Sri Lanka – Die Perle im Indischen Ozean

Sri Lanka – Die Perle im Indischen Ozean

(Gastbeitrag von Stefan)

Im Mai 1998 hatte ich Bock auf Urlaub in der Ferne und irgendwie war mein Wunsch Jamaika. Zu der Zeit war das Internet eher rudimentär und darum fuhr ich zum Flughafen nach Frankfurt zu den ansässigen Reisebüros. Da wurde mir dann Sri Lanka angeboten, warum nicht, dachte ich mir und habe gleich gebucht. Der Flug begann auch ein paar Tage später. Bis dahin habe ich mir einen Reiseführer gekauft, um mich erstmal zu informieren, ein paar neue Klamotten gekauft und am Samstag ging es los mit Condor direkt nach Colombo. Da ich frühzeitig am Flughafen war, reservierte ich ganz hinten (ich glaube, damals konnte man hinten noch rauchen) und hatte die komplette mittlere Sitzreihe für mich alleine. Der Flug ging los, irgendwann gab es zu essen und dann habe ich gemütlich quer über der Sitzreihe geschlafen. Mittags sind wir in Colombo gelandet, überall war alles voller Soldaten, der Flugplatz war ein begehrtes Ziel für die tamilischen Rebellen und der Norden der Insel war besetzt von ihnen. Das zweite, was aufgefallen ist, war die brutale Mischung aus Hitze und Feuchtigkeit, der Zeitraum wo ich da war, war der Beginn der Regenzeit. Wir wurden dann auf verschiedene Busse verteilt und dann ging eine 3-stündige Fahrt nach Beruwala an der südwestlichen Ecke von Sri Lanka gelegen. ……. Mitten durch Colombo … Hauptstadt, große Stadt, mit einem erdrückend anmutenden Verkehr gepaart mit den Abgasen tausender Vehikel. An einen Kreisverkehr kann ich mich noch ganz genau erinnern. Man meinte auf einem überfüllten Festivalgelände zu sein was von hunderten von Fahrzeugen bevölkert wird, die scheinbar fahren wie sie wollen. Irgendwann waren wir aus der Stadt raus und sind die Küste herunter gefahren, dann sind wir plötzlich nach rechts abgebogen, eine eher finstere Straße lang gefahren und dann am Beach Hotel Bayroo angekommen. Es befand sich nördlich von dem The Eden Resort & Spa Hotel und wurde beim Sumatra-Andamanen-Beben und dem darauf folgenden Tsunami vollständig zerstört. Dann einchecken und ich bekam ein Zimmer im Erdgeschoß mit einer Klimaanlage um Mammuts einzufrieren. Großes Zimmer mit Bad. Sachen auspacken umziehen, Terrassentür auf (wir erinnern uns Hitze/Feuchtigkeit) und vor der Terrasse ein Garten mit wunderschönen Tempelbäumen mit betäubenden Duft und dahinter der aufbrandende Indische Ozean. Und rechts ein kleiner Pool, es war noch ein bisschen Zeit bis zum Abendbrot, daher Badesachen geschnappt und ab ins Wasser und danach in die Sonne. Das ich da nicht weit vom Äquator entfernt war und die Sonne mittags senkrecht und heftig vom Himmel scheint fiel mir in dem Moment nicht ein….. ich merkte es einen Tag später …

Am nächsten Tag kam dann der erste Schmerz auf dem Kopf, der sich in einem tiefen Rot präsentierte, mit den Tagen häutete ich mich quasi und auf den gehäuteten Stellen wurde ich nicht braun, sondern fast schon schwarz. Es sah aus wie ein Fehlfarben-Globus.

Den Tag verbrachte ich damit, endlich mal das Gelände zu verlassen und den Indischen Ozean zu testen. Bedingt durch den Anfang der Regenzeit und einen vergangenen Zyklon schlugen die Wellen hoch ans Ufer und das Wasser war …. wie in der Badewanne. Zum Nachmittag entdeckte ich im Foyer ein Angebot für eine mehrtägige Reise über die Insel und buchte sie spontan. Das war die beste Entscheidung des Urlaubs. Es sollte früh am nächsten Urlaub losgehen. Zu meinem Leidwesen muss ich gestehen, dass ich nicht mehr haargenau den Ablauf der Reise zusammenbringe. Aber die wichtigen Dinge sind noch da.

Am nächsten Tag ging es frühmorgens mit einem kleinen Bus Richtung Norden los. Wir waren eine kleine Reisegruppe von ungefähr 10 Personen. Die erste Anlaufstelle war ein Waisenheim für Elefanten. Da wurden Elefanten gepflegt, die zum Beispiel Menschen getötet oder verletzt hatten oder Tiere, die sich in der Landwirtschaft „verirrt“ hatten. Es sind gewaltige Tiere, besonders, wenn sich kein Zaun oder ähnliches zwischen uns und ihnen befindet.

Von da aus ging es dann weiter Richtung Norden/Nordosten zur ersten Lodges. Die befand sich in einer Gegend, bei der man unwillkürlich an „Jenseits von Afrika“ dachte. Eine weite Savanne, ein offenes Herrenhaus umringt von künstlichen Seen, Tanks genannt. Ein Teil der Gruppe besichtigte dann noch einen Tempel. Aber mein Bedarf und den eines Pärchen war gedeckt und wir verbrachten den Nachmittag am Pool mit einem oder mehreren kühlen Bierchen.

Am nächsten Tag ging es noch vor dem Sonnenuntergang los nach Sigiriya . Fern am Horizont erhob sich ein mächtiger Monolith aus der Umgebung, auf deren Kuppe sich die Überreste eines Palastes befinden. Aber erstmal nach oben, eine schweißtreibende Angelegenheit, bei der klar wurde, warum die Abfahrt so früh war. Als die Sonne anfing, aufzugehen, schlug unbarmherzig die Hitze zu. Aber der Aufstieg lohnt sich, auch wegen den am Felsen befindlichen Zeichnungen der Wolkenmädchen. Von oben ergab sich dann ein fantastischer Blick auf die umgebende Landschaft.

Weiter ging die Fahrt durch Wälder (man meinte in Mitteleuropa zu sein) in die Berge hoch. Da oben befindet sich wohl das wichtigste Exportgut von Sri Lanka … der Ceylon-Tee. Auf einer Höhe von ungefähr 1200m rund um den Sri Prada (früher Adams Peak) liegen an steilen Hanglagen die einzelnen Teeplantagen. Von der Witterung war es kühl, es erschien ungewöhnlich, wenn man daran dachte, das man sich doch in den Tropen befindet. Wir besichtigten da eine Fabrik, die Tee herstellt, da gab man uns auch zu verstehen, dass wir, Europäer, eigentlich den Abfall der Teeproduktion trinken. Das, was ganz unten in der mehrstöckigen Anlage landet, ist der Inhalt des Teebeutels. Das kostbarste am Tee sind die obersten Blätter, die als First-Flush (Erntezeit Sommer) und als Second Flush (Erntezeit Regenzeit) geerntet werden. Es werden nur die obersten 2 Blätter geerntet, dementsprechend ist dann auch der Preis.

Nächsten Tag ging es Richtung Süden ins Flachland, der Weg führte uns über eine Straße, die an ein Schwalbennest erinnerte. Rechts die Berge, links die Schluchten, steil abfallend.

Einen Halt legten wir in einem Juwelierhandel ein, Sri Lanka hat flächenmäßig die größten Edelsteinvorkommen der Welt. In einem schlichten Raum lagen die Edelsteine nicht wie hier in Vitrinen, sondern offen in großen Schalen. Beeindruckende Smaragde, Saphire Rubine bis hin zu zauberhaften Amethysten. Aber wie es halt so ist… gucken erlaubt… anfassen nur gegen harte Devisen.

Weiter ging es Richtung Süden bis hin zur Küste, wo uns nur noch der Ozean von den Malediven trennte.

Am nächsten morgen zum Abschluss der Rundfahrt ging es in einen Nationalpark (Name weiß ich leider nicht mehr) zu einer Uhrzeit, die im Allgemeinen als unchristlich bezeichnet wird. Im halsbrecherischen Tempo ging es mit 2 Jeeps, die von Scouts gefahren wurden, die definitiv suizidgefährdet waren. Die Gegend erinnerte mich im nachhinein an die westlichen Everglades in Florida. Flach, weit, nass. Viel zu sehen bekamen wir leider nicht, außer einem jungen Alligator in unmittelbarer Nähe (zum Glück hatte er schon gefrühstückt) und einem erbosten Elefanten in (zum Glück) der Ferne.

Den Rest des Urlaubs verbrachte ich dann zwischen Pool, Meer und Bar 🙂

 

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