„So lässt sich’s leben!“ Beim Adler-Spiel in der VIP Lounge

„So lässt sich’s leben!“ Beim Adler-Spiel in der VIP Lounge

Mit halbem Ohr höre ich zu, als Stefan etwas über das Spiel der Mannheimer Adler in der SAP Arena erzählt. Doch als er die VIP-Logenplätze erwähnt, werde ich schlagartig wach. Seine Ausführungen enden mit der Frage, die mich endgültig aus dem Land der Träume in die Gegenwart katapultiert:

Willst du mit?

Schon einmal vor Jahren war ich bei einem Spiel der Adler gegen die Berliner Bären; es war eine spannende Erfahrung und damals gab es Sitzplätze für das „normale“ Volk. Eine Lounge, warum nicht? Das könnte interessant werden… Auch wenn ich generell keinen großen Wert auf solche Dinge lege, heißt es nicht, dass ich sie nicht genießen kann…

So steigen wir am besagten Tag voller Spannung aus dem Auto, nachdem wir es an den Massen vorbei im VIP-Bereich in Eingangsnähe geparkt hatten. Während Stefan noch draußen raucht, beobachte ich heimlich die Menschen, die sich hier in dem Bereich einfinden. Steif wirken sie – oder bilde ich mir das ein? – genauso steif wie das Personal, das uns mit dem Lächeln einer unverbindlichen Höflichkeit begrüßt. Wir bekommen je ein VIP-Bändchen um das Handgelenk gebunden.

Sorgfältig wird unsere Reservierung geprüft und wir werden über einen separaten Eingangsbereich in das Gebäude geleitet. Dann geht es über eine Rolltreppe immer weiter nach oben, und an jeder Ebene steht ein weiterer Mitarbeiter mit einem höflichen Lächeln bereit. Und als ich schon glaube, wir seien angekommen, führt mich Stefan noch eine Ebene höher. Und dann, unter dem obersten Stockwerk, weit über den Köpfen der Menschen – sind wir endlich da und schauen nach unserer Lounge.

Das Buffet im Eingangsbereich ist bereits aufgebaut, lauter kleine, appetitliche Häppchen. Ein Junge in Uniform öffnet uns unsere Tür.

Wir sind die ersten, die sich hier eingefunden haben, außer uns ist noch niemand da. ‚Wir haben den ganzen Bereich nur für uns alleine. Leise wie ein Geist schließt der Junge hinter uns die Tür.

Der Raum verfügt über eine Bar, einen langen Tisch und zum Spielfeld hin riesige, verglaste Fronten. Gekühlte Sektflaschen warten in großen Eiskübeln bereit. Falls man drinnen sitzen bleiben möchte, lässt sich das Spiel auch auf dem Monitor über unseren Köpfen verfolgen. Die Glastüren sind schalldicht isoliert und so verendet die Geräuschkulisse sofort mit dem Schließen der Tür.

Dann ist unser persönlicher Servicemitarbeiter wieder da und wir bestellen erstmal Sekt.

Meine Aufnahmen mache ich verstohlen, sobald der Servicemitarbeiter den Raum verlässt. Contenance bewahren, denke ich mir, er soll ja schließlich nicht glauben, du seiest ein Vorstadtmädel, das so etwas noch nie gesehen hat… (was sonst 😉 ) Doch innerlich bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind. So erlaube ich mir ein bisschen Hüpfen und Jauchzen, als wir alleine sind.

Doch es dauert nicht lange, da kommen auch schon Stefans Kollegen an. Und ich bin erleichtert – es sind größtenteils Leute wie wir. Es wird geredet, gelacht und fotografiert, die Stimmung entspannt sich spürbar. Ein Blick nach draußen verrät mir, dass es demnächst losgehen muss – der Fanblock der Mannheimer Adler füllt sich bereits.

Eine digitale Uhr zeigt die Minuten bis zum Spielbeginn an. Sobald es losgeht, will ich draußen sein. Wir holen uns essen vom Buffet und als wir fertig sind, setze ich mich vorerst alleine raus und beobachte das Treiben auf dem Eis, die letzten Vorbereitungen, die Stimmung im Stadion.

Dann geht es los: Fast verpasse ich den triumphalen Einzug der Adler ins Stadion. Auf jeden Fall aber schaffe ich es trotz des hektischen Fummeln an meinem Handy nicht rechtzeitig, die Aufnahme-Taste zu drücken.

Der Auftritt ist genial. Die Adler tauchen auf wie Geister in der Dunkelheit hinter dem sich langsam hebenden Tor und unter tausend sprühenden Funken schießen sie hinaus aufs Eis. Ein toller Anblick.

So einen tollen Start bekommen die Schweden leider nicht (Heimvorteil nenn ich das… ) und müssen bei ihrem Einzug ohne Spezialeffekte und Pyrotechnik auskommen. Das rächen sie mit einem 1:0 bereits in den ersten Spielminuten.

Bald darauf folgt der Ausgleich. Ich traue mich kaum noch, hinzusehen, habe ich doch in der Vergangenheit die schlechte Erfahrung gemacht, dass diejenige Mannschaft fast immer verliert, der ich die Daumen drücke (wer der polnischen Nationalmannschaft bei einem Fussballspiel gegen die Deutschen zusieht und dabei auf die falsche Seite setzt, ist ja auch selber schuld… 😉 )

Das Spiel gestaltet sich zu Anfang ziemlich ausgeglichen, die Schweden machen Druck. Ich bin es schon vom letzten Spiel gewohnt, dass sie sich auf den Eis gegenseitig nach allen Regeln der Kunst verdreschen und so bin ich nicht mehr überrascht, als der eine oder andere Spieler schwungvoll gegen die Planke fliegt.

Doch meine Adler enttäuschen mich nicht und gehen brav in Führung. Und als im letzten Drittel das 5:3 fällt, ist es, als würde ein Schalter umgelegt, als wäre mit einem Schlag jeglicher Kampfgeist der schwedischen Mannschaft gebrochen. Sie schaffen es nicht mehr, einen Ausgleich zu erreichen und so endet das Spiel mit einem 6:3 Sieg für die Adler. Zufrieden nippe ich an meinem Prosecco.

(Detaillierte Infos zum Spielverlauf kannst Du hier nachlesen)

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