Streetkitchen Jackie Su

Bremen, März 2017
Teil 3.

Es ist später Nachmittag, die Sonne steht schräg. Ich laufe die Seitenstraße entlang, entferne mich immer weiter vom Bremer Rathaus und schaue hungrig in die Restaurants hinein, während mich im Hintergrund noch andere Gedanken beschäftigen. Ein Schild mit dem Schriftzug Streetfood Jackie Su zieht mich magisch an – für Street Food aller Art bin ich immer zu haben. Bevor ich mich hinein traue, betrachte ich nachdenklich die Speisekarte – eine gut gewählte Mischung aus ungewöhnlichen, asiatischen im Allgemeinen und indischen im Speziellen, Gerichten
Dann stoße ich die Tür auf.

Ein stylisches Inneres erwartet mich, als ich im Eingangsbereich um die Ecke biege. Zunächst sehe ich graue, industriell kalte Betonwände; rote, asiatische Schriftzeichen heben sich davon ab. Kein Geschnörkel, kein Gebaumel, keine winkenden Katzen. Minimalistisch. Hochmodern. Und trotzdem – gemütlich. Dafür sorgen die offene Küche, die Köche, die vor meinen Augen in den Töpfen rühren und die Holzelemente, die den Raum wärmen.
Ich denke mir: Wow.

Der schlauchförmige Raum, an deren Wand bereits Tische und eine Esstafel aus hellem Holz platziert sind, beherbergt die bereits erwähnte, offene Küche, in der drei Jungs in weißen Kochuniformen und Kochmützen fleißig umherwuseln. Hier wird gebraten, gedünstet, gerührt, gelacht und geschäkert. Es scheint ihnen Spaß zu machen, das Projekt Street Food. Die Küche ist vollkommen einsehbar – der Gast kann mitverfolgen, was da für ihn in den Pfannen brutzelt.

Ich bestelle geschmortes indisches Curry.

Beim Blick auf die Karte kann ich mich zunächst nicht entscheiden. Nur nicht allzu lange blättern, sonst entscheide ich mich womöglich nie…
Als die Bestellung aufgegeben ist, lasse ich die Stimmung hier auf mich wirken. Die Mitarbeiter sind absolut zuvorkommend, in gleichem Maße zu jedem und es wirkt… ja, es macht den Anschein, als sei hier jeder mit Leib und Seele dabei. Der Kellner lächelt, geht nach hinten und kehrt mit einer Schale Bonbons zurück, die er an ein Kind am Nachbartisch verteilt. Die Eltern lächeln nachsichtig und schauen ihren Kleinen an. Gedankenverloren beginne ich, in meinem Flyer zu lesen. Dann kommt mein geschmortes Curry.

Vegan, frisch, lecker. Und – ungewöhnlich im Geschmack. Genau dafür bin ich hierher gekommen – für Gerichte, die man nicht jeden Tag antrifft. Und die Portion in der Schüssel ist… ambitioniert.
Gut, für einen stämmigen Mann mit einem gesunden Appetit vielleicht nicht, dafür aber für mich. Ich winke den Kellner und lasse mir den Rest einpacken. Ich bekomme eine kleine Styroporschüssel und Essstäbchen beigelegt.
Als ich am nächsten Morgen das Essen auspacke, liegt in der Tüte ein Glückskeks bei. Ich öffne ihn, noch bevor ich mich an die Schüssel mache, ziehe den kleinen, weißen Zettel raus.

„Ihr Vorhaben wird vom Erfolg gekrönt sein.“ Sagt mir der Keks.

Hier ist eine Übersicht aller Folgen der Bremen-Städtereise:

Teil 1 – Der Flyer
Teil 2 – „Lasst diesen Mann frei!“
Teil 3 – Streetkitchen Jackie Su

Veröffentlicht von

kasia

Hi, ich bin Kasia, die Stimme von „windrose.rocks“ :-)
Ich nehme Euch mit auf meine Reisen, lasse Euch hautnah alle Augenblicke miterleben; Augenblicke des Glücks und des Zweifels, freudige, lustige, mal traurige, und ja… auch mal peinliche Momente. Dies ist für alle, die genauso neugierig sind wie ich, diejenigen, die sich inspirieren lassen wollen oder einfach nur (Reise)Erfahrungen mitnehmen und austauschen möchten. Folgt mir und lasst Euch verzaubern…

„Ich mag an dir dieses… rastlose Umherschwirren“ (Zitat von Stefan)

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