Die Wertigkeit der Dinge

Die Wertigkeit der Dinge

Heute an diesem sonnigen Tage geht es bei Rolands Blog um das Thema „schwarzweiß“ . Ich habe heute einen Artikel in der FAZ über einen Werwolfwanderweg im Rheinischen gelesen. Da beschreibt der Autor die Hintergrundgeschichte (es ging um einem Bauern im Mittelalter der ein Werwolf gewesen sein soll) und den dazugehörigen Weg. Dieser Weg liegt in einem besonderen Gebiet und zwar in einem renaturierten bzw. rekultivierten Gebiet. Bis vor kurzem (im relativen Sinne) waren hier tiefe Gruben und riesige Stahlmonster fraßen sich immer tiefer in die Rheinische Tiefebene um abgestorbene Pflanzen, die hier seit Millionen ihr karges Dasein fristeten, an das Licht der Sonne zu befördern.

Braunkohle ist das Begehr des Menschen (bzw. des abbauenden Konzerns). Nachdem der Kohleflöz abgebaggert war und das wertlose Material in die Gruben geschüttet worden ist, wurde versucht durch Menschenhand eine kultivierte Landschaft zu schaffen. Aber es war nicht mehr so wie es einmal war, ein Fluß war verschwunden bzw. umgebettet, ganze Dörfer abgerissen und sogar ein Schloß wurde gesprengt. Alles im Dienste der Kohle, welch wundersame Blüten die Gesetzgebung der Deutschen doch treibt. Man stelle sich mal vor das ein Privatmensch ein altes Fachwerkhaus erwirbt, es sprengt um da ein modernes Haus zu bauen. Mensch würde von Denkmalschutz und anderen Behörden sprachlich aufs Rad geflochten, gefolgt von einem Aderlaß der einen Großteil der Gulden des armen Tropfes in die Geldtruhen der staatlichen Raubrit…. Behörden befördern würde. Überhaupt was macht das Wort „Kultur“ in einer verschandelten, missbrauchten Landschaft. Ich weiß nicht ob das Johann Gottfried Herder bei seiner Definition von der „Kultur“ Ende des 18. Jahrhundert gemeint hat. Hier lag eindeutig die Wertigkeit von gewonnener Energie über die Historie eines Landstriches.

Genauso ist es mit Bildern ob nun bewegten oder unbewegten. Damals die ersten Fotoapparate, große auf hölzernen Beine stehenden Ungetüme, wo der Fotograf seinen Zylinder abnehmen musste, seinen Kopf unter einen Tuch stecken musste und das Blitzlicht brennendes Magnesium war. Wo das Objekt der fotografischen Begierlichkeit zum größten Teil Menschen waren, hübsch und teuer gekleidet für den Anlaß, die Frisuren fein daher gerichtet, die Menschen durchdacht drapiert. Meistens saß vorne der Patriarch des Hauses, an der Seite die holde Ehefrau umringt von den Söhnen und Töchtern des Hauses. Gut manchmal saß auch die Ehefrau an der Seite des Mannes. Solche „schwarzweiß“ Fotografien gibt es noch heute, in Museen, in privaten Sammlungen oder versteckt auf Entdeckung wartend auf den Dachböden der Welt. Auch nach dem aufkommen von der Massenproduktion von Fotoapparaten, war die Wertigkeit der Fotografien noch größer als heute. Filme mussten in die Fotoapparate eingefädelt werden, man konnte nach dem fotografieren nicht gleich das Ergebnis betrachten und nachdem man die Filme vom entwickeln abgeholt hat konnte man ein Teil der Bilder entsorgen (weil nix geworden oder es sieht halt blöd aus). Dann kamen die ersten Fotohandys; man war stolz wie Bolle wenn man zu den ersten Besitzern gehörte; die ersten digitalte Kameras gefolgt von den heutigen Kleinstcomputern namens Handy. Und heute? Verblaßt die Wertigkeit der Aufnahmen, man schießt ein Haufen Bilder, nur um sich zu sagen irgendwann sortiere ich sie aus, also genau genommen: Nie.

Ich denke mal das viele noch Bilder aus Kindertagen haben, vermutlich eher „schwarzweiß“, irgendwo verborgen, aber man hat noch die „schwarzweißen“ wertigen Kostbarkeiten.

Die Bilder sind so zwischen 40 und 50 Jahren alt, aber ich habe sie noch 🙂

22 Gedanken zu „Die Wertigkeit der Dinge

  1. Oooh, guck mal da… ein Stefan, ganz klein und niedlich… Sag mal, wo ist denn bloß die Niedlichkeit hingekommen? *bös grins*

    Zum Thema digitale Fotografie, ich finde das gar nicht so verkehrt, heutzutage viele Bilder machen zu können. Denn wie du schon sagtest, in der „grauen, alten Zeit“ hat man einen Teil der Aufnahmen entsorgen müssen, weil sie eben nix geworden sind. Heute kann man sie einfach löschen… man macht mehrere Aufnahmen von einem Motiv, hat verschiedene Perspektiven zur Auswahl und wählt anschließend eines aus. Das schmälert für mich in keinster Weise die Wertigkeit der Fotografie.. ich glaube, ich war eine der wenigen, die auf das digitale Zeitalter geradezu gewartet haben 😉

    1. „Ganz niedlich“ bist du ja am frühen Morgen *grins*
      . Im Gegensatz zu früher ist heute der Verhältnis von behaltenen Fotos und gelöschten bzw. entsorgten Fotos aber größer

          1. Es ist die Einsicht, dass zu diskutieren manchmal keinen Sinn macht… und nein, du bist nicht süß 😉 auch nicht niedlich… die Zeiten sind vorbei…

          2. Was für ein Gartenzwerg denn? Mit was für Leuten gibst du dich denn ab? Tss tsss… 🙂

  2. Vielen Dank Stefan, dass du mit deinen schwarzweißen Kinderbildern wieder bei meiner Challenge dabei bist 😊
    Sehr interessantes Gespräch zwischen Dir und Kasia. Aber auch ich finde, das der weggeworfene Anteil an Bildern heute größer ist, als zu damaliger Zeit. Wenn ich überlege, früher hatte ich einen vielleicht zwei SW-Filme dabei, wovon ich sicherlich die Hälfte entsorgt habe, weil sie mir nicht gefallen haben. Heute ziehe ich los, mach manchmal an die hundert Bildern und habe als Ergebnis ganze 3-5. Mit der digitalen Fotografie ist alles einfacher geworden, aber das löschen auch umso schneller.
    Liebe Grüße und noch einen schönen Rest-Sonntag
    Roland

    1. Hallo Roland, es war mir wie immer eine Ehre :). Man muss sich mal vorstellen wie groß der Energiebedarf ist, wenn man überlegt wie viele Fotos jeden Tag mit Handy DSLR etc. gemacht werden. Ich habe irgendwann mal gelesen das allein eine Anfrage bei Google den Energiebedarf einer 60W Glühbirne entspricht :). Dir auch noch einen schönen Abend.

  3. Das sind ja schöne schwarzweiß-Fotos von einem hübschen kleinen Jungen. 😉
    Liebe Grüße von Hanne und schade, dass ich hier nirgends den Button zum folgen des Blogs finde.

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