Aruba, Südamerika

Der Nordosten der Insel – Ein perfekter Augenblick

Aruba, Mai 2016

Natural Bridge – ein ganz schöner Hype

Die Felsen, immer und immer wieder von der starken Brandung unterspült, haben im Laufe der Zeit eine Art Brücke gebildet. Es hatte mal vor zehn Jahren eine zweite, größere Brücke gegeben, die auch unter ebensolchen Umständen entstanden ist, doch diese folgte den Gesetzen der Physik und stürzte irgendwann ins Meer.

Diese hier wird ihr auch einmal folgen.

Als wir näher kommen, bemerke ich: „Die machen hier aber einen ganz schönen Hype um diese sogenannte Brücke.“ Die Straße endet auf einem großen, umzäunten Parkplatz, unzählige bunte Schilder preisen die „Brücke im Meer“ an. Auf der rechten Seite von uns aus gesehen thront ein Lokal, das gleichermaßen Selbstbedienungs-Cafe, Touristeninformation und Souvenirladen darstellt.

Wir holen uns unseren obligatorischen Cappuccino und setzen uns draußen auf die Terrasse, von wo aus wir die Felsbrücke und das Azurblaue Meer inmitten der sandfarbenen Landschaft sehen können. Der einziger lebendig wirkender Fleck inmitten vom all dem Grau-Braun ist das Wasser, dessen blaue Färbung kaum zu beschreiben ist. So eine lebendige Farbe habe ich kaum jemals gesehen.

Die Dornenbüsche der Landschaft wirken aus weiterer Entfernung zwischen den  Kakteen und den großen Felsbrocken so flauschig und weich wie kleine Kätzchen.

 

One happy island

An einer der Wände hängen unzählige ausgemusterte Kennzeichen. Allen ist eines gemeinsam: sie tragen den Wahlspruch der Insel „One happy island“. Jedes Auto wirbt mit dem Glück. Selbst das Geld auf Aruba, der Aruba-Florin, besteht aus bunten Scheinen, auf denen Frösche, Schlangen und Muscheln prangen.

 

Arikok-Nationalpark

Nach dem Besuch der Natural Bridge machten wir uns auf zum Arikok-Nationalpark. Der Park, noch ein Stück weiter östlich gelegen, bietet Sehenswürdigkeiten wie die indianischen Felsmalereien, über tausend Jahre alt, und ein natürliches Salzwasserbecken, den Natural Pool.

Am Eingang angekommen stellen wir fest, dass wir doch schon recht spät dran sind. Elf Euro Eintritt kostet das Tagespermit, geöffnet hat der Park nur bis sechs, Kartenverkauf ist nur bis vier.

Es ist bereits 15:30 Uhr.

Wir sind beide erledigt vom Fahren, von der Hitze, von den schlechten, löcherigen Straßen (der Straßenzustand auf der Insel ist eine Katastrophe; noch ein Grund, weshalb ich froh bin, keine Roller gemietet zu haben), und Pipi muss ich auch noch. Also beschließen wir, den Nationalpark auf Freitag zu verschieben, und fahren zurück ins Hotel.

Es ist auffallend, dass viele Menschen hier große Geländewagen fahren, ganz so als würden sie sich mindestens für einen USA Trip rüsten, dabei ist die Insel doch recht schnell umrundet. Auch viele Motorräder vom Typ Sportler, vollverkleidet, sind auf den Straßen unterwegs, und doch werden sie hier nicht schneller als achtzig fahren können, mehr lassen weder die Straßenführung noch der Zustand der Fahrbahn zu. So vermute ich stark, dass die meisten sich hier so etwas holen, weil es schick aussieht…

 

Sonnenschaden

Zurück im Hotel. Duschen. Den Staub und das Salz von der Haut spülen. Dann begutachte ich den Schaden.

Trotz sorgfältigen Eincremens mit Lichtschutzfaktor 50 hat meine Haut einiges abbekommen. Auch mein Gesicht ist gerötet, allem voran die Nase, doch am schlimmsten erwischt es den Rücken. Schon unterwegs bemerke ich dieses leichte Ziepen und Brennen, doch der starke Wind kühlt und relativiert die Empfindsamkeit, verfälscht den Eindruck. Jetzt brennt mein Rücken mit aller Kraft. Stefan versorgt meine verbrannte Haut mit Panthenol-Salbe.

 

Wie der Papagei den Hund verarschte…

Später, draußen auf der Liege machen wir nicht mehr viel. Entspannen. Ich bestaune die Vegetation. Es fasziniert mich noch immer, dass hier Pflanzen an jeder Ecke wuchern, die wir bei uns mühevoll in Blumentöpfen zu kultivieren versuchen. Vogelarten, die ich nicht einmal bei Namen kenne, tummeln sich zwischen den Palmenblättern. Und wie anders sind ihre Rufe, wie fremdartig, verglichen mit dem Zwitschern in meinem eigenen Garten.

Ich beobachte, wie der Papagei den Hund verarscht. Immer wieder gibt der Vogel durchdringende Pfiffe von sich, die so menschlich klingen, dass der arme Hund aufspringt, fröhlich mit dem Schwanz wedelt und sich nach allen Seiten erwartungsvoll umschaut, um zu sehen, wer ihn denn da gerufen hat. Es muss doch jemand gewesen sein, oder? Doch natürlich ist keiner da, und auch ich schaue auf meiner Liege verlegen weg, so dass sich der Hund schließlich enttäuscht ein paar Mal um sich selbst dreht, sich wieder auf die warme Erde niederlässt, die Schnauze zwischen den Pfoten vergraben, bis ihn ein erneuter durchdringender Laut wieder von seinem Platz reißt.

 

Die Sonne nähert sich langsam dem Horizont…

Segelboote zeichnen sich ab vom orangefarbenen Himmel. Das Wasser kommt in gemächlichen Wellen daher und umspült kühl unsere Füße. Das Meer spiegelt den orangenen Schein auf der schaukelnden Wasseroberfläche wider. Etwas weiter weg stehen ein paar Jugendliche an dem „I love Aruba“-Schriftzug und machen Erinnerungsbilder. Der Wind hat nichts kaltes an sich, die Frische ist eine Wohltat nach der Hitze des Tages. Ich schaue auf die Wellen zu meinen Füßen, eine Zigarre in der Hand, einen eiskalten Eistee vor mir. Stefan sitzt neben mir, den Blick abwesend in die Ferne gerichtet hält er meine Hand.

Da. Da ist er wieder. Der perfekte Augenblick.

Aus der Richtung der Straße trägt der Wind leise Musik zu uns herüber. Auf der anderen Seite – die Lichter der Stadt, hell am dunkler werdendem Himmel. Ein Jeep fährt an uns vorbei, das zweite Mal schon, an der Ladefläche bellen zwei Hunde. Warum fährt man denn seine Hunde in der Gegend spazieren? – Frage ich mich im Stillen.

„Was sind das denn für Lichter, da, am Horizont?“ frage ich.

„Das sind Schiffe. Die Insel wird einen riesigen Bedarf haben.“ Stefan macht noch ein paar Aufnahmen, danach sitzen wir einfach nur da. Tiefe Ruhe, restlose Zufriedenheit. Vielleicht trägt auch die Tatsache dazu bei, dass man so weit weg ist, am anderen Ende der Welt, fernab von allem.

Irgendwann stehe ich auf und gehe zum Auto. Stefan, der schon vorgelaufen ist und dort auf mich wartet, nimmt mich in den Arm und drückt den Mund auf meine Stirn. „Du riechst so voll und ganz wie damals der Freund von meinem Opa. Der hatte auch immer nach Zigarre gerochen.“ Ich lache.

kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von "windrose.rocks" :-)
Treibt Dich die Frage um, was sich denn alles jenseits der heimischen Couch verbirgt, bist Du rastlos und neugierig wie ich und spürst den Drang in Dir, in die Welt hinaus zu gehen? Dann tue es! Ich nehme Dich mit auf meine Reisen und lasse Dich hautnah das Unterwegs sein miterleben - in all seinen Facetten. Lass Dich inspirieren, komm mit mir und warte nicht länger, denn... die Welt ist so groß und wir sind so klein, und es gibt noch so viel zu sehen!

Die Welt wartet auf uns.

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