Ärger im Paradies?

Sizilien, August 2010

Ein blaues Meer. Blau ist untertrieben: Es war vielmehr die Art Türkis, die man auf Postkarten und in den Katalogen des Reisebüros um die Ecke zu finden vermag. Schneeweiße Felsen, die wie eine blendend helle Marmortreppe geradewegs ins Wasser zu führen schienen, luden zum Spazieren, Sonnenbaden und Verweilen ein. Ein warmer Wind zersaust das Haar und die Wellen rufen: Hier! Hier sind wir! Spring rein!

Ein traumhafter Ort, wie aus einem Märchen vom perfekten Urlaub – so schön, dass es weh tat.
Und ich – war sauer.

Stinksauer.

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Sizilien – Ankunft in Catania

Sizilien, August 2010
Teil 1.

„Guten Tag!“ Die Männer in schwarzen Anzügen hatten uns wie ein Ring umschlossen. Ihre dunklen Sonnenbrillen spiegeln den Himmel wider und auch mich und meine fragenden Augen. Einzig der kleine, gedrungene Italiener mit dem weißen Anzug, dem hellen Hut mit schwarzer Schleife und der Pate – Pose trägt keine Sonnenbrille; seine teils forschen, teils lustigen dunklen Augen blicken uns gutmütig an und ich frage mich unwillkürlich, wo die weiße, plüschige Katze bleibt. „Guten Tag! Wir sind von der Mafia. Kommen Sie mit uns, wir zeigen Ihnen die Insel.“ Seine goldenen Ringe blenden mich mit all ihren Diamanten – er gibt mir zur Begrüßung die Hand. Sizilien – Ankunft in Catania weiterlesen

Franco

Sizilien, August 2010
Teil 2.

„Hier in dieser Straße? Bist du sicher?“
„Ja, klar, ich habe mir das doch mehrmals auf Google Street View angeschaut.“
„Na, hier sieht aber nichts nach einem Bed & Breakfast aus…“ Wir steigen aus dem Auto, schauen uns um. Die Straße liegt hell und staubig vor uns, es wirkt alles wie verlassen. Wir sind in Raffadali angekommen. Franco weiterlesen

Tore ins Nichts…

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 Sizilien, August 2010
Teil 3.

Irgendwann nachmittags kommen wir in Raffadali an. Und nachdem Franco uns herumgeführt und uns im Rahmen einer Rundfahrt seinen Heimatort gezeigt hatte, begeben wir uns aufs Zimmer. Bereits zwei Minuten später liegt Jimmy* im Bett, erschöpft und in tiefstes Koma gesunken. Ich schleiche auf den Zehenspitzen hinaus auf den Balkon.

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Scala dei Turchi

Sizilien, August 2010
Teil 5.

Sizilien war für uns bis zu diesem Zeitpunkt nur ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wir hatten, bis auf ein paar Bilder aus den Katalogen, die uns in den Köpfen geisterten, und die uns gar nichts sagten, bis auf ein paar Film-Mafiosi, die in halbdunklen Räumen ihre weißen, plüschigen Kater streicheln, bis dato keine richtige Vorstellung von diesem Teil Italiens. Und auch keine weiteren Erwartungen an die Insel, bis vielleicht auf: ein bisschen Strand hier, ein bisschen Erholung da, und wenn möglich, weder überfallen noch ausgeraubt zu werden – was Standard-Touristen halt so wollen (oder eben nicht wollen…). Wie unrecht wir damit den Menschen auf Sizilien taten, sollte uns im Laufe unseres Aufenthaltes erst nach und nach klar werden… Scala dei Turchi weiterlesen

Siculiana Marina

Sizilien, August 2010
Teil 6.

Der neuentdeckte Strand von Siculiana Marina wird zu unserem Lieblingsort. Er ist im Grunde nichts Außergewöhnliches – weder ist der Strand außergewöhnlich weiß noch ist die Aussicht außergewöhnlich schön- und doch haben wir uns in diesen Ort verliebt. Und mit eben jenem Strand haben wir einen malerischen und vor allem ruhigen Platz gefunden, an den wir immer wieder zurückkehren möchten. Siculiana Marina weiterlesen

Magic Bike 2017

Interessiert schaue ich umher, während ich Reihe um Reihe nach vorne laufe. Hier gibt es wahrlich was zu gucken, und das jedes Jahr aufs Neue. Harley um Harley stehen glänzend in der So-… ähm… im trüben Tageslicht des bewölkten Himmels, während man sich in dem vielen poliertem Chrom beinahe spiegeln kann. Sehr praktisch, um den Lippenstift nachzuziehen; ein Jammer nur, dass ich keinen trage. Magic Bike 2017 weiterlesen

Paragliding – nur ein kleiner Hüpfer…

Sommer  2013

Die gesamte Klasse sitzt sprachlos da, keiner gibt auch nur einen Mucks von sich. Gebannt starren sie auf den Bildschirm, und während die DVD-Vorführung läuft, stupsen wir, die Kursteilnehmer, uns kameradschaftlich in die Seiten.
„Schau mal, da… dort fliegst du gerade… Ja und hier, hier bin ich… Man, hatten wir einen Auftrieb an dem Tag…

Die bewegten Bilder flackern vor den Augen der Schule; immer noch sagt keiner etwas. Auf dem Bildschirm ist blauer, wolkenloser Himmel zu sehen – und Schirme, viele bunte Paragliding-Schirme, die mit atemberaubenden Flugmanövern diesen blauen Himmel bevölkern.

Und während die neidischen Blicke der anderen den Bildschirm zu fixieren scheinen, beginnen die ersten von uns bereits, spitzbübisch zu grinsen… Paragliding – nur ein kleiner Hüpfer… weiterlesen

Das Ulmener Maar

Eifel, April 2017

Als ich am nächsten Morgen in Frühstücksraum sitze, liegt ein Nebelschleier über den Hügeln der Eifel. Die Sonne scheint matt auf das scheinbar mit Spinnweben geflochtene Netz.
„Hier: Der Blick ins Tal vom Blick ins Tal aus.“ Schreibe ich unter das an Stefan verschickte Bild. Das Ulmener Maar weiterlesen