Von Glockentürmen und Holzbalkonen

Motorradtour Bayern/Österreich, Juni 2017
Teil 1.

„Es ist so, wie man sich Bayern so vorstellt.“ Sagt Stefan und schaut rundum. „Mit diesen glatt gekämmten Wiesen überall. Die gehen da wahrscheinlich jeden Abend mit dem Kamm nochmal drüber.“ Wir haben angehalten, um nach dem Weg zu schauen; mitten in einem Ort, der jenseits von Gut und Böse zu liegen scheint. Glockentürme, Wiesen, Holzbalkone, bemalte Häuser… die perfekte Sissi-Romantik. Von Glockentürmen und Holzbalkonen weiterlesen

Eine polnische Hochzeit

„…ich sehe schwarze Augen, ihre schwarzen Augen, oh, und ihre schwarzen Augen, die schönen, schwarzen Augen, oh, oh…“

Der klang der Musik hallt immer noch in meinem Kopf nach, als ich am früher Morgen berauscht die Augen öffne. Ich sehe schwarze Augen, ja die schwarzen Augen… summe ich leise vor mich hin. Der Wodka von gestern Abend lässt mich immer noch mit meinem Gleichgewicht kämpfen, als ich ins Bad stolpere, doch magischerweise verursacht er mir keine Übelkeit. Es geht eben nichts über einen guten, polnischen Tropfen… Eine polnische Hochzeit weiterlesen

In Fängen der Monster

Die Schreie des Mädchens werden immer schriller, bis sie vor Erschöpfung und Ohnmacht verstummen. Aus sicherer Entfernung sehen wir, wie ihre im Licht schneeweiß schimmernden Handgelenke flink an das Gestell gefesselt werden. Auch die Füße sind dran, die Schnüre werden fester zugezogen, was einen weiteren grellen Aufschrei zu Folge hat, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Das Monster lacht. In Fängen der Monster weiterlesen

Basel – Preise zum Ausrasten

Zelten in der Schweiz, Juli 2009
Teil 5.

Der Tag nach dem Gewitter ist der Tag der Abfahrt; der Tag, sich von all dem hier zu verabschieden. Doch um den Abschied nicht allzu traurig sein zu lassen, haben wir uns ein besonderes Highlight bis ganz zum Schluss aufgehoben – den Besuch in der Stadt Basel. Basel – Preise zum Ausrasten weiterlesen

Ein Regenbogen und ein Topf voll Gold

Zelten in der Schweiz, Juli 2009
Teil 4.

Die Wanderung hat uns angestrengt. So gönnen wir uns einige Zeit am See ohne Ziele und Ausflüge. Morgens aufstehen, die Füße auf dem kühlen Gras, die Nase aus dem Zelt stecken und direkt die Berge vors Gesicht – so sieht Entspannung aus. Inzwischen haben sich einige Zelte neben uns niedergelassen – doch stört uns dies nicht. Wir beschweren einige Flaschen Bier im kühlen, flachen Wasser und holen sie nach und nach raus. Ein Regenbogen und ein Topf voll Gold weiterlesen

Gesslerburg bei Küssnacht

Zelten in der Schweiz, Juli 2009
Teil 3.

Wir tauchen wieder aus den Tiefen des Waldes hervor. Wir befinden uns nahe einer Ortschaft mit dem romantisch klingenden Namen Küssnacht. Von hier oben können wir auf die grünen Flächen des Tales unter uns und weit in die Ferne blicken. So weit sind wir schon gekommen… Gesslerburg bei Küssnacht weiterlesen

Luzern – Stadt des Lichtes

Zelten in der Schweiz, Juli 2009
Teil 2.

Ich schlafe unheimlich gut – viel besser, als ich es dem harten Boden unter mir zugemutet hätte. Morgens wecken mich die Strahlen der Sonne auf, die durch die Decke ins Zelt dringen und meine Nase kitzeln, doch trotz der frühen Uhrzeit bin ich frisch und erholt – welch ein Unterschied zum Zuhause. Wenn ich morgens den Kopf aus der Zeltöffnung stecke, spüre ich die kühle Luft auf meinem Gesicht. Um mich herum: Stille, denn die meisten sind noch nicht wach. Und während ich, mit Shampoo und Handtuch bewaffnet, zu den sanitären Räumen gehe, kitzelt das kühle, noch taufeuchte Gras meine nackten Füße und die nebelverhangenen Berge erheben sich dunstig über dem See. Luzern – Stadt des Lichtes weiterlesen

Zelten am Vierwaldstättersee

Zelten in der Schweiz, Juli 2009
Teil 1.

„Muuuh!“ Ruft Jimmy* fröhlich aus dem Autofenster, bevor wir in den kühlen Tiefen eines Tunnels verschwinden. Das Muuh! hat hier Tradition – inmitten von grünen Hängen und saftigen Wiesen erblicken wir immer wieder die braunen Schweizer Milka-Kühe, wie sie da liegend mit ihren sanften, großen Augen kauend dem Verkehr hinterher schauen. Zelten am Vierwaldstättersee weiterlesen

„Wir entschuldigen uns bei der Dame, jedoch nicht bei dem Herrn…“

Kampinoski Nationalpark, Sommer 2005

Polen ist bekannt für seine naturbelassenen Waldflächen; uralte Bäume, die nicht gefällt werden dürfen, tiefe Moore, alte, zerklüftete Weiden, in denen einer polnischen Sage nach kleine Teufel wohnen sollen; Tiere wie Elche und Wölfe haben ihr Zuhause in den weitläufigen, naturbelassenen Wäldern gefunden. „Wir entschuldigen uns bei der Dame, jedoch nicht bei dem Herrn…“ weiterlesen

Das Müllerthal

Wie ist es wohl, in Grenzgebieten zu leben? Frage ich mich, während der mit gelben Sternen umschlossener Schriftzug „Luxembourg“ an mir vorbeizieht. Wie fühlt es sich wohl für die Menschen hier an? In Grenzgebieten fließen Kulturen beider benachbarten Länder zusammen, sie verschmelzen miteinander. Grenzgebiete sind irgendwie Niemandsland; wie es sich wohl anfühlt, jeden Tag an einem Grenzschild vorbei spazieren zu können? Ob es für die Menschen nichts Spezielles mehr; ob es für sie normal geworden ist? Das Müllerthal weiterlesen