Goslar

Dezember 2016

Ein See, der in der Dämmerung die schwarzen Tannen spiegelt und der Nebel, der von der Oberfläche aufsteigt wie der Dampf im Kessel einer Hexenküche.
Ein langes, flaches Gewässer, weiße Lichter der Laternen zwischen den Bäumen, die Irrlichtern gleichend auf dem Wasser tanzen. Ruhig und still liegt die Szenerie da, wir gleiten mit dem Auto vorbei.
Halten an, steigen aus. Schauen zu dem Haus mit den spitzen Türmen empor. Im Geiste höre ich das unheilvolle Rufen einer Krähe. In der Wirklichkeit höre ich nur das Wispern des Windes. Gedämmtes Licht in der Halle, doch kein Mensch zu sehen. Präparierte Tierköpfe an den Wänden. Ist das hier das Hotel Brockenhexe? Goslar weiterlesen

Bonn – der Alte Friedhof

Ich passe nicht hierher und es scheint auch kein Ort für mich zu sein, diese kleine Grünfläche, auf der sich laute, lachende und grölende Menschen versammelt haben, hier in Bonner Nordstadt an der Mauer, die die Fläche vom Alten Friedhof trennt. Vor allem sind es Männer mit Migrationshintergrund, die hier abhängen und so wie ich im Vorbeigehen angeschaut werde, weiß ich, dass ich hier nichts verloren habe. Bonn – der Alte Friedhof weiterlesen

Ein Sommertag in Karlsruhe

Am Karlsruher Schloss lausche ich den Klängen des Saxofons. Der Musiker spielt mit solcher Leidenschaft, er wiegt seinen Körper vor und zurück zur Musik. Ich könnte ihm ewig zuschauen. Ein Sommertag in Karlsruhe weiterlesen

Das versunkene Dorf

Edersee, Ende Juli 2017

Vorsorglich prüfe ich den Wasserstand im Edersee. Ein wenig Sorgen bereiten mir die üppigen Regenfälle der letzten fünf Tage, tauchen doch die Ruinen nur bei Niedrigwasser aus den Tiefen der Seefluten auf. Doch meine Bedenken sind unbegründet, denn das Wasser steht noch niedriger als zu Beginn, als am 10 Juli bei 226 m die Überreste alter Dörfer aus den Fluten auftauchten und im Internet ein Aufschrei durch die Reihen der Kuriositätenjäger ging. Das versunkene Dorf weiterlesen

Zeche Zollverein

Essen, Dezember 2013
Teil III

Die Menschen im Ruhrgebiet sind eigenwillig. Eine Mischung aus herzlich-rau. Ich sehe viele Piercings, Tattoos und bunt gefärbtes Haar, als ich an diesem Morgen am Hauptbahnhof aus- und in die Straßenbahn 107 einsteige. Zeche Zollverein, du bist mein Ziel. Zeche Zollverein weiterlesen

Das Unperfekthaus

Essen, Teil II

Das „Unperfekthaus“ ist ein Wohnprojekt, das gerade im Entstehen begriffen ist, eines dieser Projekte, welches zum Aufbau der Stadt beitragen soll. Der Idee nach soll sowohl für junge wie auch alte Menschen hochwertiger, jedoch bezahlbarer Wohnraum mitten in der Stadt geschaffen werden. Der Name – Das Unperfekthaus – soll die Entwicklung der Stadt verdeutlichen und die Tatsache, dass kein Projekt jemals zu Ende ist; dass man immer offen und bestrebt sein sollte, sich zu entwickeln und zu verbessern. Das Unperfekthaus weiterlesen

Der Journalist

Essen, Teil I

„…und zudem gibt es hier viele Industriedenkmäler, alte Fabriken und Fördertürme, die schon länge ihren Betrieb eingestellt haben. Warst du schon mal in Nordrhein-Westfalen?“ Ich zucke zusammen. Der Journalist weiterlesen

„Ein Haufen Chaoten…“

Piraten-Parteitage Teil III
Bremen, Dezember 2013

Klack, klack, klack… Die schlanke Gestalt stolziert lässig an mir vorbei. Die hohen Absätze, die die langen, grazilen Beine tragen, hallen vernehmlich trotz der allgemeinen Geräuschkulisse auf dem harten, kalten Boden. Klack, klack, klack… Den eng anliegenden, schwarzen Minirock füllt ein knackiger Hintern, der mich neidvoll an die eigenen Speckröllchen denken lässt. Wie ferngesteuert schaue ich dem großen, heißen Mann hinterher. „Ein Haufen Chaoten…“ weiterlesen

Die Nordsee, die ich suchte

Piraten-Parteitage Teil II – Cuxhaven
November 2013

Die Farben der Nordsee sind spektakulär. Rot, lila, blau. Fast jeden Abend. Bis alle Farbe erlischt und ich im Dunkeln nur noch die fernen, blinkenden Lichter von Cuxhaven sehen kann, der Stadt, von der ich mich nun so weit entfernt habe. Suchend laufe ich den Strand entlang. Die Nordsee, die ich suchte weiterlesen

Der Mann vom Plakat

Piraten-Parteitage, Teil I
Bremen, November 2013

Ein neuer, vorsichtiger Blick in Richtung des provisorischen Standes. Ist er das oder ist er das nicht? Was fehlt, ist die Batschkappe, doch das Gesicht ist markant und unverkennbar. Doch ja, das ist er, eindeutig, es ist das Gesicht, welches mir an jeder Ecke dieser Stadt begegnet.
Der Mann vom Plakat weiterlesen