An falschen Ort gestrandet – „Ich vermute dahinter System…“

An falschen Ort gestrandet – „Ich vermute dahinter System…“

Marmaris, Mai 2014
Teil 3.

Wir beschließen, als erstes unten an der Rezeption den Zustand des Zimmers zu reklamieren. Wir werden in ein anderes Zimmer versetzt. An dessen Reinlichkeit habe selbst ich nichts mehr zu bemängeln. Zähneknirschend nehmen wir unsere Situation als gegeben hin
und Nina legt sich erstmal schlafen. Ich bin viel zu aufgeregt dazu. Also tue ich, was ich sonst immer tue, wenn meine Begleitung am ersten Reisetag müde dem Bedürfnis nach Bettruhe folgt – ich lackiere mir die Nägel.

Drei Stunden später sitzen wir im Schatten einiger Palmen am Pool des Wellnessbereiches. Im Hintergrund läuft Partymusik und an der Bar unterhalten sich entspannte Urlauber. Eine dralle Blondine im pinkenen Bikini trägt ihren gebräunten Busen spazieren.

Wir haben uns etwas zum Essen und kalte Getränke besorgt und kommen bei der Gelegenheit mit anderen Hotelgästen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass es uns nicht alleine getroffen hat. Mehrere Gäste, unabhängig voneinander, hätten eigentlich in anderen Hotels untergebracht werden sollen.

„Ich vermute dahinter System.“ Erzählt uns ein junger, blonder Man und bittet uns um unsere E-mail Adresse, um eine Sammelklage anzufechten. Wir befinden dies für eine gute Idee und rücken das Gewünschte raus. Doch wir sollten später wider hoffnungsvollen Erwarten nichts mehr von der Sache hören.

Eine beleibte, gutgelaunte türkische Urlauberin erklärt uns, dass sie auch wo anders ins Hotel hätte gehen sollen. Olüdeniz, so wie wir. Doch hier seien alle sehr nett und auch das Hotel sehr sauber.

„Das mag ja alles sein.“ Antworte ich ihr und bin immer noch ein bisschen grummelig. „Doch wir haben nicht vor, hier zu bleiben.“ Zu meiner Überraschung lacht sie lauf auf, fröhlich tanzen ihre Locken ums Gesicht. „Das will ich sehen!“ Ruft sie aus. “ Mein Man und ich dachten das auch, und nun sind wir schon seit einer Woche hier.“
„Das ist schön und gut“ – beharre ich – „aber wir bleiben ganz sicher nicht!“
Sie lächelt wohlwollend warm und meint gutgelaunt: „Wir werden uns hier noch öfters über den Weg laufen…“ Dann steht sie auf und geht weg. Irritiert schaue ich ihr hinterher.

„Du magst sie nicht.“ Sagt Nina und schaut mich einfühlsam an, als die Dame außer Hörweite ist.
„Nein.“ Sage ich. „Ich hab ja nichts gegen sie, aber ihre fröhliche Art geht mir auf die Nerven.“ Besonders wenn Kasia mies gelaunt ist; warum wollen mir da andere ihre verdammt gute Stimmung auf die Nase binden?
Ich sehe, wie Nina mich anschaut und lächelt. Ich habe noch nie bei irgend jemandem so ein Lächeln gesehen, wie es meiner Freundin zueigen ist. Dabei leuchten ihre Augen und strahlen eine so unglaubliche Wärme aus, dass man sich von einer wärmenden Decke umhüllt wähnt. Damit eint sie sich die Herzen aller Menschen, die ihr begegnen, ob nun Männlein oder Weiblein, und manchmal beneide ich sie um diese Ausstrahlung, während ich mir schon in jungen Jahren antrainiert habe, mir die Menschen auf Distanz und somit vom Leib zu halten.

An diesem Abend machen wir nicht mehr viel. Wir bleiben am Pool, bis es beginnt zu dämmern, und genießen danach das abendliche Buffet. Erst am nächsten Morgen machen wir uns auf, die Stadt Marmaris im Gesamten und die Promenade im Einzelnen zu erkunden.

Hier gibt es die Übersicht aller Folgen der Marmaris-Reisegeschichte:

Teil 1. Marmaris – die Qual der Wahl
Düsseldorf – die Suite
Düsseldorf – viel Metall und Glas
Düsseldorf – im Konsulat
Teil 2. Olüdeniz – oder doch nicht…?
Teil 3. Ich vermute dahinter System
Teil 4. „What is your name?“
Teil 5. „Kommt wieder!“
Teil 6. Dancing night auf der King Cezar (?)
Teil 7. „Delphins! Delphins!“
Teil 8. Die Jeep-Tour
Teil 9. Der Deal
Teil 10. Der Jesus-Steg
Teil 11. Spartakus kommt zur Besuch
Teil 12. „Ich will dich sehen, ich komme…“
Teil 13. Pamukkale: Die Onyx-Fabrik
Teil 14. Pamukkale: Hierapolis und die Kalksinterterrassen
Teil 15. King Cezar – die letzte Fahrt
Teil 16. Marmaris – ein kleiner Rückblick
Teil 17. Das Nachspiel, oder: Wie wir den Türken abzockten…

 

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