Reise nach Luxemburg II – die Basilika von Echternach

April 2017

Fast wäre ich gar nicht hinein gegangen, so unscheinbar und gewöhnlich wirkte sie auf mich. Doch nun sitze ich atemlos in einer der Bänke und drehe meinen Kopf nach allen Seiten, versuche, die betenden Menschen nicht zu stören, während ich fotografiere. Ein Mann legt seinen Kopf in die Hände, so dass ich sein Gesicht, dem Altar zugewandt, nicht sehen kann. Ich entferne mich leise und wandere durch das Seitenschiff. Reise nach Luxemburg II – die Basilika von Echternach weiterlesen

Reise nach Luxemburg I – entlang des Rheins und der Mosel

April 2017

Stefan probiert seinen neuen Tankrucksack aus. Doch irgendwie will das Ding gar nicht sitzen… Währenddessen habe ich vor unserer Garage bereits Platz genommen und den Helm angelegt, während uns ein kleines Mädchen mit offenem Munde anstarrt und der Vater gütig lächelnd daneben steht. Sie beide, doch vor allem die Kleine, warten auf den großen Auftritt – darauf, dass wir mit viel Lärm und Getöse brummend von dannen fahren. Doch Stefan zupft immer noch an seiner Ausrüstung rum, während ich mir denke: Nu mach schon, das Kind will was sehen… Reise nach Luxemburg I – entlang des Rheins und der Mosel weiterlesen

Die Brücke von Remagen

Remagen, März 1945

Der Führer tobt. Er schreit. Er läuft den Raum auf und ab, das Gesicht feuerrot angelaufen. Seine Männer haben versagt. Versager, alle miteinander! Seine Stimme wird heiser.
Oder…
Der Gedanke ist so naheliegend und zugleich ungeheuerlich, dass er sich kurz setzen muss. Sein Gesicht wird noch eine Spur dunkler.
Vielleicht haben sie gar nicht versagt. Nein, unmöglich; schließlich nennt er die besten Offiziere des Landes sein eigen. Sie haben nicht versagt… sie habe ihn verraten! Die Brücke von Remagen weiterlesen

Die Apollinaris-Kirche

Remagen, Juni 2017

Ich fühle mich komplett entrückt, wie in einer anderen Zeit. Alle Geräusche sind fern, gedämpft, wie in Samt gehüllt. Ich bleibe sehr lange. Betrachte eingehend die Wandbilder, den Altar, das hohe Deckengewölbe, fange die Details auf und immer wieder eröffnen sich mir neue. Das Licht fällt durch die Rosettenfenster und erleuchtet die Tür. Die Sonnenstrahlen, der indirekte Schein lässt den Gang unwirklich erscheinen. Ja, das ist das Wort, welches ich gesucht habe. Unwirklich. Das Tor der Barmherzigkeit, steht über dem Torbogen. Was bedeutet es?

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Die Frau vor meiner Tür

Kalenborn, Juni 2017

Als ich mein Zimmer verlasse, stutze ich kurz. Ich drehe mich leicht zur Seite, die Augenbrauen runzelnd. Habe ich da eben richtig gesehen? Ist es…?
Ja, ist es. Es ist ein Hintern. Riesig, überdimensional. Übermächtig. Er gehört einer Frau. Einer sehr korpulenten Frau.
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Der größte Geysir der Welt…

Andernach, Juni 2017

Die Kinder haben inzwischen die Absperrung okkupiert und ich kämpfe mit einem Franzosen, der sich unvermittelt vor mich geschoben hat, um den besseren Fotoplatz. Die Kamera im Anschlag warten wir und…
„Es geht los.“ Sage ich leise. Auch die anderen bemerken es; da, da tut sich was…! Der größte Geysir der Welt… weiterlesen

Burg Nanstein – und wie ich beinahe mein Bienchen verlor…

Ein Auto mit Warnblinkern auf dem Standstreifen der Autobahn. Ein ordnungsgemäß dahinter aufgestelltes Warndreieck und ein unzufrieden dreinschauender Fahrer, der mit sauertöpfischer Miene und Warnweste, wahlweise vor oder hinter der Leitplanke, neben seinem Vehikel steht. Burg Nanstein – und wie ich beinahe mein Bienchen verlor… weiterlesen

Man hatte sie an die Kirchentür geheftet…

Wiesbaden, Juli 2017

Luthers 95 Thesen am 31.10.1517, die mit lauten Hammerschlägen an die Wittenberger Schloßkirchentür gehämmert worden sein sollen?

Ja, die auch – zumindest der Legende nach.
Aber auch noch etwas anderes. Und zwar in Wiesbaden. Man hatte sie an die Kirchentür geheftet… weiterlesen

Die neue, viktorianische Zeit

Karlsruhe, 25 Juni 2017
Nordbadisches Steampunk-Picknick

Ich beobachte den beleibten Edelmann, selbst hinter einem Baum verborgen. Eine Maske aus Leder, verziert mit Bronze-Nieten, schmückt die Hälfte seines leicht geröteten Gesichts. Zurückgelehnt sitzt er da und beobachtet das Treiben um ihn herum. Vorsichtig hebe ich meine Kamera, behutsam darauf achtend, selbst unentdeckt zu bleiben – wie bei einem scheuen, bunten Paradiesvogel, bei dem man Angst hat, dass er sogleich wieder davonfliegt.
Ich drücke den Auslöser, das Bild ist im Kasten – doch als ich den Sucher runternehme und wieder nach oben schaue, ist sein Gesicht in meine Richtung gewandt. Seine kleinen, blauen Augen sehen mich unverwandt an. Ich bin aufgeflogen; ich gebe meine Deckung auf und trete näher. Die neue, viktorianische Zeit weiterlesen

Magic Bike 2017

Rüdesheim, Juni 2017

Interessiert schaue ich umher, während ich Reihe um Reihe nach vorne laufe. Hier gibt es wahrlich was zu gucken, und das jedes Jahr aufs Neue. Harley um Harley stehen glänzend in der So-… ähm… im trüben Tageslicht des bewölkten Himmels, während man sich in dem vielen poliertem Chrom beinahe spiegeln kann. Sehr praktisch, um den Lippenstift nachzuziehen; ein Jammer nur, dass ich keinen trage. Magic Bike 2017 weiterlesen