Reiseapotheke

Reiseapotheke

Immer wieder werde ich in der Apotheke gefragt, was an Medikamenten und sonstiger Ausstattung so alles am besten in die Reisetasche gehört. Das ist eine sehr individuelle Geschichte. Es hängt von einigen Faktoren ab, unter anderem; wohin soll die Reise gehen?
Dann natürlich: Wer? Erwachsener, Kind, Senioren? Verreise ich alleine oder mit Familie? Welche Arten von Aktivität stehen auf dem Programm? Entspannen am Strand mit gelegentlichen Besichtigungen, geführte Touren oder selbstständige Erkundung der Gegend/Rucksackreise? Actionurlaub; Klettern, Tauchen, Schnorcheln? usw., oder gar eine kulinarische Rundreise durch, sagen wir, Indien?

Ich liste jetzt einfach mal auf, was ich selbst so alles dabei habe (und warum… 🙂 )

Kasia’s Reiseapotheke

Kopfschmerztabletten (egal, welcher Art)

Kopfschmerzen bekomme ich immer wieder einmal, sei es, weil ich zu wenig getrunken habe, weil ein Wetterwechsel ansteht oder einfach nur stressbedingt… unbehandelt wachsen sie sich dann zu einer schlimmen Migräne aus. Also… unbedingt mitnehmen!

Blasenpflaster

(die von Compeed sind die besten 😉 behaupte ich jetzt einfach mal…) und/oder ein Blasengel (schützt die Füße an Druck-und Reibstellen). Compeed hat mir 2012 in Florenz sehr gute Dienste geleistet – Italien, jede Menge schick angezogene Frauen in hohen Absatzschuhen – und ein löcheriges Kopfsteinpflaster…

Iberogast gegen Übelkeit

…oder sonstige Magen-Darm-Beschwerden (aufgeblähter Bauch, Magenverstimmung durch ungewohntes Essen usw.) Ich brauche sie eigentlich so gut wie nie, aber Stefan tut sich’s da manchmal schwer auf Reisen…

Immodium akut lingual

Super bei Durchfall; löst sich in sekundenschnelle auf der Zunge auf  und wirkt sehr schnell. Im Akutfall zwei Plättchen auf der Zunge zergehen lassen, fertig. Wenn das Magengrummeln wieder losgeht – nochmal eine nachwerfen… Durchfall begleitet von Fieber sollte nicht selbst behandelt werden, da die Ursachen meistens tieferliegender sind.

Das wären also die Must-haves für eine kulinarische Rundreise 😉 Magenbeschwerden habe ich äußerst selten, habe da eher einen Magen „wie eine Odenwälder Kuh“. 🙂 Es sind beides also „Stefan-Medikamente“…

Etwas zur Wundversorgung (Mullbinde, sterile Kompressen, Desinfektionsspray, z.B. Octenisept Wundspray, eine Schere), der Standard eines jeden Auto-Notfallsets also.

Sagrotan Handdesinfektionsgel

Super zum Beispiel bei längeren Auto- oder Motorradfahrten, wenn die Möglichkeiten zur Handwäsche nur spärlich gegeben sind, zum Beispiel wenn man mitten in der Pampa mal „ins Gebüsch“ verschwinden muss…

Eine kortisonhaltige Creme

…gegen Hautentzündungen und allergische Reaktionen – im Klartext: gegen Mückenstiche (Venedig 2014: die Stichstellen waren pflaumengroß…), zum Beispiel Fenicort oder Soventol Cremogel (Vorteil: die kühlende Wirkung)

Je nach Reiseziel Moskito-Schutzspray.

Das von Soventol ist meine Meinung nach das wirksamste, ich habe damit bisher die besten Erfahrungen gemacht. (Ach, noch ein kleiner Tipp: spart euch das Geld für Citronella-Kerzen, die meisten der Mücken, die wir damit fernzuhalten versuchten, haben sich davon recht unbeeindruckt gezeigt…)

Was ich gerne mal dabei habe, sind antientzündliche Augentropfen

(zum Beispiel Berberil oder Visine Yxin) oder aber auch die Possiformin-Augensalbe (da antibakteriell wirksam). Als Kontaktlinsenträgerin passiert es mir sehr schnell, dass ich mir immer mal etwas „einfange“.

Ein sehr wertvoller Tipp einer Kollegin für lange (Auto-) Fahrten bei Klimaanlage: ein befeuchtendes Nasenspray mit Hyaluron (z.B. Hysan Hyaluron Spray): Es verhindert das Austrocknen der Nasenschleimhaut und somit die im Sommer so häufigen Erkältungen, die meist klimaanlagenbedingt sind. Ich hatte mit mir gerungen, ob ich diese Empfehlung für eine Reiseapotheke mit hinein nehmen soll, doch eine Apothekenkundin belehrte mich eines Besseren: So erzählte sie mir neulich, dass sie sich dank dieser Maßnahme zum ersten Mal nach über tausend Kilometern Autofahrt keine Erkältung eingefangen hatte… Für Menschen, die besonders empfindlich reagieren, in jedem Falle eine sinnvolle Empfehlung.

Die Frauenleiden

Ich habe mir angewöhnt, vorbeugend immer etwas gegen Blasenentzündung in der Tasche zu haben, nachdem ich vor Jahren einmal eine solche während eines Aufenthaltes in einem polnischen Nationalpark so lange unbehandelt mit mir herumgeschleppt (und im wahrsten Sinne des Wortes verschleppt habe), bis ich irgendwann Blut im Urin bemerkte und dann panisch den nächsten Arzt gesucht hatte. Gut bewährt haben sich bisher Produkte mit Bärentraubenblättern wie Cystinol oder Actruvan (desinfizieren die Blase; zusätzlich solltest du viel trinken, um die Keime auszuspülen) und Buscopan gegen die krampfartigen Schmerzen beim Wasserlassen. Auch das pflanzliche Präparat Canephron hat eine gute desinfizierende und krampflösende Wirkung.

Zweiteres kann auch lebensrettend sein, damit dir ein weiteres lästiges Problemchen nicht den ganzen Urlaub verleidet… alle Männer jetzt bitte weghören: es handelt sich um… hm… na, nennen wir das Kind doch beim Namen: eine Vaginalmykose. Na, so schlimm war das doch nicht. Kann sowohl nach der Anwendung von Antibiotika, kann aber auch ganz unerwartet auftreten; manche Frauen bekommen sie gar häufig bis regelmäßig, je nachdem, wie anfällig man ist. Eine Clotrimazol-Creme (z.B. Kadefungin oder Canesten Gyn) gehört daher immer ins Gepäck.

Das Nachfolgende hat zwar nicht viel mit der Reiseapotheke zu tun, aber  Ohrstöpsel, finde ich, sind ein Muss…  Du weißt nie genau, wo du landest; ist das Hotelzimmer leise oder hellhörig, oder feiern die „Nachbarn“ im Nebenzimmer gar ihren Honeymoon…? 🙂 Auch im Flugzeug oder bei längeren Busfahrten ganz praktisch, wenn man mal kurz die Augen zumachen möchte…

Zu diesem Zweck ist auch eine Schlafmaske schön praktisch – wenn man zu den Menschen gehört, die bei Licht nur schlecht einschlafen können, ideal. Im Flugzeug und im Auto bei längeren Fahrten macht sie ein erholsames Nickerchen manchmal überhaupt erst möglich.

Wenn wir gerade bei Ohrstöpsel sind: für Menschen, die auf Flugreisen sehr empfindlich auf Druckunterschiede reagieren, sind druckausgleichende Ohrstöpsel (z.B. Earplane, circa 8 Euro, gibt es für Kinder und für Erwachsene in zwei verschiedenen Größen.)

Achtung!

Manche Staaten (Bsp. Arab. Emirate) verbieten die Einfuhr bestimmter Substanzen, die bei uns nicht als BTM gelistet sind (Bsp. starke Schlafmittel, Antidepressiva usw.), Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnisstrafen geahndet. Andere Wirkstoffe (z. B. Estradiol-Derivate/Pille oder Etilefrin/Kreislauftropfen) bedürfen einer schriftlichen, beglaubigten Genehmigung des MOH (UAE Ministry of Health). Sogar handelsüblicher Mohn kann bei der Zollkontrolle problematisch werden (Gebäck…).

Für genaue Informationen möchte ich hier den Blog Faszination Abu Dhabi von Sarah verlinken, da die Seite eine ausführliche Recherche und sehr genaue Informationen zu dem Thema anbietet.

Da sich die Bestimmungen von Staat zu Staat unterscheiden können, informiere Dich genau beim Auswärtigen Amt und bei den fürs jeweilige Land zuständigen Behörden, welche Medikamente Du einführen darfst und wofür Du eventuell eine gesonderte Genehmigung brauchst.

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