Die Löwen-Diät

Die Löwen-Diät

Beziehungen sind eine tolle Sache. Man sitzt abends gemütlich beisammen und fühlt sich wohl miteinander, und wenn der Mann auch noch begnadet gut kochen kann…

…dann hat man verloren, ihr habt es erfasst. So ist es bei mir immer der Fall, dass ich, sobald irgendwie fest verbändelt, sogleich schleichend, aber stetig, meine vier- bis fünf Kilo zunehme (hat denn die Hose immer schon so gezwickt?)

Doch zu viel Speck auf den Rippen ist gefährlich. Vor allem dann, wenn man sich, wie in unserem Fall, aufmacht, um nach Namibia in die Savanne zu reisen. Damit also die Löwen bei meinem (üppigen) Anblick keine glänzenden Augen bekommen und die Zebras links liegen lassen, beschloss ich vor zwei Tagen, Maßnahmen zu ergreifen…

Die Regeln

  • Weiterhin regelmäßiger Sport.
    Nun, „regelmäßig“ ist ein durchaus dehnbarer Begriff, doch habe ich es bislang geschafft, zweimal in der Woche irgendwie an irgendeine Art von Bewegung zu kommen (die Frequenz ist ausbaufähig, ich weiß…), sei es Joggen, Gehen (Städte erkunden ist auch Sport…) oder Gewichte stemmen bei McFit. Und seit ich Stefan und mich dort zwangsangemeldet habe, verbuchen wir bereits unsere ersten Erfolge. Doch schnell stellten wir fest, dass Sport alleine bei Weitem nicht reicht…
  • Ernährung
    Hier kommen wir zum springenden Punkt, quasi zum Kern der Sache: Der Mensch und sein verflixtes Belohnungszentrum.Das Belohnungszentrum ist eigentlich eine ganz tolle Erfindung, welches sich immer dann einschaltete, wenn der freundliche Höhlenmensch seinen Mammut erlegt hat; es brachte ihn nämlich dazu, weiterhin schön Mammuts zu erlegen. Denn da der Mensch ein überaus faules Geschöpf ist, braucht er eine zureichende Motivation für alles: Jagen, sich in Sicherheit bringen, seine Jungen beschützen, sich paaren. Ohne das Gefühl der Zufriedenheit, welches sich wohlig nach getaner Arbeit in uns ausbreitet, würden die netten Höhlenmenschen all das nicht tun. Doch in heutigen Zeiten liegen unsere Mammuts quasi vor unseren Füßen (oder auch bei Aldi im Kühlregal). Und dazu noch können wir so viele davon haben wie wir wollen. Und unser Belohnungszentrum ruft stetig: Gib mir mehr! So merke auch ich jeden Feierabend auf meiner Couch, dass mir nach getaner Arbeit irgend etwas Nettes fehlt, seien es meine Zigarillos (die ich geschmissen habe für die guten Absichten, Sport zu treiben), seien es die leckeren Knabereien „zwischendurch“, die so griffbereit vor mir liegen, sei es ein nettes Glas Wein. Und wenn es auch noch alles davon im Wechsel gibt, jubiliert mein Limbisches System. Die Stimme der Vernunft sagt: Du wirst fett, während dieses hinterhältige Überbleibsel des urzeitliches Überlebenskampfes mich zufrieden noch einen weiteren Cracker in den Mund schieben lässt.

Was tun?

  • Der ErnährungswechselSo will ich natürlich nicht, dass die Löwen in Namibia bei meinem Anblick ihrerseits ihr Belohnungszentrum während der Jagd stimulieren möchten. Ab sofort gibt es für mich ein paar feste Regeln, um rank und schlank durch den Busch zu spazieren:1. Keine Kohlenhydrate: Kein Brot, Reis, Kartoffeln, Obst. Keine Cracker. Kein Obst. Kein Süßes.2. Eiweiß. Eier, Fleisch, Hülsenfrüchte. Diejenigen, die mich in vorherigen Beiträgen etwas von vegetarisch und vegan haben schreiben hören, halten sich jetzt die Augen zu…
    3. Gemüse für die Abwechselung, da nur Eiweiß zu essen auf dauer fade ist…4. Und dann das vielleicht schwierigste für all die niederen Instinkte in mir:
    Keine Zwischenmahlzeiten. Kein Greifen nach einer raschelnden Tüte, kein „ich hätte gern“ oder „ich hab noch Hunger“. Nein, Hunger habe ich nicht. Das sind nur Gelüste.

So, ganz schön viele Regeln, um wilden Tieren nicht zum Opfer zu fallen. Den Sommer über habe ich Zeit, denn wir haben April und bis September ist es noch lange hin. Und da nichts so schön ist wie die Einbildung, meinte ich, mich bereits nach zwei Tagen Diät jetzt schon schlanker im Spiegel wahrzunehmen…

 

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