Sonnenschutz

Sonnenschutz

„Aua!“
„Ich passe doch auf, Schatz.“
„Trotzdem, nicht so stürmisch!“
„Nu hab dich aber nicht so…“

Aruba, Mai 2016.

Was sich anhört wie der Auftakt zu einem Softporno, hat in Wirklichkeit rein gar nichts mit zu tun.

Ich sitze verkrampft auf der Bettkante in unserem Hotelzimmer; immer wieder zucke ich vor Schmerzen zusammen, während Stefan meinen wunden Rücken und meine Schultern versorgt. So sanft wie möglich trägt er eine Aprés-Lotion auf meine Haut auf, und doch kann er es nicht verhindern, dass ich ihn bei jeder zweiten Bewegung anblaffe.

Doch was ist passiert?

Alle Jahre wieder das leidige Thema: Sonnenbrand.

Es ist ja nicht so, als hätte ich noch nie einen gehabt. Und ebenso dachte ich, ich hätte aus meinen Fehlern gelernt. Doch weit gefehlt. Denn die Sonnenstrahlung am Äquator hatte ich völlig unterschätzt.

Und hier eine kleine, nicht ganz ernst gemeinte Anleitung, wie man es definitiv nicht machen sollte:

Kasia auf Aruba, Tag 1:

Eincremen. Am besten gleich mit Lichtschutzfaktor 50+. So weit so gut. Da ich etwas Praktisches im Gepäck haben wollte, das sich gleichzeitig leicht aufträgt, hatte ich mich zudem für ein Sonnenschutz in Form von Spray entschieden. Ein großer Fehler, aber dazu später mehr.

So, einmal am Morgen dick eingesprüht – reicht! Da der Sonnenschutz wasserfest ist, gehe ich natürlich damit schwimmen und wälze mich im Sand herum. Just fun!

Am Abend begrüßt mich ein Ziepen und Ziehen an meinem Rücken. Nix mehr mit „fun“. Alle freiliegenden Hautbereiche sind gerötet.

What…?!

Was wäre richtig gewesen?

  • Cremt euch wirklich gut ein. Tragt den Sonnenschutz großzügig auf, Sonnenterrassen (Schulter, Nase, Ohren, Füße…) bitte extradick.
  • Tragt den Sonnenschutz mindestens eine halbe Stunde, bevor ihr in die Sonne geht, auf. Die Filter brauchen Zeit, um zu wirken.
  • Einmal eincremen reicht definitiv nicht! Mag die Lotion, die Milch (oder auch das Spray) wasserfest sein; durch den Kontakt mit Kleidung, Sand und Strandhandtuch reibt er sich ab – nach jedem Baden im Meer (altern. Pool) neu auftragen!
  • Berücksichtige deinen Hauttyp! Helle Hauttypen können nur eine begrenzte Zeit in der Sonne verbleiben (das ist das, womit ich es mir immer noch sehr schwer tue…), ohne dass ihre Haut davon Schaden nimmt – die Dauer hängt mit der individuellen Empfindlichkeit zusammen. Ich weiß, es ist nervig, aber es ist nun mal so. Sobald du ein Prickeln und Ziehen deiner Haut bemerkst (meistens tritt es auf, noch bevor eine Rötung zu sehen ist): raus aus der Sonne!
  • Der Sonnenschutz muss mindestens alle drei, besser jedoch alle zwei Stunden erneuert werden. Die Schutzfilter brauchen sich auf – die Wirkung lässt mit der Zeit nach.
  • Bei Urlaub im Äquator-Bereich: Lichtschutzfaktor 50+. Da führt kein Weg dran vorbei. Besonders dann nicht, wenn du eine zarte, helle Haut besitzt oder noch nicht oft in diesem Sommer in der Sonne gewesen bist. Und: Du wirst trotzdem braun – glaube mir.
  • Ein Wort zu Pflanzenölen, da das ja momentan Mode ist: Pflanzenöle (wie Kokosöl, Palmfett u.ä.) filtern die UV-Strahlung nicht! Vergiss, was du in diversen Foren darüber gelesen hast – es ist definitiv kein ausreichender Schutz für sonnenempfindliche Haut. (In u.a. Indien und Afrika werden Pflanzenöle sehr häufig von Einheimischen als Schutz vor der Sonnenstrahlung verwendet. Das liegt daran, dass Sonnenschutz mit UV-Filtern in solchen Ländern oft importiert werden muss und in der Regel teuer ist. Aber bedenke: Menschen, die in Ländern mit einer hohen Strahlung (oh, das klingt so nach Kernkraft, ich meine natürlich die Sonneneinstrahlung 🙂 ) leben, haben einen ganz anderen Eigenschutz ihrer Haut.
  • Wasser verstärkt die Strahlung der Sonne noch. Die Wasseroberfläche reflektiert die UV-Strahlen wie ein Spiegel. So kann es passieren, dass du auch im Schatten am Meer einen Sonnenbrand bekommst (siehe ich… aua…). Auch Wassertropfen auf der Haut wirken wie Brenngläser. Hier gilt ebenfalls: Immer wieder nachcremen!
  • Sonnenschutz macht Flecken. Es gibt inzwischen Produkte, die soweit überarbeitet worden sind, dass sie keine Spuren auf der Kleidung hinterlassen, doch diese sind meist recht teuer. Allgemein gilt: der Standard-Sonnenschutz kann gelbe Flecken auf heller Kleidung oder Handtüchern hinterlassen.
  • Ist es dann doch passiert… und die Haut rötet sich verdächtig und brennt – vermeide es, zumindest für den nächsten Tag, die verbrannten Hautstellen zu exponieren. Dick mit Sonnencreme einreiben, und unter ein langes Kleidungsstück damit. Die Haut braucht ein bisschen Zeit, um sich zu erholen.
  • Und last but not least: Mache nicht den gleichen Fehler wie ich, verwende keinen Spray! Ein Sonnenschutz zum Sprühen hört sich erst einmal schön praktisch an. Doch die meisten Sprays sind Pumpsprays. Das heißt… jaaa, genau! Pump-sprüh… pump-sprüh… pump-sprüh… und das immer so weiter, bis du deinen gesamten Körper eingesprüht und eingerieben hast… denn verreiben musst du das Zeug ja trotzdem. Bei Sprays neigt man schnell dazu, zu wenig davon zu verwenden. Doch ein Sprühstoß hinterlässt meist einen runden, nicht allzu großen Fleck auf deiner Haut – es ist mit Pumpsprays meist nicht möglich, flächig zu sprühen. Und dann versuch mal, mit einer Hand, den Daumen stets auf der Pumpvorrichtung, an schwierige Stellen zu kommen! Nach einer Weile tut der Daumen weh, und du kommst eh nicht so gut überall dran wie du gerne möchtest (davon, mit der Flasche „kopfüber“ zu sprühen wollen wir gar nicht erst anfangen…) Ich hatte jedenfalls auf Aruba so die Nase voll davon, dass ich irgendwann den Sprühkopf abgeschraubt und den Inhalt mit bloßen Händen auf meiner Haut verteilt habe… seitdem bin ich Fan von ganz gewöhnlicher, klassischer Sonnenmilch: Auftragen, flächig verteilen, so viel und so großzügig man möchte – fertig. (Oder kennst du vielleicht ein tolles Sonnenschutzspray, von dem du so begeistert bist, dass du es sofort weiterempfehlen würdest? Dann her damit, ich lasse mich auch bekehren! 😉 )
  • Zur Pflege danach: Ist es nun trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passiert und du hast einen Sonnenbrand bekommen, heißt es, Schadensbegrenzung zu betreiben. Vermeide es, sehr fetthaltige Cremes und Salben auf die verbrannten Stellen aufzutragen. Eine Wund-und Heilsalbe hört sich zwar erst einmal gut an, doch der hohe Fettgehalt führt zum sog. „Okklusionseffekt“ (hier ein bisschen PTA-Kauderwelsch… 😉 ), das heißt, die Salbe schließt deine Haut nach außenhin ab, so dass ein Hitzestau entstehen kann. Dein Sonnenbrand fühlt sich heiß an, richtig? Und genau diese Hitze sollte nach außen abgeleitet werden, am besten mit einer kühlenden Lotion, einem Aprés-Gel (ein reines Aloe Vera-Gel kann wahre Wunder wirken!) oder einem kühlenden Panthenol-Schaum. Solltest du nichts dergleichen dabei haben – da gibt es immer noch diesen alten Trick mit Joghurt oder Speisequark…
  • Vorbeugend kann ein Vorbräunen im Sonnenstudio helfen. Das hat nichts mit Eitelkeit zu tun; mit drei oder vier Solariumbesuchen vor deinem Urlaub kannst du sicher und kontrolliert deine Haut an die Strahlung „gewöhnen“ und deine Eigenschutzzeit erhöhen. Ergebnis: du verbrennst nicht so leicht.

So wertvoll Tipps und Empfehlungen auch sind, meistens wissen wir eigentlich schon, wie wir uns am besten schützen sollten… doch wir setzen uns trotz besseren Wissens der Gefahr aus, sei es aus Zeitmangel oder weil uns all das zu aufwändig erscheint, auch der Gedanke „mir passiert das nicht“ spielt oft eine Rolle… So erging es mir jedenfalls. Ich wusste ganz genau, wie man sich verhalten müsste, und doch habe ich es trotz besseren Wissens nicht beherzigt.

Wenn du eine widerstandsfähige Haut hast – beneidenswert! Höchstwahrscheinlich  verbrennst du nicht so leicht. Doch auch deine Haut sollte ein Mindestmaß an Schutz bekommen.

Für alle anderen: Ich spreche vom Herzen und aus eigener Erfahrung. Hier geht es nicht um irgendwelche diffusen Zellschäden, die erst nach Jahrzehnten irgendwann mal zu sehen sind (die würden mich auch nicht hinter’m Ofen hervorlocken…) – hier geht es um richtige Schmerzen. Wer schon einmal Brandblasen auf dem Dekolletee hatte (…jaa…), der weiß, wovon ich spreche.

  • Ein letzter Tipp – für den Fall der Fälle; nimm auch luftige, lange Kleidung mit ins Gepäck (lange Ärmel, luftige, lange Hosen), um deiner Haut auch mal eine Verschnaufpause von der Sonne zu geben – du wirst froh darum sein!

Aruba 2016 – Die ganze Geschichte: hier…

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