Das ist es, denke ich mir. Es ist in letzter Zeit ganz schön gewachsen… die Idee ist gut.

Das Glücksteinquartier ist ein neues Mannheimer Stadtviertel in Lindenhof nahe des Hauptbahnhofs. Gerade letztes Wochenende waren wir dort fotografieren. Es liegt ziemlich genau zwischen dem Neckarauer Übergang mit seiner Quietschgelben Brücke und dem Viktoriaturm mit seiner kalten Glasfront. Fertiggestellt 2001, war es das erste Gebäude im Quartier.

Objektiv betrachtet zieht sich die Planung bereits lange hin. Das städtebauliches Gutachten für einen Dienstleistungsstandort auf der Bahnhofsnord- und Bahnhofssüdseite wurde bereits 1988 in Auftrag gegeben. Die Deutsche Bahn griff das Projekt auf, zog sich dann aber im Laufe der Zeit aus der Planung zurück. Lange Zeit war das Ende des Projektes offen, bis schließlich 2003 die Stadt Mannheim die Flächen der Deutschen Bahn erwarb und man mit der Vermarktung der Flächen beginnen konnte. 2011 trat der Bebauungsplan für das 33 Hektar große Gebiet in Kraft. Es konnte losgehen.

Das Quartier ist in den letzten Jahren in kürzester Zeit in die Höhe geschossen und es wird immer noch kräftig daran gebaut. Verwaltungsflächen, Dienstleistungsflächen, Wohnflächen und ein Parkhaus waren geplant. Diringer & Scheidel wird seine Büroräume, und Bilfinger seine Konzernzentrale hier haben. Namensgeber war Hanns Glückstein, ein deutscher Dichter, aus der westlichen Pfalz, verstorben in Ludwigshafen 1931. Nicht zu verwechseln mit „Hans im Glück“…

Das neue Technische Rathaus, ein 90 Millionen-Objekt, wirkt wie ein in schwarz und altgold gestalteter Bilderrahmen. „Es ist das schönste Gebäude dort.“ Sagt Stefan jedes Mal, wenn wir über die Südtangente (B36) daran vorbei fahren. Eine große, zurückgesetzte Fensterfront, zur Hauptstraße hin ausgerichtet, wirkt wie ein Bilderrahmen. Das Gebäude fügt sich mit seiner kühlen Ästhetik nahtlos in seine Umgebung ein. Die Glasfront wirkt offen und modern. Der Spatenstich erfolgte 2018.

Seitdem hat sich viel getan im Glücks-Quartier. Immer, wenn ich daran vorbei fuhr, wirkte die Baustelle voller, höher, größer. Ein Bau nach dem anderen wuchs in die Höhe, wie aus dem nichts. Entstehen sollen hier Büros und moderne Wohnflächen. Das Lockschuppen-Ensemble wird erhalten bleiben. Hier wird sich in Zukunft die Gastronomie ansiedeln.

Inzwischen ist das Viertel fast fertiggestellt. Ab Ende 2021 werden die ersten Wohnungen vermietet. Bereits jetzt kann man sich vormerken lassen. Was überzeugt, ist sicher die gute Anbindung an den Zugverkehr wie auch an die Autobahnen. Auch das Stephanienufer mit seinem Naherholungsgebiet ist nicht weit.

Die von mir ausgewählte Aufnahme zeigt einen Ausschnitt des Gebäudekomplexes. Sie gefällt mir besonders gut, weil zum einem die Häuserfront, zum anderen ein Baum als Metapher für das Wachstum zu sehen ist. Die relativ jungen Bäume wurden vor kurzem erst im Glückstein-Quartier gepflanzt. Die kahlen Äste am kräftig blauem Himmel wirken beinahe so, als würde ein Sprung durch das Firmament verlaufen.

Da nur ein Bild erlaubt ist und ich nicht ständig gegen Regeln verstoßen möchte (grins…), habe ich für Interessierte einen Link zur Bildergalerie eingefügt. Dort sind weitere Impressionen aus unserer Fotosession zu sehen. Denn mit nur einem Bild, so „ohne gar nichts“, ist so ein Beitrag für mich unvollständig…

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCckstein-Quartier
https://www.glueckstein-quartier.de/meldungen/spatenstich-fuer-das-neue-technische-rathaus

Kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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11 Kommentare

  1. Da hast du dir ein gutes Thema zum Stichwort „Wachsen“ ausgesucht. Nicht nur Pflanzen und Menschen wachsen, sondern auch Quartiere. Dieses scheint wirklich einen Besuch zu lohnen. Steht jetzt bei mir auf der Liste, wenn ich wieder einmal in Mannheim umsteige. Die Nähe zum Bahnhof macht es ja einfach. Danke für den Beitrag!

    1. Sehr gerne! Ja, du musst einfach nur die Unterführung in die andere Richtung lang (nicht in Richtung Stadt…), schon bist du da. Ein schönes Ziel zum Fotografieren 🙂

  2. Architektonisch finde ich das Glückstein-Quartier einen ganz großen Wurf. Kubische Formen und die Eintönigkeit von gläsernen Fronten geschickt aufgewertet mit an die Fensterfronten befestigten Applikationen. Besonders sticht dabei das Technische Rathaus der Stadt Mannheim hervor. Messingfarbene Applikationen die in der Ost- bzw. Westausrichtung gülden in der Sonne glühen. Richtung Bahnhof und damit auch Richtung Besucher von Mannheim der große hineinversetzte Rahmen. Es wirkt wie ein großer Bilderrahmen der innen betont wird durch große kreisförmige Lichtelemente. Ganz anders als die Trutzburgen der Siebziger Jahre mit ihrer trostlosen betonbetonten Einfaltslosigkeit

    1. Das hast du schön beschrieben, besser hätte ich es auch nicht gekonnt. Ja, das Glückstein-Quartier fügt sich gut in die Umgebung. Trotz der einfachen Formen ist es sehr ästhetisch.

      Liebe Grüße
      Kasia

      1. Und es verbirgt die architektonische Unordnung dahinter 😉

  3. Interessant dein Beitrag über ein wachsendes Viertel und dein Foto dazu. Den Dichter Glückstein kannte ich auch noch nicht
    LG Andrea

    1. Liebe Andrea, ich auch nicht 😉 hab ihn während meiner Recherche „kennengelernt“ 😉

  4. Vielen Dank Kasia, dass du wieder mit diesem sehr interessanten „Wachsen“-Beitrag bei meine Challenge mit dabei bist 🙂
    Habe mir auch deinen anderen Beitrag zu dem Glückstein-Quartier angeschaut. Erinnert mich irgendwie an den quadratischen Aufbau von Mannheim 😉
    Liebe Grüße
    Roland

    1. Schön, dass dir der Beitrag gefällt. Ich vermute hierbei sogar eine Absicht; dass sich das Quadratische in der Bauweise spiegeln sollte…

      Liebe Grüße
      Kasia

      1. Das war auch mein erster Gedanke, als ich die Bilder gesehen hatte.
        Liebe Grüße
        Roland

  5. […] Du möchtest mehr über das Projekt Glückstein-Quartier erfahren? Wichtige Infos und Hintergründe erfährst du in meinem Beitrag: Mannheim – das Glückstein-Quartier […]

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